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Thursday, October 1, 2026

Umgang mit Migrationskrisen: Frontex-Chef will keine Verantwortung in Fällen wie Ceuta

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Umgang mit MigrationskrisenFrontex-Chef will keine Verantwortung in Fällen wie Ceuta

01.10.2026, 11:55 Uhr

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Ende Juli waren rund 72.000 Migranten nach Ceuta gekommen - das löste eine diplomatische Krise mit Schuldzuweisungen zwischen den EU-Staaten aus. (Foto: picture alliance / AP Photo/Antonio Sempere)

Krisen wie in der spanischen Exklave Ceuta will die EU künftig verhindern. Aber wie? Der Chef der Grenzschutzagentur Frontex plädiert für eine bessere Früherkennung. Eine Übernahme der Einsatzleitung lehnt er dagegen klar ab.

Nach der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta muss die Europäische Union nach Ansicht des Chefs der EU-Grenzschutzagentur Frontex ein besseres Bewusstsein für die Lage an den Außengrenzen entwickeln. Es gehe darum, Entwicklungen früh zu erkennen - etwa mit Hilfe von Satelliten, Flugzeugen, Beobachtern vor Ort und Informationen aus sozialen Medien, sagte Direktor Hans Leijtens in Brüssel. Er betonte, vieles sei bereits vorhanden, müsse aber besser verknüpft werden.

Gleichzeitig sagte der Niederländer, dass es sich in Ceuta nicht um einen klassischen Grenzvorfall gehandelt habe. Die Ereignisse an der nordafrikanischen Küste seien aus seiner Sicht eher ein "Problem der öffentlichen Ordnung" gewesen. Viele derer die über die Grenze gekommen seien, hätten nicht mit einer Flucht bis nach Europa geplant und seien eher opportunistisch gewesen. Leijtens fügte hinzu: "Die Tatsache, dass so viele Menschen ihr Leben verloren haben, ist absolut erschreckend und etwas, das wir verhindern sollten." Nach Angaben örtlicher Behörden kamen mindestens 100 Menschen ums Leben.

Einer anderen politischen Forderung erteilte der Direktor der EU-Grenzschutzagentur eine Absage: Eine Übernahme der Einsatzleitung durch Frontex in einer Lage wie der Krise in Ceuta hält Leijtens nicht für sinnvoll. Für den Schutz der Außengrenzen seien weiter die Mitgliedstaaten zuständig. Frontex könne sie unterstützen, aber nicht ihre Verantwortung übernehmen. Er gehe davon aus, dass sich daran auch mit dem für Ende Oktober erwarteten Vorschlag der EU-Kommission für ein neues Frontex-Mandat nichts ändere.

Ende Juli waren rund 72.000 Migranten nach Ceuta gekommen und hatten eine diplomatische Krise mit Schuldzuweisungen zwischen den EU-Staaten ausgelöst. Danach hatte etwa der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, gefordert, Frontex müsse in solchen Fällen die Kommandogewalt bekommen.

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner teilte bereits am Dienstag mit, dass Frontex mit einer schnellen Eingreiftruppe ausgestattet werden soll. Die Grenzschutzagentur müsse innerhalb von 24 Stunden dort sein können, wo die Krise tatsächlich stattfinde, sagte Brunner bei der Vorstellung eines Aktionsplans zur Sicherung der EU-Außengrenzen. Das Frontex-Personal soll aber demnach weiterhin nur zum Einsatz kommen, wenn ein Mitgliedsland es anfordert.

Brunner kündigte überdies an, die Grenzschutzagentur solle auch bei Abschiebungen eine größere Rolle spielen. Laut Aktionsplan soll die Behörde dafür mehr geschultes Personal bekommen, das in allen Phasen der Rückführung unterstützen könnte. Genannt wird etwa die Identifikation von Ausreisepflichtigen oder Koordinierung von Abschiebeflügen. Grundsätzlich unterstützen Frontex-Beamte in Deutschland und anderen Mitgliedsländern schon jetzt bei der Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern.

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