Mehr als Videospiele: Microsoft gründet neue Xbox-Sparte
Microsoft gründet mit XP eine neue Sparte, die bekannte Xbox-Marken über Videospiele hinaus vermarkten soll. Sie gliedert sich in die vier Bereiche Xbox Pictures, Products, Places und Partnerships und bündelt Aktivitäten rund um Film- und Serienadaptionen, Fanartikel, Live-Veranstaltungen und Freizeitparks sowie Markenkooperationen. Dabei führt Microsoft bisher auf verschiedene Xbox-Teams verteilte Aktivitäten zusammen. Das Kürzel spielt auf die aus Spielen bekannten Erfahrungspunkte („Experience Points“) an.
Die Leitung übernimmt Kayleen Walters, bisher Chefin des „Minecraft“-Entwicklers Mojang. Sie war ausführende Produzentin des „Minecraft“-Films und arbeitete zuvor 13 Jahre bei Lucasfilm.
Film- und Serienadaptionen als Wachstumstreiber
Dass Film- und Serienadaptionen das Interesse an den zugrunde liegenden Videospielen steigern können, illustriert Microsoft mit eigenen Nutzungszahlen: Während der ersten Staffel der Amazon-Serie „Fallout“ verfünffachten sich die gespielten Stunden der „Fallout“-Titel im Game Pass und nach dem Kinostart des „Minecraft“-Films lag die Zahl der wöchentlich aktiven Spieler im Jahresvergleich um mehr als 75 Prozent höher.
An Projekten mangelt es nicht: Die „Fallout“-Serie soll eine dritte Staffel bekommen. Geplant sind auch ein „Call of Duty“-Kinofilm mit Peter Berg und Taylor Sheridan sowie eine animierte „Diablo“-Serie für Netflix. Für 2027 ist außerdem ein „Minecraft“-Themenbereich im britischen Freizeitpark Chessington World of Adventures in Arbeit.
Neuer Anlauf inmitten des Xbox-Umbaus
Xbox-Chefin Asha Sharma hatte bereits im Juni das Ziel ausgegeben, Microsofts Spielesparte bis 2030 zum weltweit führenden Gaming- und Unterhaltungsunternehmen zu machen.
Im Film- und Fernsehgeschäft ist Microsoft allerdings schon einmal gescheitert: 2012 gründete der Konzern die Xbox Entertainment Studios für eigene TV-Produktionen, schloss sie aber bereits 2014 wieder.
Dieses Mal setzt Microsoft auf ein anderes Modell: Für Film- und Serienadaptionen will der Konzern mit externen Produktionspartnern zusammenarbeiten. XP selbst sei keine Produktionsfirma, teilte Microsoft GamesBeat mit.
Die Gründung der neuen Sparte fällt mitten in einen umfangreichen Umbau des Xbox-Geschäfts. Unter Sharma konzentriert Microsoft die Spieleentwicklung stärker auf große Marken, legt Studios zusammen und baut Personal ab. Seit Juli hat Microsoft knapp 1900 Stellenstreichungen angekündigt, bis Mitte 2027 sollen insgesamt 3200 wegfallen.
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