Rom für eine Nacht? Hoteliers wollen das verbieten

Ein Wochenende in Rom, eine Nacht in Florenz oder ein spontaner Zwischenstopp in Venedig: Für solche Kurztrips buchen viele Reisende eine Ferienwohnung über Plattformen wie Airbnb. Geht es nach dem italienischen Hotelverband Federalberghi, sollen künftig strengere Regeln gelten.
Verbandspräsident Bernabò Bocca verlangt für Kurzzeitvermietungen dieselben Regeln wie für Hotels. Eine mögliche Alternative wäre aus seiner Sicht eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Nächten. «Solange sie für eine einzige Nacht vermieten dürfen, bewegen sie sich auf unserem Markt und müssen denselben Regeln unterliegen wie wir», sagt Bocca im Interview mit der Nachrichtenagentur ANSA.
Anders als private Ferienwohnungen müssen Hotels in Italien zahlreiche betriebliche Auflagen erfüllen. Dazu gehören je nach Grösse und Region strengere Brandschutzvorschriften, Anforderungen an Personal und Ausstattung sowie zusätzliche Kontrollen.
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«Das ist unfairer Wettbewerb»
Der Hotelpräsident kritisiert vor allem auch, dass private Vermieter ihre Wohnungen gezielt während besonders gefragter Reisezeiten anbieten können, ohne dieselben hohen Betriebskosten wie Hotels tragen zu müssen. «Meiner Meinung nach ist das unlauterer Wettbewerb», sagt Bocca. Ein vollständiges Verbot von Ferienwohnungen verlangt er nicht: «Niemand verlangt, Kurzzeitvermietungen komplett zu verbieten. Aber sie müssen besser reguliert werden.»
Wie gross der Markt inzwischen ist, zeigen Zahlen des Hotelverbands: Im August 2026 waren in Italien rund 572’000 Unterkünfte auf Airbnb ausgeschrieben. Das sind 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Vermieter wehren sich gegen Vorwürfe
Die Kritik kommt bei den Anbietern von Ferienwohnungen nicht gut an. Der italienische Verband der Kurzzeitvermieter AIGAB wirft Federalberghi in einer Mitteilung vom 7. Oktober wiederholte und unangemessene Angriffe auf die Branche vor.
Ferienwohnungen würden häufig andere Bedürfnisse erfüllen als Hotels. Gerade Familien profitierten von mehr Platz, Privatsphäre und niedrigeren Kosten. Ausserdem seien die Einnahmen aus der Vermietung für zahlreiche italienische Haushalte ein wichtiger finanzieller Zustupf.
Was sagt Airbnb?
Airbnb selbst hat sich zur aktuellen Forderung nach einer Mindestaufenthaltsdauer von fünf Nächten bisher nicht geäussert. In einer Medienmitteilung vom 22. November 2024 sprach sich die Plattform allerdings für einen nationalen Rechtsrahmen zur Kurzzeitvermietung aus. «Wir erkennen die Herausforderungen durch den Übertourismus in den historischen Zentren von Städten wie Florenz, Rom und Venedig an», erklärte damals Valentina Reino, Verantwortliche für politische Beziehungen bei Airbnb Italien. Die Vorschriften müssten jedoch auf Daten beruhen, besonders belastete Stadtviertel schützen und gleichzeitig die gelegentliche Vermietung privater Wohnungen ermöglichen.
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Ob die von Bocca geforderte Mindestaufenthaltsdauer tatsächlich kommt, steht noch nicht fest. Die italienische Regierung hat für den 22. Oktober ein Treffen mit Vertretern der Hotel- und Ferienwohnungsbranche angekündigt, bei dem über europäische Regulierungsvorschläge beraten werden soll.
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Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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