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Tuesday, September 29, 2026

Signa-Pleite – Finma stellt Verstösse bei Julius Bär fest

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  • Die Finanzmarktaufsicht Finma hat ein Verfahren gegen die Bank Julius Bär im Zusammenhang mit der Signa-Pleite abgeschlossen.
  • Das Institut habe in schwerer Weise gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen verstossen, heisst es in einer Mitteilung.
  • Die Bank Julius Bär kann nun von regulatorischer Seite einen Schlussstrich unter die Signa-Pleite ziehen.

Laut Finma hat die Bank schwer gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen, insbesondere in den Bereichen Risikomanagement und Geldwäschereibekämpfung, verstossen. Die Untersuchung stand im Zusammenhang mit Krediten an Signa sowie mit Kundenbeziehungen zu zwei politisch exponierten Personen aus Russland, wie die Finanzaufsicht nach Abschluss ihrer Untersuchung mitteilte. Es war bereits das fünfte von der Finma gegen Julius Bär eingeleitete Verfahren innerhalb von weniger als zehn Jahren, erklärte die Behörde.

Allerdings habe die Bank bereits viele von der Finma auferlegte Sofortmassnahmen ergriffen, räumt die Finma ein. Nicht zuletzt habe Julius Bär auf Aufforderung der Finma im Jahr 2025 ihren Risikoappetit neu definiert.

So habe sie sich von gewissen Kunden getrennt und auch das Geschäft mit privaten Unternehmenskrediten (Private Debt) eingestellt. Zudem habe die Bank den personellen Wandel auf Verwaltungsrats- und Geschäftsleitungsstufe vollzogen.

Mann in einem beigen Mantel sieht auf ein Schild an einer Wand.
Legende: Die Schweizer Bank habe schwer gegen Regeln verstossen, stellt die Finma fest. KEYSTONE/Ennio Leanza

Die Untersuchung der Finma war von dem hohen Kreditabschreiben von Julius Bär auf die Darlehen an den gescheiterten Immobilienkonzern Signa des österreichischen Investors René Benko im Jahr 2024 ausgelöst worden. Die Bank musste damals Kredite über mehr als 600 Millionen Franken abschreiben.

Bis zum Abschluss des Prozesses muss Julius Bär zudem noch zusätzliche Eigenmittel von 250 Millionen Franken halten. Ausserdem zieht die Finma einen Gewinn von rund zehn Millionen Franken ein, die Julius Bär im Zusammenhang mit den beiden Kunden erzielt habe.

Julius Bär bestätigt Abschluss

Die Bank selbst nimmt den Abschluss zur Kenntnis und «anerkennt die Schlussfolgerungen», wie die Bank gleichentags mitteilte. Sie verweist darauf, dass sich die Angelegenheiten ereigneten, bevor das heutige Führungsteam ernannt wurde. Dieses habe inzwischen eine Reihe von Massnahmen ergriffen, um die Altlasten anzugehen.

Die Bank setze nun Strategiezyklus 2026 bis 2028 planmässig fort und halte auch an ihren Mittelfristzielen fest. Die Finma-Forderung, zusätzliches Kernkapital (CET1) in Höhe von 250 Millionen Franken zu halten, resultiert in einer faktischen Mindestanforderung für die Kapitalquote.

Vom Abschluss sollen nun auch die Aktionäre profitieren: Die Bank habe nun bei der Finma einen Antrag zur Durchführung eines Aktienrückkaufprogramms gestellt, heisst es.

Verfahren gegen ehemalige Führungsriege

Für das alte Julius-Bär-Management ist derweil die Angelegenheit noch nicht abgeschlossen: Die Finma hat laut der Mitteilung nun Verfahren gegen drei ehemalige Mitarbeitende der Bank eröffnet, die «möglicherweise für die Verletzung von aufsichtsrechtlichen Bestimmungen oder internen Weisungen verantwortlich» sind. Namen nennt sie allerdings keine.

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