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Wednesday, October 7, 2026

"Weniger demokratisches Land": Israelischer Oppositionsführer: Netanjahu wird Israel in die Isolation führen

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"Weniger demokratisches Land"Israelischer Oppositionsführer: Netanjahu wird Israel in die Isolation führen

07.10.2026, 13:47 Uhr

Vor dem Gedenken an die Opfer des 7. Oktober 2023 gibt Israels Oppositionsführer Eisenkot ein ausführliches Interview. Der frühere Armeechef warnt seine Landsleute vor einem Weiter-So mit Regierungschef Netanjahu, dem er Versagen mit Blick auf die Hamas vorwirft. Auch das Westjordanland ist Thema.

Israels Oppositionsführer Gadi Eisenkot sieht sein Land bei der Parlamentswahl Ende Oktober an einem Scheideweg. "Sollte die derzeitige rechte Koalition erneut gewinnen, wird sie Israel in eine düstere Richtung führen, deren Entwicklung wir bereits beobachten können", sagte Eisenkot der "Times of Israel" in einem Interview, das am Abend vor dem dritten Jahrestag des 7. Oktober 2023 veröffentlicht wurde. "Ein weniger demokratisches, weniger liberales Land, und meiner Ansicht nach auch ein weniger jüdisches."

Bei der Wahl gehe es "um die Zukunft des Staates Israel". Eisenkot sagte, er wolle alles in seiner Macht stehende tun, "um zu gewinnen und nicht zuzulassen, dass Netanjahu und seine Koalition einen Staat aufbauen, der auf dem Konzept eines 'Volkes, das für sich allein lebt', basiert". Dabei schien Eisenkot auf die zunehmende Isolation Israels auf internationaler Bühne anzuspielen.

Der Politiker distanzierte sich von den rechtsreligiösen Elementen der aktuellen Regierung: Wer die volle Souveränität über das ganze Westjordanland durchsetzen und weitere 2,8 Millionen Palästinenser nach Israel holen wolle, gefährde "das zionistische Projekt und die jüdische Mehrheit". Eisenkot nutzte zwar ebenfalls die biblische Bezeichnung "Judäa und Samaria" für das von Israel besetzte Westjordanland und beteuerte seine Unterstützung für existierende jüdische Siedlungen in dem Palästinensergebiet, die nach internationalem Recht illegal sind. Allerdings versprach er ein deutlich rigoroseres Vorgehen gegen "jüdische Terroristen", die derzeit fast täglich Palästinenser und ihr Eigentum angreifen.

Eisenkot: Netanjahu hat am 7. Oktober versagt

Illegale Außenposten im Westjordanland, die derzeit vermehrt von radikalen Siedlern ohne Genehmigung des israelischen Staates errichtet werden, will Eisenkot evakuieren lassen. Auch zur umstrittenen Justizreform der Netanjahu-Regierung hat der Oppositionsführer eine klare Position: "Wer den Obersten Gerichtshof schwächen und die Justiz zerschlagen will, gefährdet die Demokratie", sagte Eisenkot. Er will ein Gesetz verabschieden, das es einer strafrechtlich angeklagten Person untersagt, eine Regierung zu bilden. Israels Ministerpräsident Netanjahu muss sich seit Mai 2020 in einem Korruptionsprozess vor Gericht verantworten. Auch vor diesem Hintergrund sehen Kritiker in der umstrittenen Justizreform einen Versuch, die israelischen Gerichte zugunsten der Exekutive zu schwächen.

Eisenkot, selbst Ex-Armeechef, warf Netanjahu erneut ein Versagen im Hinblick auf das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 vor. Der Regierungschef setze im Wahlkampf auf die Botschaft, dass nur er für Sicherheit sorgen könne, "und wir alle haben gesehen, wie er am 7. Oktober katastrophal gescheitert ist". Im September hatten verschiedene Medien berichtet, dass Ägypten und auch der emiratische Präsident Netanjahu im Vorfeld des 7. Oktober vor einem Großangriff der Hamas gewarnt hatten.

Netanjahu schüre die "grundlegenden Ängste der jüdischen Bevölkerung Israels", die sich an diesem Tag erheblich verstärkt hätten. "Wir dürfen nicht zulassen, dass er die Kultur der Angst und der Lügen, die er geschaffen hat, weiter aufrechterhält", sagte Eisenkot. "Deshalb verspüre ich sowohl eine unerschütterliche Entschlossenheit als auch ein enormes Verantwortungsbewusstsein."

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Gadi Eisenkot (Mitte) bei einer Gedenkveranstaltung für Opfer des 7. Oktober 2023. (Foto: AP Photo/Ohad Zwigenberg)

Den arabischen Parteien in der Knesset stellte Eisenkot klare Bedingungen für eine Zusammenarbeit: Die Anerkennung Israels als "jüdischer und demokratischer Staat", die Anerkennung der Grundwerte der israelischen Unabhängigkeitserklärung, die Wehrpflicht - militärisch oder zivil - sowie die Anerkennung der Hamas als terroristische Organisation. "Wer diese Punkte akzeptiert, kann ein Partner sein", so Eisenkot.

Israel wählt am 27. Oktober ein neues Parlament. Laut Umfragen dürfte es zu einem engen Rennen zwischen dem von Netanjahu angeführten Lager und dem seines Hauptkonkurrenten Eisenkot kommen. Netanjahu ist Israels am längsten amtierender Ministerpräsident.

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