RTP DesportoI Liga. SC Braga-Gil VicenteDaily MaverickDIGITAL POLITICS OP-ED: Borders, ballots, court clashes — how the anti-immigrant movement is setting SA’s elections agendaThe Jerusalem PostSyrian textbooks show pan-Arab content replaced by Islamist ideology, IMPACT-se findsESPNYamal vs. Mbappé: Which Clásico star has the stronger claim to win the Ballon d'Or?ESPN Deportes¿Cómo la fecha límite de MLB llevó a Guardians a playoffs?InquirerSouth Cotabato school resumes classes after Sept. 18 gun attackBollywood HungamaBombay High Court directs makers of Tu Hai Meri Kiran to deposit Rs. 8.85 crores before releaseZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioThe Hollywood ReporterJon Stewart Extends His ‘Daily Show’ Run Through 2028VarietyJon Stewart to Remain ‘Daily Show’ Host Through 2028DeadlineJon Stewart Strikes Two-Year Deal To Remain As ‘The Daily Show’ Host Through To End Of 2028BellaNaijaKikelomo Atanda-Owo Celebrates 20 Years in Media Unveils Podcast With Husband Reuben Abati
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 19, 2026

Protest gegen „Remigrations“-Banner: Pleite für Sellners Netzwerk im Hamburger Stadtpark

Translate
Andreas Speit

Die rechtsextreme Kampagne „Save Europe Act Now“ wollte in Hamburg ein riesiges Banner entrollen. Über Tausend Menschen verhinderten die Aktion.

S ymbolträchtige Bilder wollte die rechtsextreme Kampagne „Save Europe Act Now“ am Sonntag im Hamburger Stadtpark produzieren. Am Planetarium wollte sie ein Banner platzieren: Zwanzig mal zwanzig Meter groß, 400 Quadratmeter. Darauf wollte das Netzwerk um Martin Sellner einmal mehr für die „Remigration“ werben. Der Turm des Planetariums, der als ein Wahrzeichen der Hansestadt gilt, sollte für die Inszenierung als Kulisse dienen.

Doch die Aktion misslang. Schon vor dem geplanten Beginn um 13 Uhr spazierten über 1.000 Ge­gen­de­mons­tran­t*in­nen um die abgesperrte Rasenfläche. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hatte zu einem „antifaschistischen Sonntagsspaziergang“ im Stadtpark aufgerufen.

Auf Transparenten war unter anderem „AfD wählen ist so 1933“ und „Fuck AfD“ zu lesen. Die Polizei forderte die Demonstrierenden auf, die nicht angemeldete Versammlung zu verlassen. Es kam zu Gerangel. Schulter an Schulter gingen die Ge­gen­de­mons­tran­t*in­nen dennoch rund um die Absperrungen spazieren, schließlich wurde die Versammlung angemeldet.

Die bis zu 40 Teil­neh­me­r*in­nen der rechtsextremen Aktion betraten den Rasen nicht. Stattdessen streamten die rechten In­flu­en­ce­r*in­nen „Außendienstlerin“ (Mary Joanna Esch) und „Weichreite“ (Sebastian Weber) vom abgesperrten Areal. Sie provozierten gezielt Gegendemonstrierende, um Bilder von Eskalationen liefern zu können.

Dies ist seit Längerem die Strategie rechtsextremer In­flu­en­ce­r*in­nen bei antifaschistischem Protest. Die Inszenierung: Sie seien diskussionsbereit, die An­ti­fa­schis­t*in­nen aber nicht. Diese seien die wahren „Antidemokraten“ und „Faschisten“.

Nach ihren Streams wurden beide von der Polizei vom Gelände gebracht. Zuvor hatten die Ge­gen­de­mons­tran­t*in­nen ihnen zugerufen: „Geht nach Hause“. Bis Montagnachmittag wurde Eschs Stream 57.000-mal aufgerufen. In Kommentaren werden die rechten Streame­r*in­nen gefeiert: „Ihr beide seid mutig, offen und ehrlich.“

Die rechtsextremen Ak­ti­vis­t*in­nen wurden von der Polizei derweil in den Stadtteil Langenhorn begleitet, um 15 Uhr erreichten sie den Langenhorner Markt.

Verantwortlich für die gescheiterte Kundgebung im Hamburger Stadtpark ist Jan Hoyer. Er ist einer der Sprecher der Kampagne „Save Europe Act Now“ ist. Der Norderstedter ist regelmäßig bei der AfD Schleswig-Holstein und der AfD-Jugend aktiv. In einem Video der Aktion auf Instagram, wo er sich als „stolz deutsch“ bezeichnet, sind knapp 20 Aktive zu sehen. Darunter räumt „jan.offiziell“ ein, dass die „European Street Tour“ in Hamburg unter „denkbar schwierigen Bedingungen“ stattgefunden habe. 1.651 Herzchen finden sich unter dem Clip.

Rechtsextreme Kampagne will Bilder aus vielen Städten

Das erste Treffen des europaweiten Netzwerks „Save Europe Act Now“ fand im Jahr 2025 in Italien statt. Die Kampagne bezeichnet sich als „patriotische europäische Bürgerinitiative“ und fordert, „dass die politische Elite die Ersetzungsmigration“ stoppt, „unsere Grenzen sichert und die ethno-kulturelle Kontinuität der europäischen Nationen schützt“.

Ganz in der Logik des Ethnopluralismus, demzufolge jede Ethnie eine homogene Identität und Biologie aufweise, greift sie das Narrativ des „großen Austausches“ auf, demzufolge die „Eliten“ in Wirtschaft und Politik die einheimische Bevölkerung austauschen wollten. Einer der Fans der Kampagne ist der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke.

Ziel der Kampagne ist, mit Bildern aus vielen europäischen Bildern für die sogenannte „Remigration“ zu werben. In Hamburg ist sie damit erst mal gescheitert.

Andreas Speit Autor

Rechtsextremismusexperte, Jahrgang 1966. In der taz-Nord schreibt er seit 2005 die Kolumne „Der Rechte Rand“. Regelmäßig hält er Vorträge bei NGOs und staatlichen Trägern. Für die Veröffentlichungen wurde er 2007 Lokaljournalist des Jahres und erhielt den Preis des Medium Magazin, 2008 Mitpreisträger des "Grimme Online Award 2008" für das Zeit-Online-Portal "Störungsmelder" und 2012 Journalisten-Sonderpreis "TON ANGEBEN. Rechtsextremismus im Spiegel der Medien" des Deutschen Journalistenverbandes und des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt. Letzte Bücher: herausgegeben: Das Netzwerk der Identitären - Ideologie und Aktionen der Neuen Rechten (2018), Die Entkultivierung des Bürgertum (2019), mit Andrea Röpke: Völkische Landnahme -Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos (2019) mit Jena-Philipp Baeck herausgegeben: Rechte EgoShooter - Von der virtuellen Hetzte zum Livestream-Attentat (2020), Verqueres Denken - Gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus (2021).

Fotomontage eines wochentaz-Titels und dem Buchcover „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit

10 Wochen taz + Sachbuch „Autoritäre Rebellion“ Gegen Rechtsruck hilft Linksblick

Zeiten wie diese brauchen Seiten wie diese: unabhängig, konzernfrei und mit klarer Kante gegen Faschismus, Rassismus und Rechtsruck. Teste jetzt die taz und erhalte das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit als Prämie.

  • Das neue Buch „Autoritäre Rebellion“ von Andreas Speit als Prämie
  • Die wochentaz jeden Samstag frei Haus + digital in der App
  • Die tägliche taz von Mo-Fr digital in der App
  • Zusammen für nur 28 Euro

10 Wochen taz + Buch „Autoritäre Rebellion“

Jetzt bestellen

View the original on taz →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.