So schützen Sie die Fledermaus im Garten und am Haus
Fledermäuse sind wichtig für das Ökosystem, doch viele Arten sind bedroht. In Auffangstationen werden geschwächte Tiere wieder aufgepäppelt. Wie kann gefundenen Fledermäusen geholfen werden?
28.08.2026 | 4:34 minViele heimische Fledermäuse sind hochbedroht und stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Zu den Gründen zählen das Insektensterben, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust naturnaher Lebensräume wie Hecken, alte Bäume und Baumhöhlen. Besonders belastend sind fehlende Quartiere, in denen die Tiere ungestört schlafen können. Mit einfachen Vorkehrungen können private Haus- und Gartenbesitzer die Säugetiere unterstützen.
Insektenfreundliche Pflanzen setzen
Wer Fledermäusen helfen möchte, sollte vor allem ihren Beutetieren helfen. Alle heimischen Fledermausarten ernähren sich überwiegend von Insekten und Spinnen. Ein naturnaher Garten mit heimischen Wildblumen, Hecken und ungemähten Bereichen schafft Lebensräume für viele dieser Beutetiere.
Die Wiederherstellung von natürlichen Lebensräumen entzerrt Kontaktzonen von Menschen, Wild- und Nutztieren. Das hilft die Entstehung von Zoonosen zu verringern.
25.06.2026 | 6:06 minZusätzlich ziehen bestimmte Nachtblüher Insekten an: Blüten, die in der Dämmerung beziehungsweise nachts geöffnet sind und stark duften - etwa Gewöhnliche Nachtkerze, Echtes Seifenkraut oder Nachtviole - können dafür sorgen, dass mehr Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten unterwegs sind. Auf Insektizide sollte unbedingt verzichtet werden.
Gartenteich als Nahrungsquelle für Fledermäuse schaffen
Ein naturnaher Teich im eigenen Garten schafft ein zusätzliches Nahrungsangebot für Fledermäuse, denn an und über Gewässern leben besonders viele Insekten.
Manche Fledermausarten sind auf solche Jagdgebiete spezialisiert: Wasserfledermäuse jagen beispielsweise bevorzugt über Stillgewässern oder langsam fließenden Gewässern und erbeuten dort unter anderem Mücken, Köcher- und Eintagsfliegen - oft mehrere Hundert pro Nacht.
Gartentränken können Tieren wie Igeln, Vögeln und Insekten durch den Sommer helfen. Tierschützer Christian Ehrlich zeigt, wie man sie selbst baut und worauf man bei der Reinigung achten sollte.
24.07.2026 | 7:34 minAußenlicht nachts reduzieren
Künstliche Beleuchtung kann Fledermäuse und die Insekten, die sie fressen, stören. Besonders ungünstig ist Licht an ihren Schlafplätzen oder an Stellen, wo sie heraus- oder hineinfliegen. Ihre Flugrouten sollten möglichst dunkel bleiben.
Deshalb gilt für Garten und Haus: Außenlicht nur dort einschalten, wo es benötigt wird, und nur so lange wie erforderlich. So bleibt der Lebensraum geschützt und man kann die Tiere auch gut beobachten.
Fledermäuse sind keineswegs blind. Sie können sehen, orientieren sich nachts aber vor allem per Echoortung. Dafür stoßen sie für Menschen meist unhörbare Ultraschallrufe aus. Treffen die Schallwellen auf ein Hindernis oder ein Beutetier, werden sie als Echo zurückgeworfen. Aus diesen Echos können Fledermäuse unter anderem die Richtung und Entfernung eines Objekts bestimmen. Die Ortung ist so präzise, dass sie selbst in völliger Dunkelheit winzigen Insekten im Flug folgen können.
Fledermäuse in Deutschland
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Quartiere von Fledermäusen nicht zerstören
Dachräume, Baumhöhlen und Spalten an Gebäuden können wichtige Fledermausquartiere sein. Bei Sanierungen oder dem Fällen alter Bäume können solche Verstecke verloren gehen.
Wer ein Fledermausquartier am Haus kennt oder vermutet, sollte vor Baumaßnahmen fachlichen Rat einholen. Alle heimischen Fledermausarten sind streng geschützt; auch ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden.
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23.09.2025 | 6:09 minFledermauskasten anbringen
Wenn natürliche Verstecke fehlen, bieten Fledermauskästen zusätzlichen Unterschlupf. Sie sollten stabil an einem ruhigen, trockenen Platz hängen und einen freien Anflug ermöglichen.
Sinnvoll sind mehrere Kästen mit unterschiedlichen Temperaturbedingungen. Allerdings sind vorhandene natürliche Quartiere mit Kästen nicht gleichwertig zu ersetzen.
Die besondere Anatomie der Hinterbeine ermöglicht Fledermäusen, kopfüber zu ruhen, ohne dafür ständig Muskelkraft aufwenden zu müssen. So verbringen sie den gesamten Tag. Ihr Körpergewicht sorgt dafür, dass sich die Krallen an der Unterlage festhalten. Die hängende Position führt zu einer weiteren Besonderheit: Fledermäuse können nicht wie Vögel einfach vom Boden auffliegen. Viele Arten lassen sich deshalb von ihrem Hangplatz fallen und gewinnen dabei sofort die nötige Geschwindigkeit für den Flug.
Internationale Fledermausnacht
:Warum Fledermäuse in Deutschland so bedroht sindImmer weniger Insekten und geeignete Quartiere - Fledermäuse in Deutschland sind teils bedroht. Warum sie Schutz brauchen und was man bei Kontakt mit ihnen beachten sollte.
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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 28.08.2026 ab 09:05 Uhr.
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