Kontroverse um "Free Palestine": Aus für Macklemore bei Tour von Ed Sheeran - Druck von Stadionbesitzern?

Kontroverse um "Free Palestine"Aus für Macklemore bei Tour von Ed Sheeran - Druck von Stadionbesitzern?
14.09.2026, 21:35 Uhr
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Eine pro-israelische Organisation startet in den USA eine Petition, weil Macklemore seine Bühne im Vorprogramm von Ed Sheeran für propalästinensische Äußerungen nutzt. Nun lässt Sheeran den Rapper fallen, weil Veranstaltungsorte sich einschalten - offenbar auf Druck eines Stadionbesitzers.
Nach seinen propalästinensischen Äußerungen bei Konzerten von Popstar Ed Sheeran ist US-Rapper Macklemore aus dem weiteren Vorprogramm der Tour des britischen Sängers gestrichen worden. "Ed Sheeran und sein Team haben entschieden, mich von der The Loop Tour auszuschließen", teilte Macklemore in einem Post auf der Plattform Instagram mit. Mehrere Veranstaltungsorte hätten mitgeteilt, dass sie kein Konzert mit Macklemore im Line-up zulassen würden, zitierten US-Medien den Tourveranstalter Messina Touring Group.
Laut Medienberichten hatte der 43-Jährige auf Konzerten etwa gesagt: "Einer der Gründe, warum ich bei dieser Tour mitmachen wollte, war, dass ich hier auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei Worte sagen kann, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine." In einem Clip auf Instagram sagt er etwa: "An alle meine jüdischen Brüder und Schwestern: Kritik an Israel, Kritik an der Apartheid, die Ablehnung von Völkermord - das ist in keiner Weise eine Kritik an euch. Meine Botschaft gilt dem Frieden, der Liebe dafür, dass alle Menschen mit Würde, Respekt und Gleichberechtigung behandelt werden."
Die Organisation Israeli-American Council (IAC) hatte laut Medien daraufhin eine Petition gestartet, in der sie Ed Sheeran dazu aufrief, den Rapper auf seiner Tour nicht weiter auftreten zu lassen.
In seiner ausführlichen Stellungnahme zu der Entscheidung von Ed Sheeran schreibt Macklemore, dass der Milliardär und Eigentümer des NFL-Teams New England Patriots, Robert Kraft, Sheeran angerufen und ihm mitgeteilt habe, dass dieser nicht mit Macklemore im Vorprogramm im Gilette Stadium auftreten dürfe.
Das Stadion gehört zur Unternehmensgruppe "The Kraft Group" von Robert Kraft. Nach Aussage von Macklemore hatte Kraft auch einige andere Stadionbesitzer von seiner Position überzeugt. Gemeinsam hätten sie dem britischen Popstar ein Ultimatum gestellt: "Wenn Macklemore Teil der Tour bleibt, werden wir dir nicht gestatten, in unseren Stadien aufzutreten." Von Ed Sheeran und Robert Kraft gab es zunächst keine Reaktion auf Macklemores Darstellung.
Der Rapper aus Seattle, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty heißt, äußerte Verständnis für die schwierige Position, in der Sheeran sich befunden habe. "Ed befand sich in einer beschissenen Lage. Das war ihm bewusst", schrieb er. Sheerans "typische unpolitische Haltung" sei auf eine Weise infrage gestellt worden, "wie es noch nie zuvor der Fall gewesen war".
"Ich bin kein Opfer"
Der britische Popstar habe ihm erzählt, "dass die Worte 'Free Palestine' und das Bild der palästinensischen Flagge für viele Menschen, mit denen er gesprochen habe, verletzend seien", so Macklemore. "Ich sagte ihm, wenn diese Worte beleidigender seien als die Tatsache, dass Zehntausende palästinensische Kinder von Israel getötet würden, dann gäbe es eine grundlegende Kluft zwischen der Haltung dieser Menschen und meiner eigenen." Sheeran sei im Endeffekt nicht über "seine öffentliche Haltung hinweggekommen: 'Ich ergreife keine Partei'".
Als Opfer wollte sich der Rapper durch das Aus bei Sheerans Tour nicht verstanden wissen. "Ich bin kein Opfer. Ed Sheeran ist kein Opfer. Pink [die US-Sängerin, die Macklemore für seine Haltung kritisiert hatte, Anm. d. Red.] ist kein Opfer. Wir haben Karrieren, Geld, Möglichkeiten, Sicherheit und Publikum auf der ganzen Welt." Die wahren Opfer seien die Palästinenser. "Die Männer, Frauen und Kinder, die getötet, ausgehungert, vertrieben und dazu gezwungen wurden, mit unvorstellbarer Gewalt zu leben." Mehr als 20.000 Kinder seien allein im Gazastreifen getötet worden.
Auslöser für den Gaza-Krieg war das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023, als Kämpfer der Terrororganisation rund 1200 Menschen in Israel töteten und mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden. Seitdem wurden im Gazastreifen Zehntausende Palästinenser durch das israelische Militär getötet. Menschenrechtsorganisationen und UN-Gremien werfen Israel wegen seines Vorgehens Kriegsverbrechen und Völkermord vor.
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