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Wednesday, October 7, 2026

Vance, Rubio und die Frage nach dem großen Erbe

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Trump macht den Parteitag der Republikaner zur Wahlkampfshow: Mit einem 5.000-Dollar-Versprechen und Kampfansagen mobilisiert er seine Anhänger für die Midterms im November.

10.09.2026 | 2:25 min

48! 48! 48!

Während sich die USA auf die Midterms im November vorbereiten, haben manche bereits höhere Ziele im Blick. "48!", riefen Trumps Anhänger beim Parteitag im September, als ihr neuer Favorit seine Rede hielt. Für sie stand da bereits der 48. US-Präsident auf der Bühne: J.D. Vance.

Offiziell ist das Rennen um Trumps Erbe offen, kaum ein Republikaner hat seine Kandidatur bekanntgegeben. Seit Monaten spekulieren US-Medien darüber, ob sich neben Vance auch Außenminister Marco Rubio bewerben könnte. Befeuert wurden die Gerüchte nicht zuletzt von Trump selbst, der immer wieder dessen Leistung als Außenminister hervorhob. Rubio gilt im Vergleich zu Vance als klassischerer Republikaner mit langjähriger Erfahrung - als Kandidat hätte er womöglich Trumps Basis mit der alten Parteigarde verbinden können.

Die Silhouette Donald Trumps vor einer US-Flagge, darunter der Schriftzug "Der Trump-Effekt"

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Doch nun scheint das Duell beendet: In einem Interview erteilte Rubio den Spekulationen um seine Kandidatur eine Absage. "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt", so Rubio, "aber ich habe derzeit keine Pläne." Ist der Weg für Vance jetzt frei?

Trump soll für Vance im Hintergrund werben

In Umfragen liegt Vance deutlich vor den anderen potenziellen Kandidaten der Republikaner, auch im Hintergrund kann er auf mächtige Unterstützung hoffen. "Am Ende des Tages müssen wir J.D. wählen", soll Trump bei einem Treffen mit Spendern gesagt haben, wie die Washington Post berichtet.

Vance gilt als tief verwurzelt in Trumps MAGA-Bewegung und zählt als Vizepräsident zu deren einflussreichsten Vertretern. Seit Beginn seiner Amtszeit sorgte er immer wieder für Schlagzeilen, als Eklat galt etwa seine Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2025, in der er Verbündete scharf kritisierte. Außenpolitisch gilt Vance als Isolationist: Wie Trump warb auch er mit dem Versprechen, sein Land von Konflikten im Rest der Welt fernzuhalten. In einem Essay schrieb er noch vor der letzten Präsidentschaftswahl:

Mein gesamtes Erwachsenenleben wurde von Präsidenten bestimmt, die Amerika in undurchdachte Kriege geworfen haben, und die sie nicht gewonnen haben.

J.D. Vance in einem Gastbeitrag 2023

38 Milliarden Dollar soll der Iran-Krieg die USA bislang gekostet haben. Militärökonom Marcus M. Keupp analysiert bei ZDFheute live, wie stark der Konflikt die USA und ihre Verbündeten belastet.

17.09.2026 | 30:53 min

Wird Trump zur Belastung für Vance?

Nun könnte der Krieg gegen Iran für Vance zur Hypothek werden. Noch kurz nach Ausbruch des Konflikts führte er die Verhandlungen über ein Friedensabkommen. Damit wollte er seine außenpolitische Glaubwürdigkeit stärken, berichtete die Nachrichtenagentur AP mit Berufung auf anonyme Regierungsvertreter. Und Außenminister Marco Rubio? Der habe nicht an einen Erfolg der Verhandlungen geglaubt - und blieb damals zuhause. Am Ende scheiterten die Gespräche.

Wie sehr der Iran-Krieg einen Nachfolger Trumps beeinflussen könnte, werden auch die kommenden Midterms zeigen. Die Republikaner fürchten herbe Verluste, zu unzufrieden scheinen viele Wähler mit Trumps bisheriger Regierungszeit. Ein künftiger Kandidat müsste sich möglicherweise vom Präsidenten abgrenzen, erklärt US-Politikwissenschaftler Jack Goldstone gegenüber ZDFheute.

Doch weil Trump auf so eine Distanzierung mit Strafen reagiere, wäre der Handlungsspielraum für Kabinettsmitglieder wie Vance oder auch Rubio eng. Gewinner wären in diesem Fall andere:

Das könnte es einem eher gemäßigten konservativen Republikaner ermöglichen, die MAGA-Verfechter bei der Nominierung herauszufordern.

Jack Goldstone, George Mason University

Hofft Rubio auf eine Zeit nach Vance?

Mancher Beobachter im rechten Lager vermutet, dass Rubio auch wegen dieser unsicheren Ausgangslage auf eine Kandidatur verzichtet. "Er ist ein ziemlich risikoscheuer Politiker", sagte der rechte Kommentator Ben Shapiro kürzlich in einem Podcast. Die Stimmung erschwere den Republikanern einen Sieg bei der nächsten Präsidentschaftswahl, so Shapiro. Sollte Vance die Kandidatur übernehmen und scheitern, könnte Rubio seinen Anlauf bei der nächsten Wahl wagen.

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Zumindest scheint dieser seine Ambitionen nicht verloren zu haben: Rubio könne sich eine Kandidatur durchaus vorstellen, sagte ein Insider gegenüber dem TV-Sender NBC News - allerdings erst nach der nächsten Präsidentschaftswahl.

Und der amtierende Präsident? Der deutete öffentlich mehrfach an, dass es für ihn auch eine dritte Option gebe. Kein Vance oder Rubio, sondern ein Vance mit Rubio: Der eine als Präsident, der andere als dessen Vize. "Sehr unschlagbar" sei dieses Duo, glaubt Trump.

Julian Schmidt-Farrent ist Reporter im ZDF-Studio Washington, D.C.

Über den Parteitag der Republikaner berichtete das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 10.09.2026 ab12:00 Uhr.

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