Luzerner SVP-Nationalrat Grüter sagt Nein zum Bundesrat

Bislang zwei Kandidaten im Rennen
Luzerner SVP-Nationalrat Grüter sagt Nein zum Bundesrat
Er wurde gedrängt, er hat lange überlegt, jetzt ist klar: SVP-Nationalrat Franz Grüter will nicht Nachfolger von Bundesrat Guy Parmelin werden. Den Ausschlag gab die Familie.
Publiziert: vor 21 Minuten
- Franz Grüter kandidiert nicht für Parmelins Nachfolge
- Der SVP-Nationalrat begründet den Verzicht familiär
- Er fordert Wirtschaftsnähe; Amaudruz und Wyssmann treten an
Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst
Viele hatten ihn ermuntert: Leute aus der Bevölkerung, aus der Wirtschaft, aus der eigenen Partei. Doch der Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter (63) winkt als Bundesratskandidat für die Nachfolge des abtretenden Guy Parmelin (66) ab. Seinen Entscheid erläuterte Grüter in einem Interview mit den Zeitungen von CH Media.
Den Beschluss habe er gemeinsam mit seiner Familie gefasst. Wer Bundesrat werde, stelle sich für viele Jahre fast komplett in den Dienst des Landes. Ein Privatleben gebe es dann kaum noch. «Familie hört nicht auf, wenn die Kinder erwachsen sind», so Grüter sinngemäss. Diesen Preis müsse die ganze Familie mittragen, und dazu sei man nicht bereit.
Seitenhieb an die Wahlleute
Ganz ohne Botschaft verabschiedet sich Grüter aber nicht aus dem Rennen. Der Unternehmer, der eine Firma mit mehreren hundert Angestellten aufgebaut und fast 20 Jahre geführt hat, findet: In den Bundesrat gehört auch jemand aus der Wirtschaft. Wer selbst Löhne zahle und Risiken trage, sehe Bürokratie, Regulierung und Steuern mit anderen Augen. Er hoffe, das Parlament berücksichtige das bei der Wahl.
«SVP fehlt das Personal nicht»
Dass schon mehrere aussichtsreiche Namen abgesagt haben, sei kein Zeichen für ein Personalproblem, betont Grüter. Die Partei habe fähige Leute aus allen Landesteilen. Wen er selbst favorisiert, verrät er nicht. Seine Meinung sage er in der Fraktion.
Offiziell im Rennen sind bisher die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz (47) und der Solothurner Nationalrat Rémy Wyssmann (59). Die Bundesversammlung wählt im Dezember.
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