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Friday, October 30, 2026

"Kenne Menschen, die könnten's": Merkel wirbt für Bundespräsidentin

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"Kenne Menschen, die könnten's"Merkel wirbt für Bundespräsidentin

30.10.2026, 13:41 Uhr

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Für Angela Merkel ist es nach 77 Jahren Bundesrepublik Zeit für ein weibliches Staatsoberhaupt. (Foto: picture alliance/dpa)

Die derzeitige Diskussion um die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier empfindet Angela Merkel als "seltsam". Sie wünscht sich explizit eine Frau an der Staatsspitze, klagt über einen "schlechten Unterton" in der Debatte und äußert auch sonst Kritik an ihrer eigenen Partei.

Altkanzlerin Angela Merkel wünscht sich für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Frau. "Es gibt 77 Jahre Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, und es gab noch nie eine Frau als Bundespräsidentin", beklagte Merkel in einem Interview bei MagentaTV. Da müsse sich jeder fragen, "ob es jetzt nicht mal an der Zeit wäre", sagte die CDU-Politikerin in der Talksendung "Bestbesetzung" mit Johannes B. Kerner. "Ich kenne Menschen, die sind schon geboren und die sind weiblich und die könnten's", betonte Merkel. Namen wollte sie allerdings keine nennen.

Am 30. Januar entscheidet die Bundesversammlung über das künftige Staatsoberhaupt. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder macht sich seit Monaten für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner stark. In der CDU werden unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bildungsministerin Karin Prien und die frühere Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gehandelt.

Merkel bezeichnete die derzeitige Diskussion als "seltsam" und beklagte einen "schlechten Unterton". Merkel soll von der CDU-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein zur Bundesversammlung im kommenden Januar entsendet werden, um über die Steinmeier-Nachfolge mitzubestimmen. Bisher hat sich die Union noch auf keine Kandidatin einigen können, die CDU beansprucht aber das Vorschlagsrecht.

Die Bundeskanzlerin a.D. äußerte sich zudem kritisch über den derzeitigen Kurs ihrer eigenen Partei. "CDU pur ist nicht Wirtschaftspolitik", betonte die langjährige Parteivorsitzende. "CDU pur war immer Brückenbauen in alle Richtungen der Gesellschaft - und das muss wieder in den Vordergrund gestellt werden."

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