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Friday, October 16, 2026

KI im Recruiting: Wie McKinsey Bewerbende mit Chatbots testet

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Künstliche Intelligenz kommt nicht mehr nur beim Schreiben von Bewerbungen und beim Bewerten derselben durch Personalverantwortliche zum Einsatz. Auch im nachfolgenden Bewerbungsprozess nimmt KI jetzt ihren Platz ein. So ist es zumindest seit Herbst 2024 in den nordamerikanischen Büros des Beratungsunternehmens McKinsey. Dort müssen sich Bewerberinnen und Bewerber im ersten Schritt dem Gespräch mit einer KI stellen.

Wie das Wall Street Journal berichtet, handelt es sich dabei nicht um Gespräche per Zoom-Call, sondern vor Ort in den Büros des Beratungsunternehmens. Die Kandidatinnen und Kandidaten sprechen etwa zehn Minuten lang mit einer KI, die eine Kundin oder einen Kunden imitiert. Währenddessen sollen sich andere Personen mit im Raum befinden, um die Entscheidungen der Bewerbenden zu überwachen und zu bewerten. Die KI selbst soll keinerlei Bewertung am Ende des Prozesses abgeben.

Zudem wurde die KI nicht speziell darauf trainiert, besonders knifflige Fragen zu stellen oder cholerische Kundinnen und Kunden nachzuahmen, um die Bewerbenden unter Druck zu setzen. Stattdessen sollen damit Alltagsszenarien abgedeckt werden, die die Interessierten in ihrem potenziellen Job immer wieder vorgesetzt bekommen.

Saleem Zafar, McKinsey-Partner und einer der Mitverantwortlichen für das KI-Projekt, sagte dazu: "Die Dinge, auf die ich achte, sind: Haben Sie wirklich zugehört, als es um wichtige Dinge ging? Haben Sie anhand dieser Informationen gehandelt? Oder haben Sie alles nur schnell abgewickelt? [...] Was wir wissen wollen, ist, wie Sie auf sich verändernde Stimuli reagieren."

Als Beispiel nennt Zafar dafür einen theoretischen Fall einer Stadt, die sich bei McKinsey Rat für den Bauplatz eines neuen Stadions einholen möchte. In diesem Fall würde die KI die Rolle der Bürgermeisterin übernehmen: "Die Bürgermeisterin hätte dabei einige Dinge zu sagen, die ihr wirklich wichtig sind, und sie will Ihre Empfehlungen. Aber während Sie die Empfehlungen aussprechen, könnte sie weitere Sorgen äußern oder zusätzlichen Kontext einfließen lassen."

Zunächst soll das KI-Tool bei McKinsey eingesetzt werden, um Studierende zu bewerten, die sich auf eine Position in der Business-Analyse bewerben. Voraussichtlich wird es dabei Hunderte Kandidatinnen und Kandidaten geben, die den Job haben möchten und mit einer KI sprechen werden. Sollten sich die Tests als effektiv erweisen, plant McKinsey, sie im nächsten Jahr auch für andere offene Jobpositionen zu nutzen.

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