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Tuesday, September 15, 2026

Raspberry Pi: Optionale Updates für modernere Desktop-Umgebung

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Das Raspberry-Pi-OS-Projekt hat aktualisierte Images veröffentlicht, die insbesondere den Raspberry-Pi-Desktop modernisieren sollen. Der bisherige Desktop habe sich in den vergangenen Jahren kaum verändert und fühle sich an wie der Stand der Technik vor 30 Jahren, etwa wie Windows 95 oder Apples System 7. Die Grundlage wurde vor über einem Jahrzehnt gelegt und war anfangs eine angepasste Version des LXDE-Desktops.

Inzwischen fuße er jedoch auf deutlich anderer Grundlage mit Wayland und labwc, schreiben die Raspberry-Pi-Entwickler in ihrer Ankündigung. Zwar hätten sie die Optik dann und wann mal aufgefrischt, etwa mit neuen Icons, Themes und Desktop-Hintergründen – inzwischen gebe es kaum noch Ähnlichkeiten zwischen dem Raspberry Pi Desktop und dem originalen LXDE. Was jedoch immer gleich blieb, war das grundsätzliche Look-and-Feel des Desktops mit der Taskbar, den Icons und dem Starter des Hauptmenüs. Die seien dadurch zwar intuitiv bedienbar, aber moderne Desktops liefern inzwischen mehr Funktionen. Und die wollten die Entwickler nun auch einführen.

Zielsetzung sei gewesen, die grundsätzliche einfache Bedienung beizubehalten und nicht Änderungen nur um der Änderungen willen den Usern aufzuzwingen, die mit dem bisherigen Desktop glücklich sind. Alle neuen Funktionen sind deshalb optional, auch, um vermuteten Beschwerden zuvorzukommen. Sofern Interessierte die neuen Funktionen nicht aktivieren, bleibt die Optik und Funktionalität, wie sie bislang war.

Die größte Neuerung soll das neue Icon-Dock darstellen, das zusätzlich zur Taskleiste oder alleine genutzt werden kann. Darin gibt es einen grafischen Anwendungsstarter und einen Icon-basierten Schnellstarter mitsamt Taskliste. Der grafische Starter verbirgt sich hinter dem Himbeeren-Symbol, es soll das Hauptmenü-Widget ersetzen, das bislang dafür zum Einsatz kommt. Mittels Rechtsklick darauf gelangt man an Einstellungen zum Starter; dort lässt sich etwa die Sortierung nach Kategorien oder die Neusortierung nach Alphabet einstellen. Der Starter selbst zeigt die App-Icons als Overlay auf dem Desktop an und bietet auch eine Suche. Die Apps sind standardmäßig alphabetisch sortiert, lassen sich mittels Drag & Drop jedoch neu arrangieren.

Die Taskliste zeigt die Icons der laufenden Apps an, wie es bereits vom Schnellstarter in der Taskleiste gewohnt ist. Im mit Rechtsklick erreichbaren Kontextmenü von Apps im Starter gibt es die Option, sie dem Launcher hinzuzufügen, sodass sie sich direkt mit einem Mausklick starten lassen. Das Dock selbst hat eine Einstellungsseite im Control Center erhalten. Dort lassen sich etwa Größe, Position und Farben oder – laut den Entwicklern häufig angefragt – automatisches Verstecken des Docks einstellen. Sofern die Maus nicht darauf zeigt, verschwindet das Dock dann. Die Uhr im Dock lässt sich auf eine analoge Anzeige umstellen.

Für mehr Geschwindigkeit soll die Anzeige des Desktop-Hintergrundbilds durch swaybg anstatt der File-Manager-App sorgen. Auch das müssen Interessierte in den Einstellungen des Control Centers selbst aktivieren: Das Abschalten von „Active Desktop“ führt dazu, dass swaybg die Anzeige des Hintergrundbilds übernimmt. Das spart offenbar so viel Speicher, dass das nun die offizielle Empfehlung für Systeme mit weniger als 2 GByte RAM ist. Da der File Manager nicht mehr dauerhaft im Hintergrund läuft, übernimmt das Ejecter-Plugin das automatische Mounten von neu eingesteckten Laufwerken. Eine weitere Neuerung ist das Verhalten beim Drücken der Taste „Print“ auf der Tastatur. Zuvor erstellte das einen Screenshot des ganzen Bildschirms und speicherte ihn im „Bilder“-Ordner. Jetzt öffnet sich ein Dialog, der anbietet, das Bild in einem Editor zu öffnen oder in die Zwischenablage zu kopieren. Drückt man gleichzeitig die Alt-Taste, lässt sich zudem vor der Aufnahme der Bildschirmbereich auswählen.

Für neue Installationen stehen aktualisierte Images bereit. Bereits laufende Instanzen lassen sich mittels

sudo apt update
sudo apt full-upgrade

auf den aktuellen Stand bringen.

Zuletzt hatte das Raspberry-Pi-Projekt mit Juni dieses Jahres eine aktualisierte Raspberry-Pi-OS-Version veröffentlicht. Dabei handelte es sich um dezente Versionspflege, größere Neuerungen gab es zu dem Zeitpunkt nicht.

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