Globaler Tierbestand nimmt weiter dramatisch ab
Viele Wildtierbestände nehmen laut WWF weiter stark ab. Ein Grund ist der Verlust von Lebensraum.
08.10.2026 | 0:25 minViele Wildtierbestände der Erde nehmen einem WWF-Bericht zufolge weiterhin dramatisch ab. Von 1970 bis 2022 seien die darin erfassten Wirbeltierpopulationen im Durchschnitt um 73 Prozent geschrumpft.
Die größten Rückgänge seien in Flüssen, Seen und anderen Süßwasserlebensräumen zu verzeichnen, berichtet die Naturschutzorganisation. Hier gab es demnach einen Rückgang von durchschnittlich 85 Prozent.
Dämme, Verschmutzung und Überfischung machen wandernden Süßwasser-Fischarten weltweit immer mehr zu schaffen. Laut UN haben die Populationen seit 1970 um mehr als 80 Prozent abgenommen.
24.03.2026 | 0:50 minAn Land gebe es einen Rückgang von 69 Prozent, in den Meeren von 59 Prozent, so der WWF. Der Grund sei menschengemacht. Lebensmittelproduktion, Energieversorgung und das Finanzsystem seien zu großen Teilen für den Verlust von Lebensraum und dessen Verschlechterung verantwortlich.
Der anhaltende Verlust von Lebensräumen wie Wäldern ist einer der Motoren dieser Entwicklung, so der WWF. Schätzungsweise 420 Millionen Hektar Wald seien zwischen 1990 und 2020 vernichtet worden. Oft werde die Fläche für die Landwirtschaft umgewandelt.
Weltweit sind eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Auf den Verlust der biologischen Vielfalt soll der Weltartenschutztag aufmerksam machen.
03.03.2026 | 0:25 minSüßwassertiere stärker bedroht als Tiere im Meer
In den Ozeanen vollziehe sich der Rückgang der Tierbestände etwas langsamer. Niedrigere Fangquoten und verstärkte Kontrollen hätten etwa bei bestimmten Thunfischarten dazu beigetragen, den starken Negativtrend umzukehren. Negativ sei die Entwicklung dagegen weiterhin bei vielen Haien und Rochen.
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Schlechter sieht es laut WWF bei Arten aus, die in Süßwasser leben. Sie sind zahlreichen Umwelteinwirkungen des Menschen ausgesetzt, wie Gewässerverschmutzung, Übernutzung, Kanalisierung und Dammbauten. Diese bedrohen Fischbestände. Von Infrastrukturprojekten sind außerdem andere Arten wie Flusspferde, Otter, Krokodile und große Schildkröten betroffen.
Fischernetze liegen tonnenweise auf dem Meeresgrund und werden zu tödlichen Fallen. Eine Taucherin berichtet bei ZDFheute live.
27.04.2026 | 12:43 min"Der Abwärtstrend lässt sich umkehren"
Wie jede andere Spezies sei auch der Mensch auf Biodiversität angewiesen, betont der WWF in seinem Bericht. Sie versorge uns mit Nahrung, Wasser und sauberer Luft. "Ohne die biologische Vielfalt auf diesem Planeten fehlen Lebensmittel, Medikamente, sauberes Wasser und sichere Orte zum Leben", sagte Kathrin Samson, Vorständin Naturschutz beim WWF Deutschland. Sie sieht jedoch Grund zur Hoffnung:
Der Abwärtstrend lässt sich umkehren, wenn wir den Schutz der Natur verbindlich in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verankern.
Kathrin Samson, WWF Deutschland
Die negative Entwicklung betreffe nicht alle erfassten Tierbestände, so Samson. Rund die Hälfte der erfassten Populationen schrumpfe nicht, sondern sei stabil oder wachse. Da aber viele Populationen sehr stark zurückgehen, kam der Index auf den Rückgang von durchschnittlich 73 Prozent.
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Der Bericht zeige, dass gezielte Schutzmaßnahmen etwa auch für die Grüne Meeresschildkröte, den Tiger und einzelne Elefantenbestände im südlichen Afrika eine Erholung ermöglichen können. Entscheidend seien häufig politischer Wille und eine Zusammenarbeit von Regierungen, Naturschutzorganisationen und der lokalen Bevölkerung.
In Kasachstan werden erstmals wieder Tiger angesiedelt. Vier Sibirische Tiere aus Russland sollen den verschwundenen Kaspischen Tiger ersetzen. Das Projekt wurde über Jahre vorbereitet.
04.08.2026 | 1:10 minLiving Planet Index als Datengrundlage
Zentrale Datengrundlage für den Living Planet Report ist der von der Zoologischen Gesellschaft London erstellte Living Planet Index. Er erfasst die Größe von Wirbeltierbeständen weltweit seit 1970. Darin sind 5.790 Arten von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Reptilien und Amphibien vertreten. Damit enthält er laut WWF Daten zu etwa 7,4 Prozent aller bekannten Wirbeltierarten.
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