Die Migros bleibt auf 24 Filialen ihres deutschen Sorgenkinds hocken

Dämpfer beim Tegut-Verkauf
Die Migros bleibt auf 24 Filialen ihres deutschen Sorgenkinds hocken
Das deutsche Bundeskartellamt genehmigt den Verkauf von 178 Tegut-Märkten an Edeka, doch 24 Standorte bleiben bei Migros Zürich. Die will der orange Riese unbedingt loswerden.
Publiziert: 28.09.2026 um 19:18 Uhr
Aktualisiert: 28.09.2026 um 20:24 Uhr
- Das deutsche Bundeskartellamt erlaubt Verkauf von 178 Tegut-Märkten durch Migros an Edeka
- 24 Filialen bleiben vorerst bei Migros 570 Millionen Franken Verlust seit Tegut-Übernahme durch Migros Zürich
In unserem Nachbarland zeichnen sich wenig erfreuliche Nachrichten für den orangen Riesen ab. Das deutsche Bundeskartellamt hat nach einem monatelangen Verfahren zwar den Verkauf von 178 Tegut-Märkten, 41 Teo-Standorten, einem Logistikzentrum und der Bäckerei Herzberger freigegeben. An 24 Tegut-Märkten bleibt die Migros-Genossenschaft Zürich jedoch vorerst sitzen.
Für die Migros ist die heutige Entscheidung mit Aufatmen verbunden. «Dank der kartellamtlichen Bewilligung herrscht nun für den grössten Teil der Tegut-Standorte Klarheit», so Patrik Pörtig, Geschäftsleiter der Migros Zürich, in einer Stellungnahme. «Gleichzeitig bedauern wir, dass aufgrund des verschärften Prüfungsmassstabs nicht alle vorgesehenen Standorte freigegeben wurden.»
Migros will die verbleibenden Märkte loswerden
Die Migros Zürich will aber nicht auf den verbleibenden Sorgenkind-Märkten sitzenbleiben. «Standorte, für die bisher noch kein Erwerber gefunden wurde, werden in einem weiteren, aktuell laufenden Bietverfahren angeboten», heisst es von der Genossenschaft. Das Aus für die Tegut-Zentrale im hessischen Fulda soll am 31. März 2027 erfolgen. Unternehmensbereiche ohne Käufer werden dann abgewickelt.
Edeka darf die Filialen jedenfalls nicht mehr kaufen: Der Kauf wird dem deutschen Detailhandelsriesen nun für vier Jahre verwehrt. Damit soll verhindert werden, dass die deutschen Konsumentinnen und Konsumenten in der Region mangels Konkurrenz draufzahlen. Das hält das Bundeskartellamt für notwendig, weil inzwischen mehr als 90 Prozent des deutschen Lebensmittelmarkts von nur vier Giganten dominiert werden: Aldi, Lidl mit ihrer Grossflächentochter Kaufland, Rewe sowie der klaren Nummer eins mit rund 30 Prozent Marktanteil, Edeka.
570 Millionen Franken Verlust
Das Verfahren ist nicht das letzte vor dem Bundeskartellamt, das die Migros durchstehen muss. Während die Übernahme von 36 Standorten durch den deutschen Tante-Emma-Pionier Tante Enso im Juni freigegeben wurde, wird die Übernahme weiterer Filialen durch den Rivalen Rewe noch geprüft.
Den Rückzug aus Deutschland hat die Migros Zürich im März verkündet. Durch Tegut hatte die Genossenschaft dort über 7400 Angestellte in 340 Filialen, im Logistikzentrum und in der Zentrale. Der Konzern war ein harter Sanierungsfall: Bis auf wenige Ausnahmen sorgte er jährlich für hohe Abschreiber und rote Zahlen bei der Migros Zürich. Insgesamt musste sich die Genossenschaft seit der Übernahme Stand März 570 Millionen Franken ans Bein streichen.
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