Wer mit wem in Schwerin?: Das sagt der Koalitionsrechner zur Wahl in MV

Wer mit wem in Schwerin?Das sagt der Koalitionsrechner zur Wahl in MV
20.09.2026, 18:35 Uhr
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Wie stark verschieben sich die Mehrheitsverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern? Bei der Landtagswahl im Nordosten liegt die AfD laut ersten Prognosen vorn. Welche Koalitionen sind in der Landeshauptstadt Schwerin auf dieser Basis rechnerisch möglich?
Die Entscheidung ist gefallen, die Stimmauszählung dauert an: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich ein knapper Wahlsieg der Alternative für Deutschland (AfD) ab. Die bisher regierende SPD liegt laut ersten Prognosen zum Wahlausgang auf Platz zwei.
Wie sehen die Koalitionsoptionen in Mecklenburg-Vorpommern am frühen Wahlabend aus?
Hinweis: Die Daten zum ntv Koalitionsrechner werden am Wahlabend laufend aktualisiert.
Die Alternative für Deutschland (AfD) wird womöglich neue stärkste Kraft in MV: Aussichten auf eine Regierungsbildung aus eigener Kraft bestehen für die Rechten im Schweriner Landtag jedoch voraussichtlich nicht. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm steht bisher ohne Koalitionspartner da.
Eine einfache Fortsetzung der bisher regierenden Koalition aus SPD und Linken erscheint auf Basis der Umfragewerte unwahrscheinlich: Die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig muss sich mit ihren Sozialdemokraten wohl nach einem weiteren Koalitionspartner neben den Linken umschauen - oder nach zwei neuen Koalitionspartnern.
Die Auswahl an möglichen Ansprechpartner ist beschränkt: Die CDU will in Mecklenburg-Vorpommern nicht mit den Linken in einem Regierungsbündnis zusammenarbeiten. Die Perspektiven wirken für CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters nicht besonders einladend: In einem rot-rot-schwarzen Dreier-Bündnis unter Schwesigs Führung wäre er in Mecklenburg-Vorpommern hinter der Linken der kleinere Juniorpartner.
Abgesehen davon steht etwaigen Koalitionsüberlegungen aufseiten der CDU auch noch der Unvereinbarkeitsbeschluss entgegen. Die Parteispitze in Berlin ist strikt gegen eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei.
Schwesigs Vorteil: Es gibt eine andere Option. Den Prognosen am Wahlabend zufolge haben die Grünen den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde knapp geschafft. Damit stehen sie theoretisch als möglicher Ansprechpartner bereit.
Sicher war der Wiedereinzug in den Landtag für die Grünen nicht: In den Umfragen lag die Partei mit ihrer Spitzenkandidatin Claudia Müller zuletzt genau auf der entscheidenden Schwelle. Mit den Grünen wäre theoretisch ein Dreier-Bündnis mit CDU und ohne die Linkspartei möglich.
Die Aussichten für Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) sind noch unklar: Am frühen Wahlabend lagen die Prognosewerte für das BSW noch bei wackligen fünf Prozent.
Die FDP hat den Wiedereinzug in das Schweriner Landesparlament offenbar klar verpasst. Die Liberalen sind damit im künftigen Landtag voraussichtlich nicht mehr vertreten.
Könnte die AfD theoretisch doch noch eine Regierungsmehrheit schmieden? Einem rein rechnerisch möglichen Bündnis mit den Christdemokraten steht der Brandmauer-Beschluss der CDU entgegen. Abgesehen von dem bundespolitischen Eklat, den eine Beteiligung der CDU in MV an einer AfD-geführten Landesregierung auslösen würde, erscheint eine solche Koalition auch praktisch wenig realistisch.
Wie genau sich die Mehrheitsverhältnisse gestalten, lag am 20. September allein in den Händen der 1,3 Millionen Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern. Die Auszählung der Stimmen dauert an. Erst im Laufe des Abends wird sich klären, wie viele Parteien künftig im Schweriner Landtag die Geschicke des Bundeslandes im Nordosten bestimmen werden.
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