Terror im Nordwesten Pakistans: Mindestens 16 Tote bei Anschlag mit Autobombe

Ein Anschlag mit einer Autobombe trifft eine Polizeizentrale. Die Detonation beschädigt auch eine Moschee während des Freitagsgebets.
Foto: Anjum Naveed/ap/dpa
dpa | Bei einem Anschlag mit einer Autobombe im Nordwesten Pakistans sind Polizeiangaben zufolge mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Der Angriff ereignete sich auf dem Gelände einer Polizeizentrale in der Stadt Kohat, wie ein lokaler Polizeivertreter sagte. Demnach rammte das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug ein Tor und explodierte.
Von der Wucht der Detonation wurde auch eine Moschee auf dem Polizeigelände beschädigt, wie der Polizeivertreter weiter sagte. Der Anschlag ereignete sich während des Freitagsgebets. Die Sorge vor noch höheren Opferzahlen war groß. Mehr als 50 Verletzte wurden in ein Krankenhaus in der Nähe gebracht, wie ein Arzt der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Fernsehaufnahmen des pakistanischen Senders Geo zeigten Menschen, die in Panik vom Anschlagsort flohen. Am Boden waren leblose Körper zu sehen. Rettungswagen brachten Opfer in nahe gelegene Kliniken.
IS und Taliban in der Region aktiv
Zunächst reklamierte niemand den Anschlag in der Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa für sich. Sowohl ein regionaler Ableger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) als auch die pakistanischen Taliban (TTP) sind in dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aktiv. Die Sicherheitslage hatte sich dort in den vergangenen Jahren immer mehr verschlechtert.
Erst Anfang August wurden bei einem Selbstmordanschlag im Swat-Tal in derselben Provinz 14 Menschen in den Tod gerissen. Auch der damalige Angriff ereignete sich vor einer Polizeiwache. Dort hatten Hunderte Menschen gegen die zunehmende Gewalt in der Region demonstriert. Auch in den Monaten davor gab es Anschläge gegen Polizisten in Khyber Pakhtunkhwa.
Pakistan wirft der islamistischen Taliban-Regierung im Nachbarland Afghanistan vor, Terrorgruppen im Grenzgebiet Unterschlupf zu gewähren. Die Führung in Kabul weist die Vorwürfe zurück. Im Frühling 2026 war der Konflikt der Nachbarländer eskaliert. Seitdem kommt es regelmäßig zu gegenseitigem Beschuss
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
Sunnitisches Militärbündnis Die Atombombe im Blick
Kommentar von Jürgen Gottschlich
Neues „Mekka-Bündnis“: Die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien wollen nicht tatenlos abwarten, wie Iran sich atomar bewaffnet.
Neues Militärbündnis in Nahost Mit dem Mecca Defence Agreement gegen die Regionalkrise
Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei wollen sich künftig in allen Verteidigungslagen beistehen. Die Bedrohung sitzt in Teheran – aber nicht nur.
Von Mathias Brüggmann
Konflikt Afghanistan und Pakistan Dutzende Tote und viele Verletzte
Der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan eskaliert erneut, mit heftigen Luftangriffen Pakistans an der Grenze und gegenseitigen Beschuldigungen.
Von Thomas Ruttig
Die neue Sonderedition der LMd Modi und die Farbe der Macht
Mit seiner autoritären Politik gefährdet Indiens Premier Modi den gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes. Diese Sonderausgabe analysiert die Lage im bevölkerungsreichsten Land der Welt – wie immer bei Le Monde diplomatique mit Sorgfalt und Scharfsinn recherchiert.
Jetzt bestellen
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.