K. o. nach 1 Minute und 51 Sekunden – «Werde ich nie vergessen»

Darum gehts
- Der Zürcher Muay-Thai-Fighter Dani Rodriguez (28) hat in der Berner Wankdorfhalle einen WM-Titel geholt.
- Er bezwang den thailändischen Star-Fighter Petchmorakot mit einem Lebertreffer per technischem K.o. nach 1 Minute und 51 Sekunden.
- Rodriguez hält nun zwei Rajadamnern-WM-Titel (bis 70 und bis 72,5 kg) und weist eine Bilanz von 51 Siegen aus 52 Kämpfen auf.
«Jeder Kampf ist immer der grösste Kampf.» Das sagte Dani Rodriguez vor dem Muay-Thai-Kampf gegen den thailändischen Star-Fighter Petchmorakot gegenüber 20 Minuten. Auch versprach er, dass er seinen Gegner K. o. schlagen werde. Und ja, was soll man sagen: ein Mann, ein Wort.
1 Minute und 51 Sekunden ging der Fight, da war er auch schon wieder vorbei. Der Zürcher Fight-Superstar traf seinen Gegner brutal in die Lebergegend. Petchmorakot ging zu Boden und musste aufgeben. Technischer K. o.! Die Ekstase in der Berner Wankdorfhalle kannte keine Grenzen mehr.
«Dieses Homecoming werde ich nie vergessen»
Rodriguez siegte und holte sich damit den Rajadamnern-Titel bis 72,5 Kilogramm. Der 28-Jährige hält damit zwei Rajadamnern-WM-Titel inne, jenen bis 70 Kilogramm – und nun auch noch jenen bis 72,5. Seine Bilanz mit 51 Siegen aus 52 Kämpfen: unglaublich.
Gegenüber 20 Minuten meint Rodriguez, der von seinem Sport leben kann und von einem Millionenkampf träumt: «Vor fünf Jahren habe ich das letzte Mal in der Schweiz gekämpft und wurde Europameister.» Danach seien fünf unglaublich intensive Jahre in Bangkok gekommen.
«Jetzt zurückzukommen und vor 3000 Menschen, meiner Familie, meinen Freunden und der ganzen Schweizer Muay-Thai-Szene zu kämpfen, war unglaublich emotional. Diese Unterstützung hat mir im Ring extrem viel Kraft gegeben. Dieses Homecoming werde ich nie vergessen», so Rodriguez.
«Das hat vor mir noch niemand geschafft»
«Zwei Rajadamnern-Titel in zwei verschiedenen Gewichtsklassen – das hat vor mir noch niemand geschafft. Für mich ist damit ein riesiger Traum wahr geworden», erklärt der Thaibox-Superstar weiter und spricht dann auch den entscheidenden Schlag an.
«Ich analysiere meine Gegner in der Vorbereitung sehr genau: ihren Kampfstil, ihre Bewegungen und ihre Körperhaltung. Petchmorakot ist wie ich Linkshänder und Rechtsausleger – diese Konstellation ist sehr selten», sagt Rodriguez. «Genau deshalb haben wir diesen technischen Schlag im Training immer wieder geübt. Im Kampf hat sich dann genau diese Lücke zur Leber geöffnet – und der Schlag sass perfekt.»
Es gab eine traditionelle Wai-Kru-Zeremonie
Der Kampf fand in der Wankdorfhalle in Bern statt. Es war das erste Mal, dass die Rajadamnern World Series ein Stück Bangkok nach Bern brachte. Offizielle aus Thailand reisten an, es gab die traditionelle Wai-Kru-Zeremonie und erstmals in der Schweiz Muay-Thai-Musik live. Kurzum: Es war ein Spektakel.
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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