PFAS-Produzenten bauen wohl Kapazitäten aus – KI-Boom als vermuteter Treiber
Laut der NGO ChemSec baue die Mehrheit der weltweit größten Hersteller von PFAS ihre Produktionskapazitäten wohl aus. Diese langlebigen Fluorchemikalien werden auch oft als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie sich fast nicht natürlich zersetzen und so in der Umwelt ansammeln. Als zentrale Nachfragetreiber geben die Hersteller laut der Analyse den KI-Boom an. PFAS sind unter anderem für die Kühlung von KI-Rechenzentren und die Halbleiterfertigung wichtig. Ein dritter, nicht KI-bezogener Treiber der Nachfrage sei laut dem Bericht die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien.
Die Auflistung der Expansionspläne in der ChemSec-Untersuchung nennt Details: Der Hersteller Daikin wolle zum Beispiel die Produktion von Perfluoroelastomeren für die Halbleiterindustrie bis 2027 mehr als verdreifachen. Arkema investiere 20 Millionen US-Dollar in eine 15-prozentige Kapazitätserweiterung für PVDF in Nordamerika und wolle seine Kapazitäten in China um 20 Prozent ausbauen. Chemours habe seine Produktionskapazitäten für das Kühlmittel Opteon ausgebaut, das es auch gezielt für Rechenzentren anpreist.
Die Verfasser der PFAS-Analyse, die schwedische NGO ChemSec, arbeitet explizit an einer „gift-freien Umwelt“. Sie wird unter anderem von der schwedischen Regierung und der Europäischen Umweltschutzinitiative gefördert, die wiederum vom deutschen Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.
Entgegen Gesetzesbestrebungen
Der Bericht ist auch dahingehend interessant, dass PFAS eigentlich auf dem Rückzug sein sollten. Zahlreiche Regionen der Erde, unter ihnen die EU, streben ein Verbot von diversen Ewigkeitschemikalien an. In ausgewählten Produkten wie Feuerlöschern sind die Verbote auch bereits in Kraft. Im Großen und Ganzen stagniert das Gesetzvorhaben in der EU aber. Die Union hatte 2022 einen Zeitplan für das Verbot von giftigen Chemikalien festgelegt. Zahlreiche Deadlines aus diesem Plan seien aber Medienberichten zufolge nicht eingehalten worden.
Der Anstieg bei der PFAS-Produktion ist nicht das einzige Umweltproblem, das der KI-Boom verursacht: Wie ein aktueller heise-online-Bericht zeigt, könnten 99 geplante Gaskraftwerke für KI-Datenzentren den CO₂-Ausstoß der US-Stromproduktion um bis zu ein Drittel erhöhen.
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