«Wir haben nicht genug Geld für die notwendige Sanierung»

- Das über 400 Jahre alte Gyrehuus in Witterswil zerfällt, das Dach ist teilweise eingestürzt.
- Die Solothurner Denkmalpflege verlangt eine Sanierung für rund 90'000 Franken.
- Die vier pensionierten Erben können ihren Anteil von je 13'500 Franken nach eigenen Angaben nicht zahlen.
Das Dach ist teilweise eingestürzt, die Fassade bricht ab und seit Jahren steht es leer. Das denkmalgeschützte Bauernhaus in Witterswil SO braucht eine dringende Sanierung. Wie die «Basler Zeitung» zuerst berichtete, verpflichtet die Solothurner Denkmalpflege die vierköpfige Erbengemeinschaft nun dazu. Die Kosten von rund 90'000 Franken können sich die Erben nach eigenen Angaben jedoch nicht leisten.
Das Haus im alten Dorfkern stammt in seinen Ursprüngen aus dem Jahr 1584 und gehört zu den ältesten seiner Art im Kanton Solothurn. Seit mehreren Jahren steht es leer, das Dach ist inzwischen undicht und teilweise eingestürzt.
«Wir sind alle pensioniert und haben nicht genügend Geld, um die notwendigen Reparaturen zu bezahlen.»
Der Kanton übernimmt laut «Basler Zeitung» 40 Prozent der Sanierungskosten. Für die vier Erben bleiben damit je 13'500 Franken. «Wir sind alle pensioniert und haben nicht genügend Geld, um die notwendigen Reparaturen zu bezahlen», sagt Miterbin Odile Werren-Pittet.
Verkauf scheiterte bisher
Die Familie würde das Haus am liebsten an die Gemeinde oder den Kanton verkaufen. Beide winken jedoch ab. Der Kanton sieht keine Verwendung für das Gebäude, die Gemeinde verfüge nicht über die finanziellen Mittel für Kauf und Sanierung.
Auch private Investoren gab es bereits. Sie hätten auf dem umliegenden Land neue Gebäude erstellen wollen, um damit die Sanierung des Gyrehuus zu finanzieren. Die Gemeinde lehnte die geplante Überbauung in dieser Form jedoch ab. Die Investoren zogen sich daraufhin zurück.
Kanton könnte Sanierung anordnen
Für die Denkmalpflege ist klar, dass etwas geschehen muss. «Beim Gyrehuus besteht ein Unterhaltsrückstand», sagt Denkmalpfleger Jürg Hirschi gegenüber der «Basler Zeitung». Das marode Dach schade zunehmend der historischen Substanz.
Als letztes Mittel könnte der Kanton die nötigen Arbeiten selbst anordnen und die Kosten den Eigentümern verrechnen. Zunächst wolle man aber gemeinsam mit der Familie eine andere Lösung finden. Auch die Gemeinde möchte das historische Haus erhalten. Wer die dringend nötige Sanierung am Ende bezahlt, ist jedoch weiterhin offen.
Wie findest du es, dass die Erben das Gyrehuus trotz denkmalgeschütztem Zustand nicht sanieren können?
Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
