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Wednesday, September 30, 2026

Aufregung im Nord-Derby: Kretzschmar ärgert sich über "ganz miese Nummer"

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Eine "ganz miese Nummer" sieht Stefan Kretzschmar nach dem denkwürdigen Nord-Derby in der Handball-Bundesliga: Der ehemalige Nationalspieler ärgert sich über die Kieler Wut.

Der Aufreger vom Wochenende hallt noch immer nach im deutschen Handball: Das packende 117. Nord-Derby zwischen den ewigen Rivalen THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt endete 31:31 - doch danach ging es erst so richtig los: Als die Halle nach dem vermeintlichen Kieler Siegtreffer durch Julian Köster in der letzten Sekunde schon bebte, schritt das Schiedsrichter-Duo Julian Köppl und Denis Regner zum Monitor, prüfte die Kieler Schlusssequenz quälend lange - und nahm den Treffer schließlich wegen eines Schrittfehlers von THW-Regisseur Domen Makuc zurück. Entsetzen in Kiel, Erleichterung und Freude bei den Gästen. Und eine Menge Ärger, die sich über die Unparteiischen ergoss. Das geht Handball-Idol Stefan Kretzschmar mächtig gegen den Strich.

 "Die Schiedsrichter anzufeinden, ist eine ganz miese Nummer in dem Zusammenhang", sagte der ehemalige Nationalspieler im Dyn-Format "Kretzsche & Schmiso". "Die beiden Schiedsrichter machen ein überragendes Spiel", sagte "Kretzsche". Die Regeln sind eindeutig: Makuc hatte vor seinem Anspiel auf Köster mindestens einen Schritt zu viel gemacht. Eine Szene, wie sie in jedem Spiel dutzendfach vorkommt und ungeahndet bleibt - vor allem, weil es im immer schneller werdenden Sport kaum noch in Echtzeit zu erkennen ist. Das Gefühl, dass da gerade etwas faul war, reicht bekanntlich nicht aus. Und doch: "Wenn sie es checken, dann können sie es pfeifen und wenn sie es sehen, dann müssen sie es auch pfeifen."

Wolff wütet

Besonders Andreas Wolff hatte sich mächtig über die finale Entscheidung der Schiedsrichter aufgeregt - und schoss dabei weit über eine rein sportliche Analyse hinaus: "Das war eine erbärmliche Schiedsrichterleistung", wütete der Nationaltorwart laut den "Kieler Nachrichten" und ergänzte: "Heute haben sie so weit zurückgespult, bis sie irgendetwas gegen uns pfeifen konnten, und wurden belohnt, dass sie dann auch noch etwas gefunden haben. Sie hätten auch ein Foul an Makuc sehen können. Wollten sie aber nicht. Wir haben viele gute Gespanne in Deutschland, dieses gehört nicht dazu."

Und weiter: "Neben ihrem offenkundigen Mangel an Qualität, insbesondere für so ein Spitzenspiel, ist es vor allem ihre arrogante, blasierte Art, die einen als Spieler zur Weißglut treibt", wurde der Weltklasse-Torwart persönlich. Das Schiedsrichter-Duo würde sich "hinter einer arroganten Attitüde verstecken. Das ist nicht das, was den Handballsport ausmacht". 

Kretzschmar kritisch

Mehrere frustrierte Kieler äußerten sich nach dem Spiel verärgert, wenngleich auch deutlich zurückhaltender als der eskalierte Nationaltorwart Wolff. "Erst wird geschaut, ob Julian im Kreis steht. Tut er nicht. Dann wird immer weiter zurückgeschaut, bis man dann was gefunden hat", sagte der neue THW-Trainer Börge Lund: "Da fragt man sich schon, wo man da die Grenze setzt." Durch die Halle hallten "Schieber, Schieber"-Rufe, in den Sozialen Medien war die Wut groß.

Kretzschmar wollte den Kieler Ärger nicht stehen lassen: "Die meisten Mannschaften auf dieser Welt würden darauf pochen, dass sich die Schiedsrichter es anschauen, wenn in den letzten 30 Sekunden etwas strittig ist", sagte der Experte. "Wir haben in der Vergangenheit immer wieder die Aussage gehört 'Alles okay, aber guck' es dir doch wenigstens an'. Jetzt machen sie es, um auf Nummer sicher zu gehen und werden dafür kritisiert."

Allerdings findet er selbst das Ende "aus sportromantischer Sicht" unbefriedigend, verkündete der ehemalige Linksaußen. "Die Geschichte war geil. Die Geschichte war geschrieben, die Flensburger mit hängenden Köpfen sind zusammengebrochen, die Kieler haben gejubelt, die ganze Halle stand kopf. Da hätte man rausgehen können, hätte sagen können: Yeah, was für ein Nordderby." Doch es kam anders.

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