Tödlicher Achterbahn-Unfall – sparte Six Flags bei Wartung?

- Hassan Jihad Ibn Kariem (42) wurde in der Achterbahn «Goliath» im Park Six Flags Over Georgia herausgeschleudert und starb.
- Recherchen von CNN dokumentieren technische Probleme, defekte Sicherheitsbügel und Verletzungen bei Parkbesuchern.
- Mehr als 100 frühere Fahrgäste geben Hirnverletzungen nach Fahrten auf X2 an; Six Flags schloss die Bahn Ende September.
Nach dem Tod des 42-jährigen Hassan Jihad Ibn Kariem steht der Freizeitparkkonzern Six Flags unter Druck. Der Mann wurde am Montag aus der Achterbahn «Goliath» im Park Six Flags Over Georgia geschleudert und starb. Die Ursache des Unglücks ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Als Vorsichtsmassnahme nahm Six Flags neun ähnliche Achterbahnen in mehreren Parks vorübergehend ausser Betrieb. Die Sicherheitsvorkehrungen des Konzerns waren bereits zuvor in die Kritik geraten: Recherchen von CNN und Gerichtsunterlagen aus den vergangenen Jahren dokumentieren Berichte über technische Probleme, defekte Sicherheitsbügel sowie Verletzungen von Parkbesuchern.
Six Flags auch von Investoren verklagt
Besonders im Fokus steht die Achterbahn X2 im kalifornischen Six Flags Magic Mountain. Mehr als 100 Fahrgäste geben an, nach Fahrten mit der Attraktion Hirnverletzungen erlitten zu haben. Gegen den Konzern wurden mehrere Klagen eingereicht. Six Flags schloss X2 Ende September dauerhaft. Das Unternehmen erklärte, die Anlage habe wiederholt Sicherheitsprüfungen bestanden; der Entscheid sei wegen des erschütterten Vertrauens der Gäste gefallen.
Auch finanziell steht der Konzern unter Druck. Nach der Fusion mit Cedar Fair im Jahr 2024 kämpft Six Flags mit hoher Verschuldung und schwächeren Besucherzahlen. In Investorenklagen wird dem Unternehmen zudem vorgeworfen, vor dem Zusammenschluss Wartungsarbeiten und Modernisierungen aufgeschoben sowie Stellen abgebaut zu haben. Six Flags weist die Kritik zurück und betont, seine Inspektions-, Wartungs- und Sicherheitsverfahren entsprächen den Branchenstandards oder überträfen diese.
In Atlanta trauern die Menschen um den 42-jährige Kariem. Er sei «ein geschätztes Mitglied» einer öffentlichen Schule gewesen, zitierten mehrere US-Medien aus einer Erklärung seines Arbeitgebers. Die Schüler, Mitarbeiter und all jene, deren Leben der Mann berührt habe, würden seine Anwesenheit und sein Wirken zutiefst vermissen, hiess es zum Schluss.
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
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Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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