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Wednesday, October 7, 2026

US-Berufungsgericht: KI-generiertes Video von Opfer „unzulässige Beeinflussung“

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Fast anderthalb Jahre nachdem im US-Bundesstaat Arizona ein Mann für Totschlag zur maximal möglichen Haftstrafe verurteilt wurde, muss das Strafmaß neu festgelegt werden. Vor dem Urteil hatte der Richter ein KI-generiertes Video des Opfers zu sehen bekommen. Das geht aus einer Entscheidung des zuständigen Berufungsgerichts hervor. Das hat jetzt entschieden, dass mit dem Video eine Grenze überschritten worden sei und es den Richter eindeutig unzulässig beeinflusst habe. Die Berücksichtigung des Videos, das der Richter ausdrücklich gelobt hatte, habe dazu geführt, dass der Angeklagte „in einer Weise benachteiligt wurde, die das Strafzumessungsverfahren grundlegend ungerecht gemacht hat“, zitiert 404 noch. Der Schuldspruch selbst bleibt aber bestehen.

In dem Verfahren ging es um die Tötung eines Mannes namens Christopher Pelkey im November 2021 an einer Ampel in der Stadt Chandler in Arizona. Der wurde damals von einem Mann erschossen, der ihn angehupt hatte. Die Schuld des Mannes wurde von einer Jury festgestellt, im Mai 2025 ging es in einer Anhörung darum, das Strafmaß festzulegen. Damals durften unter anderem Angehörige des Opfers zu Wort kommen. Dessen Schwester hat sich dann von ihrem Ehemann und einem Geschäftspartner innerhalb weniger Tage ein KI-generiertes Video erstellen lassen. In dem richtet ein KI-Abbild ihres Bruders von seiner Schwester formulierte Worte an Zuschauende, darunter auch den Angeklagten und den zuständigen Richter selbst.

In der Folge wurde der Angeklagte zur Maximalstrafe von zehneinhalb Jahren Haft verurteilt, der Richter äußerte sich ungewöhnlich positiv. „Ich habe diese KI geliebt“, sagte Richter Todd Lang damals und außerdem: „Ich glaube, dass das echt war.“ Laut einem Bericht hat er sogar um eine Kopie gebeten, um sie Kollegen und Kolleginnen vorzuführen. Das ging dem Berufungsgericht wohl zu weit. Laut 404 hat es sich auf einen Fall berufen, in dem einem Richter die Fotos der Kinder des getöteten Polizisten an dessen Grab gezeigt wurden. Damals sei entschieden worden, dass das fast eine unzulässige Beeinflussung gewesen sei. Das KI-Video habe diese Grenze nun überschritten. Hat die Entscheidung Bestand, werde derselbe Richter nun erneut entscheiden, die Schwester des Opfers möchte sich erneut äußern. Dieses Mal aber ohne das Video, hat sie dem US-Magazin 404 erzählt.

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