Umstrittener US-Investor Peter Thiel erhält Axel-Springer-Preis

- Der US-Investor Peter Thiel ist in Berlin mit dem Axel-Springer-Preis ausgezeichnet worden.
- Verleger Mathias Döpfner bezeichnete den Paypal-Mitgründer als «wirkungsvollsten Deutschen unserer Zeit».
- Thiel, ein Unterstützer Donald Trumps, steht für seine ultralibertären Ansichten in der Kritik.
Der aus Deutschland stammende US-Investor Peter Thiel ist mit einem Preis des Axel-Springer-Verlags in Berlin ausgezeichnet worden. «Wir würdigen den wirkungsvollsten Deutschen unserer Zeit», sagte der Vorstandschef des Axel-Springer-Verlags, Mathias Döpfner, über Thiel in einer Rede bei der Preisverleihung am Donnerstagabend in Berlin. Der umstrittene Investor sei womöglich der «beste Risikoanleger des 21. Jahrhunderts» und «auf jeden Fall ein unkonventioneller Vordenker», fügte Döpfner hinzu.
Auch der Chef des von Thiel mitgegründeten Datenanalyseunternehmens Palantir, Alex Karp, ehrte Thiel in einer zuvor aufgezeichneten Rede. Darin nannte Karp seinen Geschäftspartner Thiel auf Deutsch den «letzten Deutschen» und erklärte, Deutschland könne von Thiels Qualitäten lernen. Auch der russische frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow und die konservative Chefredakteurin des US-Senders CBS News, Bari Weiss, hielten Lobesreden auf Thiel.
Thiel: «Schreiben ist eine gefährliche Tätigkeit»
Thiel nahm den Preis dankend an und sprach in einem anschliessenden Podiumsgespräch mit Döpfner über eine grosse Spannweite von Themen. Der US-Investor, der ein Jahr nach seiner Geburt aus Deutschland in die USA gezogen war, kommentierte unter anderem den jüngsten Wahlsieg der Linkspartei in Berlin. Es gebe ein «sehr echtes Problem» mit zu hohen Mietkosten, sagte Thiel. «Wenn niemand anderes darüber spricht, wird die Linke weiter gewinnen», fügte er hinzu und betonte zugleich, die Partei habe «keine guten Antworten darauf».
Der 59-Jährige ging ausserdem auf die Kritik an seinen ultralibertären Überzeugungen und politischen Ansichten ein. Einen Essay von ihm aus dem Jahr 2009, in dem er bekundete, dass er nicht länger glaube, «dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind», bezeichnete er als «hastig getippte Sache», die ihn seither verfolge. «Ich glaube nicht, dass ich etwas besonders Kontroverses gesagt habe», sagte Thiel in Berlin. Er habe damals jedoch gelernt, dass das Schreiben eine «gefährliche Tätigkeit» sei.
Der in Frankfurt am Main geborene Unternehmer ist unter anderem als Mitgründer des Internetbezahldienstes Paypal sowie als früher Investor in den Onlinedienst Facebook bekannt. Zudem ist der libertär-konservative Investor ein Unterstützer der US-Regierung von Donald Trump.
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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