Donnerstag: Meta zeigt neue Smart-Glasses-Generation, Justiz gegen Kamerabrillen
Meta baut weiter auf Smart Glasses und erweitert die Produktpalette, darunter ein Modell mit leichterer Fassung und ohne Kamera. Hinzu kommt ein neuer, persönlicher KI-Agent. Brillen mit Kamera haben allerdings oft ein Datenschutzproblem. In Frankreich ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Paris, weil Frauen in der Öffentlichkeit heimlich mit vernetzten Brillen gefilmt werden – oft in provozierten Situationen. Und im Bundestag soll eine eigene KI-Anwendung die bisherige unregulierte „Schatten-KI“ ablösen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Der Facebook-Konzern Meta hat auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz Connect 2026 gemeinsam mit dem Brillenkonzern EssilorLuxottica die bislang größte Ausweitung seiner Smart-Glasses-Palette vorgestellt. Zum Start der neuen, kompakten VR-Brille namens „Meta VR Glasses“ kündigt Meta zudem mehrere neue VR-Spiele an. Insgesamt sollen bis Jahresende mehr als 100 Varianten unter den Marken Ray-Ban, Oakley und Meta Glasses verfügbar sein, darunter auch ein neues Modell mit leichterer Fassung und ohne Kamera. Zudem will Meta seine Smart Glasses künftig mit dem KI-Agenten Muse ausstatten. Connect 2026: Meta zeigt neue Smart-Glasses-Generation mit und ohne Kamera
Um smarte Brillen mit Kamera gibt es immer wieder Datenschutzdebatten. Doch nicht nur das. Vernetzte Brillen mit Kamera werden zunehmend für unerwünschte Aufnahmen genutzt. Die Täter sprechen fremde Frauen oder Mädchen auf der Straße an und provozieren unangenehme Situationen. Aus dem Zusammenhang gerissene, bloßstellende Aufnahmen werden nicht selten über soziale Netze veröffentlicht. Das hat in Frankreich nun die Justiz auf den Plan gerufen. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat in mehreren Fällen Ermittlungen aufgenommen. Dabei geht es nicht mehr nur um datenschutzrechtliche, sondern auch strafrechtliche Aspekte. Frauen heimlich mit Kamerabrille gefilmt: Frankreichs Justiz ermittelt
Als freie Mandatsträger sind Bundestagsabgeordnete der Verwaltung gegenüber nicht weisungsgebunden, d. h. ihnen kann die Nutzung externer Werkzeuge, beispielsweise externer KI-Agenten, nicht verboten werden. Um die damit verbundenen Risiken einzudämmen, will die Bundestagsverwaltung eine sichere Alternative schaffen. Der Deutsche Bundestag treibt daher die Einführung einer eigenen KI-Anwendung voran. Eine maßgeschneiderte KI-Lösung soll Abgeordneten und Verwaltung die Arbeit erleichtern und gleichzeitig strikte Datenschutzstandards im Parlament garantieren. Bis Ende des Jahres soll der neue KI-Chatbot für Abgeordnete und Personal einsatzbereit sein. Bundestags-KI: Eigener Chatbot soll Schatten-KI im Parlament ablösen
Lithografie-Systemen sind zur Produktion moderner Chips notwendig. Das einzige Unternehmen, das Systeme mit extrem-ultravioletter (EUV-)Belichtungsquelle in Serie herstellen kann, ist ASML aus Holland. Aufgrund von Exporteinschränkungen darf die niederländische Firma nach China nur alte Lithografie-Systeme verkaufen. Für die Einschränkungen ist wohl vor allem Druck aus den USA verantwortlich. EUV-Geräte sind für China beispielsweise seit ihrer Einführung tabu. Regierungen und Hersteller aus aller Welt buhlen um lokale Fertigungskapazität von ASML. Insbesondere China dürfte großes Interesse haben, ASML ins eigene Land zu locken. Der niederländische Konzern beklagt derweil geringes Interesse in Europa. ASML: Chinas rote Teppiche sind „röter als rot“
Das Nancy Grace Roman Space Telescope wurde Ende August ins All geschossen. Es soll die beiden Weltraumteleskope James Webb und Euclid ergänzen. Mit dem Weltraumteleskop Roman wollen Forscher unter anderem Erkenntnisse über Dunkle Materie erlangen und nach bisher unbekannten Exoplaneten suchen und diese erforschen. Das Teleskop hat seinen endgültigen Standort zwar noch nicht erreicht; dennoch hat die US-Raumfahrtbehörde NASA die beiden Instrumente des neuen Weltraumteleskops in Betrieb genommen. Die 300-Megapixel-Kamera funktioniert. US-Weltraumteleskop Roman schickt erste Bilder zur Erde
Auch noch wichtig:
- Amtliche Bescheide ganz ohne Beamte, erstellt von einer KI. Das wird in Österreich legalisiert. Zudem ziehen Chatbots in die Amtsstuben ein. KI-Bescheide ohne menschliches Zutun in Österreich
- Die Nikon Z5IIC übernimmt viel Technik der Z5II, verzichtet aber auf den Sucher. Bereits Mitte Oktober soll sie in den Handel kommen. Nikon Z5IIC: Kompakte Vollformatkamera ohne Sucher vorgestellt
- Das ZenDiS hat ein Partnerprogramm für openDesk gestartet. Privatwirtschaftliche Cloud-Anbieter können so eigene Angebote aufbauen. Enorme Nachfrage nach openDesk – Partnerprogramm startet jetzt
- In London steuert Wayves AI Driver automatisierte Taxis. Künftig soll er auch Autos von Mercedes-Benz steuern. Mercedes-Benz will Serienfahrzeuge mit dem Wayve AI Driver ausstatten
- Logitech hat die Gaming-Maus G502 X überarbeitet. In Europa bekommt sie einen austauschbaren Akku – auch wenn Logitechs Gaming-Chef davon nicht viel hält. Logitech bringt erste Mäuse mit Wechselakku nach Europa
- Ein Start-up will die Datenschutzbedenken bei Smart Glasses zerstreuen und eliminiert Kamera, Display und das Speichern von Audioaufzeichnungen. Alternative zu Meta Ray-Ban: Vonder zeigt Smart Glasses ohne Kamera und Display
- Das Bundeskabinett hat den Entwurf für ein neues Kassengesetz beschlossen. Ab 2028 soll die Papierbon-Pflicht fallen und digitale Belege zum Standard werden. Ab 2028: Bundeskabinett beschließt Ende der Kassenbon-Pflicht
- Logitech will KI in einem USB-Mikrofon unterbringen. Gedacht ist es auch für „ASMRtists“, die um das Mikrofon herum rascheln. Das Blue Yeti bekommt nach 17 Jahren einen offiziellen Nachfolger
- Motorola hat das Signature 27 angekündigt. Das High-End-Smartphone setzt auf den Snapdragon 8 Elite und dürfte als erstes Modell GrapheneOS unterstützen. Signature 27 ist wohl Motorolas erstes Smartphone mit GrapheneOS-Support
- Microsoft verteilt Update-Vorschauen für Windows 11. Sie testen die nicht sicherheitsrelevanten Bestandteile des Patchday-Flickens. Windows-Update-Vorschau killt lokale PC-zu-PC-Migration
- Ein ESP32 wertet Audiosignale aus und stellt deren Frequenzanteile in Echtzeit mit bis zu 32 Balken auf einem CrowPanel dar. ESP32 macht Audiospektrum auf 3,5-Zoll-Display sichtbar
- Autobauer Nissan stellt den Pixo vor, einen elektrischen Kleinstwagen, der sich auf Stadtnutzung konzentriert und rund 20.000 Euro kosten dürfte. Nissan Pixo: Kleines Elektroauto für den Stadtverkehr
- Die Kommunikations- und Groupware-Plattform grommunio Web 5.0 bringt OpenPGP-Unterstützung, eine neue Befehlspalette und eine verbesserte Outlook-Integration. Freie Exchange-Alternative: grommunio Web mit OpenPGP
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