Trump entlässt Stabschefin Susie Wiles - Vize Miller übernimmt
Die Stabschefin von US-Präsident Donald Trump, Susie Wiles, verlässt wenige Tage nach dem Wahldebakel der Republikaner den engsten Machtzirkel im Weißen Haus. Auf die Position rückt ihr Stellvertreter Stephen Miller, wie Trump auf der Plattform Truth Social mitteilte.
Der 41-jährige Miller ist für seine Hardliner-Positionen bekannt. Er ist einer der wenigen Berater Trumps, der die erste Amtszeit komplett überstanden hat. Die Jahre der Präsidentschaft von Joe Biden nutzte Miller, um die Grundlage für Trumps neuen Anlauf zu legen. Er schrieb als einer der ganz engen Vertrauten Trumps viele seiner Reden und gilt als intellektuelle Wurzel von dessen Politik. In Trumps zweiter Amtszeit fiel Miller vor allem mit umstrittenen Aussagen zu Migration und Geburtsrecht auf.
Wiles soll neue Aufgabe bei Trump bekommen
Wiles habe einen herausragenden Job im Weißen Haus gemacht, schrieb Trump weiter. Die 69-Jährige hatte seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit als Stabschefin fungiert und dort den Regierungsalltag organisiert. Auf X erklärte Wiles, ihre Zeit im Weißen Haus sei eine Ehre gewesen.
Ich bin so stolz auf das, was wir erreicht haben - von der Sicherung unserer Grenze und Steuersenkungen über die Stärkung unserer Wirtschaft bis hin dazu, Amerika an die erste Stelle zu setzen.
Susie Wiles, Ex-Stabschefin im Weißen Haus
Auch nach der Entlassung bleibt Wiles in Trumps engstem Kreis: Sie werde künftig für die "Trump Political Operation" arbeiten, erklärte Trump online. Dabei ließ er offen, welche Aufgaben sie dort konkret übernehmen wird.
Nach dem Wahldebakel bei den Midterms suchen die Republikaner nach einem Verantwortlichen. Vizepräsident Vance deutet auf Trump. Andere Parteimitglieder distanzieren sich ebenfalls von ihm.
05.11.2026 | 1:35 minWiles sorgte mit Aussagen über Trump für Schlagzeilen
In den Fokus der Öffentlichkeit geriet Wiles vor allem im vergangenen Jahr. In einem Interview mit "Vanity Fair" lästerte sie über den US-Präsidenten und seine Verbündeten, attestierte Trump die "Persönlichkeit eines Alkoholikers".
Er [Trump] handelt in der Überzeugung, dass es nichts gibt, was er nicht schaffen kann. Nichts, absolut nichts.
Susie Wiles im Interview mit "Vanity-Fair"
Trumps Zollpolitik sei durch "lautes Nachdenken" entstanden, so Wiles weiter. Seinen Vize J.D. Vance bezeichnete sie als Verschwörungstheoretiker, dem Trump-nahen Milliardär Elon Musk sagte sie eine Ketamin-Abhängigkeit nach.
Es gebe mit einer „klaren demokratischen Mehrheit“ im Kongress „eine gewisse Chance“ auf verbesserte Beziehungen Europas zu den USA, sagt CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen.
05.11.2026 | 3:45 minWiles distanzierte sich von Trump-Kritik
Nach Veröffentlichung des Artikels war Wiles auf Distanz gegangen und hatte die "Vanity Fair" kritisiert. Das Magazin habe wesentlichen Kontext ausgelassen.
Wiles auf X
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Im Frühjahr wurde bekannt, dass Wiles an Brustkrebs erkrankt war. "Susie ist als eine meiner engsten und wichtigsten Beraterinnen eine starke Persönlichkeit und zutiefst dem Dienst am amerikanischen Volk verpflichtet", schrieb Trump damals. Im September gab Wiles bekannt, den Kampf gegen die Krankheit gewonnen zu haben.
Quelle: ZDF, dpa
Über die Midterms berichtete das ZDF am 04.11.2026 ausführlich, darunter in mehreren Live-Sendungen.
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