Venezuela genehmigt den kommerziellen Betrieb von Starlink im Land
Venezuelas Regierung von Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat den von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX betriebenen Satelliteninternetdienst Starlink für den Betrieb im Land zugelassen. Die venezolanische Nationale Telekommunikationskommission (Conatel) machte die Erteilung der entsprechenden allgemeinen Betriebserlaubnis Ende vergangener Woche öffentlich.
„Mit dieser Maßnahme, die in einer ordentlichen Sitzung des Verwaltungsrats von Conatel beschlossen wurde, wird die Bereitstellung von Satelliteninternetdiensten der Marke Starlink im gesamten Staatsgebiet rechtlich genehmigt, um einen formellen Betrieb mit Sitz und behördlicher Aufsicht im Land zu ermöglichen“, teilte die Behörde mit.
Der nun erteilten Betriebsgenehmigung für Starlink in Venezuela gingen erfolgreiche Testläufe der sogenannten „Direct-to-Device“-Technologie (D2D) voraus, die den Austausch von Textnachrichten zwischen Satelliten und Mobilgeräten ermöglicht, so Conatel. Dies geschah in Abstimmung mit den drei nationalen Mobilfunkbetreibern.
Zusammenarbeit nach dem Doppelbeben
Laut Conatel begann die Zusammenarbeit mit Starlink nach den zwei schweren Erdbeben vom 24. Juni. Diese hatten die terrestrische Telefon- und Internetinfrastruktur in dem besonders betroffenen Bundesstaat La Guaira schwer beschädigt. Nach der verheerenden Naturkatastrophe, als ein Doppelbeben das Land erschütterte und für gewaltige Zerstörung, mehr als 6.000 Todesopfer und Zehntausende Vermisste sorgte, bot Starlink seinen Kunden in den Erdbebengebieten für einen Monat einen kostenlosen Service an. Zudem stellte Starlink mehr als 1.600 Konnektivität-Sets in Venezuela bereit, um Rettungskräfte, medizinisches Personal und humanitäre Organisationen in den am stärksten betroffenen Gebieten zu unterstützen.
Bereits im Januar machte SpaceX nach der Entführung von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro durch das US-Militär die Nutzung von Starlink in Venezuela für einen Monat kostenfrei. Bis dahin war das Satelliteninternet wegen US-Sanktionen in Venezuela nicht legal nutzbar.
Obwohl Starlink bislang seine Dienste in Venezuela nicht offiziell vermarktet hat, nutzen rund 3,6 Prozent der Internetnutzer des Landes die entsprechende Ausrüstung auf irreguläre Weise, schreibt die argentinische Nachrichtenagentur Infobae und beruft sich dabei auf Angaben von APNIC, einer internationalen Organisation für die Registrierung von Internetadressen.
Weltmarktführer Starlink verfügt aktuell über mehr als 11.000 Satelliten im All und baut seine weltweite Nutzerbasis weiter aus, unterstützt durch ein wachsendes Angebot an Diensten für Privat- und Geschäftskunden, die Luft- und Schifffahrt sowie Behörden.
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