Abgeordnetenhaus schrumpft: AfD gewinnt nach Neuauszählung Mandat in Berlin-Spandau

Abgeordnetenhaus schrumpftAfD gewinnt nach Neuauszählung Mandat in Berlin-Spandau
02.10.2026, 11:45 Uhr

Hauchdünn siegt eine CDU-Kandidatin am 20. September bei der Berlin-Wahl in Spandau. Dann treten Ungereimtheiten auf. Eine Neuauszählung bestätigt den Verdacht: Die AfD, nicht die CDU gewinnt Wahlkreis 1. Auch die Mehrheitsverhältnisse im Abgeordnetenhaus verschieben sich.
In Berliner Abgeordnetenhaus müssen Stühle gerückt werden. Die Wahlleitung hat das Ergebnis der Wahl vom 20. September korrigiert. Wie der Berliner "Tagesspiegel" unter Berufung auf Landeswahlleiter Stephan Bröchler berichtet, hat im Wahlkreis 1 in Berlin-Spandau nicht wie angenommen CDU-Kandidatin Bettina Meißner gewonnen, sondern AfD-Kandidat Tommy Tabor. Damit verändern sich auch die Mehrheitsverhältnisse im Berliner Abgeordnetenhaus.
Laut vorläufigem Endergebnis hatte die CDU-Kandidatin den Wahlkreis und somit das Direktmandat mit 80 Stimmen Vorsprung vor AfD-Kandidat Tabor gewonnen. Bei der Nachzählung setzte sich der AfD-Kandidat mit 34 Stimmen Vorsprung durch: Er gewann den Wahlkreis mit 5184 zu 5150 Stimmen.
Dem Bericht zufolge wurde der Wahlkreis neu ausgezählt, weil das Ergebnis der Niederschrift nicht mit dem Ergebnis übereinstimmte, das am Wahlabend telefonisch übermittelt wurde. Laut RRB wurde das Ergebnis korrekt ausgezählt, aber telefonisch falsch übermittelt.
Tabor wäre auch ohne das Direktmandat für die AfD ins Abgeordnetenhaus eingezogen. Er war durch die Landesliste der Partei abgesichert. Unklar ist jedoch, ob Meißner dem Berliner Parlament ohne Direktmandat angehören wird: Sie befand sich auf dem dritten Platz der CDU-Bezirksliste für die Abgeordnetenhauswahl.
Klar ist dagegen inzwischen, dass das geänderte Direktmandat Folgen für die Ausgleichs- und Überhangmandate hat. Deshalb wird das neue Abgeordnetenhaus nicht 158, sondern nur 153 Sitze haben. Fünf Abgeordnete, die bisher davon ausgegangen seien, im Parlament vertreten zu sein, seien es nun doch nicht, berichtet der RRB unter Berufung auf Landeswahlleiter Bröchler. Welche Abgeordneten dies sind, wird demzufolge noch berechnet. Das landesweite Wahlergebnis stellt der Landeswahlausschuss am 12. Oktober fest.
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