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Wednesday, October 14, 2026

"Der Verrat ist Teil von Trumps Außenpolitik"

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Trump will Diesel aus Russland kaufen und droht der Ukraine mit dem Entzug wichtiger Unterstützung. Was steckt hinter dem Deal mit Putin und wie reagiert Europa?

13.10.2026 | 64:25 min

Am vergangenen Freitag verkündete Donald Trump ein Diesel-Abkommen mit Russland. In Europa und der Ukraine reagiert man entsetzt. Dabei hat Trump mit dem Deal wohl vor allem eines im Blick: die Zwischenwahlen am 3. November. Hohe Dieselpreise und die Auswirkungen des Iran-Krieges tragen in den USA zu Trumps niedrigen Umfragewerten bei.

Die Vereinbarung mit Moskau soll helfen, den amerikanischen Wählern zu signalisieren, dass Trumps Regierung sich um ihre Probleme kümmert. Doch für die Ukraine und ihre europäischen Unterstützer sendet das Abkommen möglicherweise ein fatales Signal: Trump ist zunehmend auf Putins Seite.

Die Silhouette Donald Trumps vor einer US-Flagge, darunter der Schriftzug "Der Trump-Effekt"

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Was hat Trumps Deal mit den Zwischenwahlen zu tun? Im auslandsjournal-Podcast "Der Trump-Effekt" sprechen ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen, Katrin Eigendorf und Ulf Röller über Trumps Deal mit Putin, die Auswirkungen auf die Ukraine und die Zwischenwahlen im November.

Symbolpolitik vor den Zwischenwahlen

Elmar Theveßen, ZDF-Studioleiter in Washington, sieht in Trumps Diesel-Deal vor allem den Versuch, sich vor den Zwischenwahlen zu behaupten. Trump wolle den Wählerinnen und Wählern erzählen können, dass Benzin- und Ölpreise vor allem dank seines Deals fallen würden. Dabei mache die verhandelte Menge von 300.000 Tonnen Diesel kaum einen Unterschied und sei höchstens ein "Tropfen auf den heißen Stein", so Theveßen.

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Auch Ulf Röller, ZDF-Studioleiter in Brüssel, sieht in dem Abkommen einen hauptsächlich symbolischen Akt. Katrin Eigendorf, internationale Sonderkorrespondentin des ZDF, blickt auf die russische Seite. Für Putin sei das Abkommen laut Eigendorf ein "PR-Superhighlight". Putin könne mit der Vereinbarung signalisieren, der größte Unterstützer der Ukraine, die USA, sei nun auf Russlands Seite.

Es ist wieder einmal ein wahnsinniger Verrat aus Sicht der Europäer.

Ulf Röller, ZDF-Studioleiter in Brüssel

Aus Sicht der EU sei Trumps Außenpolitik dadurch zunehmend berechenbar, findet Ulf Röller. So sei der rote Faden, der sich durch Trumps Außenpolitik ziehe, mit Blick auf Abkommen wie den Diesel-Deal gut erkennbar. Trump zeige demnach immer wieder Verständnis für Putin und rolle dem russischen Präsidenten förmlich den roten Teppich aus. Für Röller ist klar: "Der Verrat ist Teil von Trumps Außenpolitik."

Der US-Präsident verfolge seine eigene Linie, analysiert Außenpolitikexperte Fischer. Mit dem Diesel-Deal signalisiere Trump, dass er für wirtschaftliche Interessen über Sanktionen hinweggeht.

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Auch Katrin Eigendorf sieht in Trumps Außenpolitik ein klares Muster. Trump habe zwar auch einiges für die Ukraine getan, doch erweise sich der amerikanische Präsident immer wieder als einer, der auf der Seite Putins stünde.

Putin hat Carte blanche. Der macht einfach, was er will. Und Selenskyj wird von Trump zum Täter stilisiert.

Katrin Eigendorf, internationale Sonderkorrespondentin des ZDF

Für Ulf Röller ist durch das aktuelle Agieren der Trump-Regierung eine neue Qualität erreicht. So habe diese mehrfach versucht, die ukrainische Regierung zu erpressen. Elmar Theveßen sieht die Ukraine vor allem in drei Punkten von den USA abhängig, welche von Trumps Regierung genutzt werden könnten, um die eigenen wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen.

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Erstens sei die Ukraine massiv von amerikanischen Geheimdienstinformationen abhängig. Laut der Financial Times hätten die USA der Ukraine bereits damit gedroht, die geheimdienstliche Kooperation einzustellen, sollte die ukrainische Seite weiter russische Raffinerien attackieren.

Der zweite Angriffspunkt seien die indirekten Waffenlieferungen der USA an die Ukraine durch das sogenannte "PURL" Programm. Dieses könnte Trump durch einen Lieferstopp an europäische Käufer aussetzen und damit die Versorgung des ukrainischen Militärs massiv einschränken.

Trumps Kritik an Selenskyj sei "schon sehr massiv", sagt ZDF-Reporter Torge Bode. Der US-Präsident hat eine Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen angekündigt, Bedingungen bleiben offen.

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Als dritten Punkt führt Theveßen den Zugang zum Satellitennetzwerk "Starlink" der Firma "SpaceX" an, die Elon Musk besitzt. Ginge dieser Zugang für die Ukraine verloren, sei dies enorm gefährlich für die Ukraine, ergänzt Katrin Eigendorf.

Wenn Trump Geheimdienstinformationen dauerhaft aussetzt und die Europäer auch keine Waffen mehr kaufen lässt, dann ist das der Beweis, dass Donald Trump das Lager gewechselt hat.

Elmar Theveßen, ZDF-Studioleiter in Washington

Dennoch sieht Theveßen die kommenden Midterm-Wahlen im November als Chance. So sei laut Umfragen immer noch eine Mehrheit der US-Wähler für eine Unterstützung der Ukraine. Auch Ulf Röller sieht Trump mit Blick auf die Wahlen insbesondere aufgrund der Folgen des Iran-Krieges geschwächt. Das Diesel-Abkommen mit Putin sei demnach eine "Flucht nach vorne", findet Röller.

Zwischenwahlen im November

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Über dieses Thema berichtete der auslandsjournal-Podcast "Der Trump Effekt" am 13.10.2026 ab 12 Uhr.

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