Como demütigt ManUtd, einer denkt aber an den Abstieg

- Der italienische Club Como, 2017 noch in der vierten Liga, spielt jetzt in der Champions League.
- Hinter dem Aufstieg stehen die indonesischen Milliardärsbrüder Hartono, die den Club nach zwei Konkursen übernahmen.
- Trainer Cesc Fàbregas prägt den Club und ist in Kaderplanung und Transfers involviert.
Regen und kalter Wind. Bei englischem Wetter schreibt Como am Mittwochabend sein eigenes Märchen – der bisher grösste Auftritt der Clubgeschichte gegen Manchester United. «Das ist surreal. Vor sechs Jahren spielten wir noch in der Serie D gegen Clubs, von denen man heute kein Wort mehr hört», sagt Como-Fan Giuseppe (63) vor der Partie.
Seit er neun Jahre alt ist, besitzt er eine Saisonkarte und hat mit dem Club mehrere Abstiege und zwei Konkurse durchgemacht. Aber auch den Aufstieg in den letzten 8 Jahren in die Serie A. «Vor wenigen Jahren gingen alle nach Mailand, um Milan und Inter spielen zu sehen.»
Jetzt gibts auch in Como Champions League
Anders Giuseppe. Weil Como bis 2024 nie etwas mit der Königsklasse zu tun hatte, verfolgte er die Champions League nicht wirklich. Trotzdem kennt er die grossen Clubs. «Manchester spielte auch schon gegen Basel, oder?», fragt er.
Während der FCB aktuell weit weg von der Champions League ist, hat Como den Einzug in die Ligaphase dank eines vierten Rangs in der letzten Saison geschafft und mit der Partie gegen ManUtd nun die vorläufige Krönung erhalten. Am Ende resultiert ein furioser 4:1-Sieg – der grösste Erfolg der Clubgeschichte.
Investoren und Fabregas machen den Club gross
Dass der Höhenflug überhaupt möglich ist, verdankt der Club milliardenschweren Investoren. 2019 haben die beiden Brüder Robert und Michael Hartono Como übernommen und komplett neu aufstellen lassen. Mit Fabregas haben sie einen Trainer installiert, der mittlerweile von jensten Top-Vereinen in Europa gejagt wird. Der Spanier hat auch abseits des Rasens grossen Einfluss, beispielsweise bei der Kaderplanung.
Gehts nach ihm, ist der Erfolg gegen Manchester erst der Anfang gewesen. «Wir wollen weiter nach oben», sagt er nach der Partie selbstbewusst, ohne ein genaues Ziel zu nennen.
Für den treuen Como-Anhänger Giuseppe sind diese Worte noch schwer zu fassen. Zu lange hat er mit seinem Club schwierige Zeiten durchlebt. Während ganz Como feiert, denkt er noch immer an den Klassenerhalt. «Ich rechne immer noch aus, wie viele Punkte wir brauchen, damit wir nicht absteigen. Das hat sich über die letzten 50 Jahre so eingependelt.»
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