EU-Kommission: TikTok gefährdet Psyche der Nutzer
TikTok gefährdet laut EU-Kommission die psychische Gesundheit seiner Nutzer. Brüssel fordert, dass TikTok seinen Algorithmus grundlegend ändern muss, sonst drohen Geldstrafen.
06.11.2026 | 0:25 minTikTok gefährdet seine Nutzer nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission durch die Video-Empfehlungen auf seiner Plattform. Dem Unternehmen drohe eine Strafe, weil sein Algorithmus selbst schutzbedürftigen Nutzern einen endlosen Strom aus personalisierten Videos anzeige, der psychische Probleme verstärken könne, teilte die Brüsseler Behörde mit.
EU-Kommission: Bisherige Maßnahmen nicht wirksam
Die Kommission wirft TikTok vor, dieses Risiko nicht ausreichend eingedämmt zu haben. Der Algorithmus werte Ansehen und Likes als Interesse und spiele danach mehr ähnliche Inhalte aus, die sich um Traurigkeit, Isolation, Gewicht und Körperbild drehten. Die bisherigen Gegenmaßnahmen seien nicht wirksam. Auch der Button "Nicht interessiert" reiche nicht aus, um den Feed zu ändern.
TikTok verspricht Verbesserungen bei der Regulierung von Inhalten. Recherchen zeigen, dass vieles übersehen wird.
25.05.2026 | 2:28 minDie Gefahr des Rabbit-Hole-Effekts
Die sogenannte For You-Page ("Für Dich"-Seite), die besonders schnell Inhalte anzeigen soll, die Nutzer interessieren, steht im Fokus des Verfahrens. Die EU-Kommission verlangt hier Änderungen, da sie sogenannte Rabbit-Hole-Effekte (auf Deutsch: Kaninchenbau-Effekte) befürchtet.
Damit ist gemeint, dass man sich so tief in einem Thema verliert, dass man nicht mehr herausfindet - ähnlich wie sich die Hauptfigur in der Geschichte "Alice im Wunderland" in einem Kaninchenbau verliert. Je länger Nutzende Videos zu einem bestimmten Thema anschauen, desto mehr zeigt ihnen der Algorithmus ähnliche und extremere Videos an.
Diese Funktionsweise kann schädlich sein, wenn es bei derart endlos wiederholten Inhalten zum Beispiel um Traurigkeit, Einsamkeit oder das Körperbild geht.
EU-Kommission
Soziale Medien können zu Sucht-Symptomen führen. "Likes aktivieren Belohnungssysteme", erklärt Psychologe Christian Montag.
18.02.2026 | 12:01 minEU-Kommission sieht Gefahr für Kinder und Jugendliche
Die EU-Kommission teilte mit, der TikTok-Algorithmus personalisiere auf diese Art und Weise selbst Inhalte, die potenziell belastend sein könnten, und gefährde dadurch insbesondere auch Kinder und Jugendliche. Zwar habe TikTok bereits bestimmte Maßnahmen gegen diese Mechanismen ergriffen, diese seien aber nicht wirksam, heißt es in den vorläufigen Ermittlungsergebnissen.
Die EU-Kommission treibt damit das nächste Verfahren gegen die von der chinesischen Firma Bytedance betriebene App voran.
Plattformen gehe es um Gewinnmaximierung. Deshalb sei es nötig, Social Media gesetzlich zu regulieren, sagt Suchtexperte Manfred Patzer-Bönig.
18.02.2026 | 13:19 minWeitere Verfahren wegen Sucht und mangelnden digitalen Schutzes
Gegen TikTok läuft auch ein Verfahren wegen anderer Funktionsweisen der App. So befürchtet die EU-Kommission, dass Minderjährige süchtig werden könnten. Zudem warfen die Brüsseler Internetwächter dem Konzern in einem separaten Verfahren im Juli vor, Kinder und Jugendliche nicht genug vor übergriffigem Verhalten anderer Nutzer zu schützen.
TikTok nutzt nach Einschätzung der EU-Kommission ein süchtig machendes Design.
06.02.2026 | 0:33 minDas Unternehmen hat in allen Verfahren die Möglichkeit, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen oder mit entsprechenden Änderungen die Bedenken der EU auszuräumen. Findet sich keine einvernehmliche Lösung, könnte es für TikTok teuer werden.
Die EU-Kommission würde dann formell einen Verstoß feststellen und könnte eine Strafe von bis zu sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes verhängen. Auch tägliche Strafen wären möglich, um TikTok zum Einlenken zu bewegen.
Dean war bis zu zehn Stunden täglich online. In einer Klinik in Berchtesgaden lernt er Leben ohne Dauer-Scrollen. Laut DAK-Report sind 1,5 Mio. Kinder und Jugendliche suchtgefährdet.
25.03.2026 | 2:58 minKioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.