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Wednesday, November 4, 2026

Zwei Kammern, ein Denkzettel

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wird es ein Wellchen oder eine Welle? Das war die Frage gestern. Nun ist es ein blauer Tsunami für die Demokraten, deren Farbe blau die Landkarten dominiert. Wörtlich - der Ruck nach links ist in unzähligen Wahlbezirken zu sehen.

Um das historische Ausmaß mal deutlich zu machen: Adam Hamilton ist der erste demokratische Senator des Bundesstaates Kansas seit 1932, James Talarico der erste seit 33 Jahren aus Texas. Dort gibt es mit Gina Hinojosa erstmals eine Latina als Gouverneurin, in Georgia erstmals eine schwarze Frau, in New Mexiko die erste Ureinwohnerin im Gouverneursamt, in Kalifornien erstmals ein Latino-Gouverneur. Starke demokratische Frauen als Gouverneurinnen auch in Minnesota und Michigan. Der Muslim Abdul El-Sayed geht als Senator für Michigan nach Washington.

In Mississippi und Alaska könnte es noch zu Gunsten der Demokraten ausgehen. Senatssitze aus sieben Bundesstaaten sind vom republikanischen Rot auf das demokratische Blau gewechselt.

Die Silhouette Donald Trumps vor einer US-Flagge, darunter der Schriftzug "Der Trump-Effekt"

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Der erzkonservative CNN-Kommentator Scott Jennings bringt es auf den Punkt: Das Land hat den Republikanern und ihrem Präsidenten "den Hintern versohlt". Donald Trump gibt seiner Partei die Schuld, weil er nicht auf den Stimmzetteln gestanden habe, hat aber den Demokraten gratuliert und behauptet, er wolle mit ihnen zusammenarbeiten - mal sehen, ob seinen Worten wirklich Taten folgen.

News der Wahlnacht

Bild der Wahlnacht

Der demokratische Senatskandidat aus Michigan, Abdul El-Sayed, hält in den frühen Morgenstunden des Mittwochs, 4. November 2026, in Detroit eine Rede bei einer Wahlnachtveranstaltung, während seine Frau Sarah Jukaku ihm zusieht.

Abdul El-Sayed feiert mit seiner Frau den Wahlsieg.

Quelle: Jeff Kowalsky / AFP

Jubel in Michigan: Abdul El-Sayed feiert seinen Wahlsieg - und rechnet mit seinem republikanischen Gegenkandidaten Mike Rogers ab:

Du hast dich für Hass entschieden. Michigan hat sich für Hoffnung entschieden.

Abdul El-Sayed

Wer liegt wo vorn? Wahlergebnisse im Überblick

Die Demokraten haben beide Kongresskammern zurückerobert. Im Senat brauchten sie dafür vier zusätzliche Sitze - nach aktuellen Medienprognosen haben sie bereits sieben gewonnen, unter anderem in Texas, Ohio, Kansas und North Carolina. Besonders überraschend sind die Erfolge in republikanischen Hochburgen wie Kansas und South Carolina.

Die Demokraten haben bei den US-Midterms beide Kammern erobert und besitzen derzeit im Repräsentantenhaus 228, im Senat 54 Sitze.

Bleiben Sie auf dem Laufenden: In unserem Liveblog verfolgen wir den ganzen Tag über die neuesten Entwicklungen.

Zitate der Wahlnacht

We’ll work with the Democrats

US-Präsident Trump

... Sie werden also mit den Demokraten zusammenarbeiten, so Trump gegenüber der New York Times am Wahlabend. Ungewohnt versöhnliche Töne vom Präsidenten: Er sei bereit, die Wahlergebnisse anzuerkennen. "Wir werden uns wahrscheinlich schon irgendwie einigen", sagte Trump. Den Demokraten gratulierte er bei Fox News sogar zu ihrer "guten Arbeit". Klingt nach ausgestreckter Hand - kurz zuvor hatte Trump allerdings noch die Veto-Karte gezückt. Bei CBS News drohte er, Gesetzesvorhaben der Demokraten zu blockieren: "Ich habe die ultimative Macht - sie heißt Veto."

I know I am standing on shoulders made of steel

Keisha Lance Bottoms, frisch gewälte Gouverneurin aus Georgia

... "Ich stehe auf Schultern aus Stahl" - mit diesen Worten erinnerte Keisha Lance Bottoms in ihrer Siegesrede an Generationen, die vor ihr für gleiche Rechte gekämpft hatten. Nun schreibt die frühere Bürgermeisterin von Atlanta selbst Geschichte: Als erste schwarze Frau überhaupt wurde sie zur Gouverneurin eines US-Bundesstaates gewählt. Und das ausgerechnet in Georgia, einem Zentrum der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

We just sent a message to every billionaire mega-donor, every trillionaire mega-donor.

James Talarico, frisch gewählter US-Senator aus Texas

... "Wir haben gerade jedem milliardenschweren Großspender eine Botschaft geschickt", erklärte der Demokrat James Talarico nach seinem Wahlsieg in Texas. Mit rund 573 Millionen Dollar für Wahlwerbung war es das teuerste Senatsrennen der US-Geschichte. Allein für die Hauptwahl gaben die Republikaner mehr als doppelt so viel für Werbung aus wie die Demokraten - 274 zu 133 Millionen Dollar. Auch Elon Musk unterstützte die Republikaner mit Millionensummen.

Welche Ergebnisse in der Nacht der US-Zwischenwahlen am meisten überrascht haben und was die Wähler zu dem Umschwung bewegt hat.

04.11.2026 | 6:31 min

Was wir aus den Midterms schon lernen können

1. Viel Geld, keine Sieggarantie

Laut Politico stellten republikanische Gruppen allein für den Senatswahlkampf in Texas mehr als 170 Millionen Dollar bereit. Trump legte noch ein Versprechen drauf: 5.000 Dollar für jeden erwachsenen US-Bürger, sollten die Republikaner beide Kongresskammern halten. Doch weder die Millionen im Wahlkampf noch die Aussicht auf einen Scheck konnten die republikanischen Mehrheiten retten.

2. Trumps Latino-Bonus ist passé

Auf seine Wählerschaft von vor zwei Jahren konnte Trump diesmal nicht zählen. Besonders deutlich wird das bei den Latinos: Damals holte er noch 48 Prozent ihrer Stimmen, bei diesen Midterms kam seine Partei laut ersten Nachwahlbefragungen nur noch auf rund ein Drittel. Besonders bitter für die Republikaner ist das in Texas: Dort hatten sie die Wahlkreise extra neu zugeschnitten, um zusätzliche Sitze zu gewinnen - und dabei auf Trumps Zugewinne bei den Latinos gesetzt.

3. Trump redete länger, schimpfte häufiger

Donald Trump wurde immer derber: Laut einer Analyse der New York Times verwendete er zuletzt fast 15 Schimpfwörter pro 10.000 Wörter - vor zehn Jahren waren es gerade einmal sechs. Auch seine Wahlkampfreden wurden länger: Statt durchschnittlich 42 Minuten sprach er zuletzt 85 Minuten und schweifte zweieinhalbmal so häufig ab wie 2016. Und das, obwohl er selbst gar nicht zur Wahl stand.

Die ZDF-US-Korrespondenten Armin Coerper und David Sauer berichten über die Wahlergebnisse aus Michigan und Texas. Die nächste Einordnung von ZDFheute live gibt es heute um 15:15 Uhr auf YouTube.

04.11.2026 | 12:31 min

Podcast des Tages: Wir gehen live!

Wir gehen heute für Sie live: In einer Sonderfolge unseres Podcasts "Der Trump-Effekt" besprechen wir die wichtigsten Ergebnisse der Midterms und ihre Folgen. Um 13:40 Uhr bei ZDFheute, im Streaming-Portal des ZDF oder auch YouTube - seien Sie dabei!

Podcast: "Der Trump Effekt"

:Folge 80: Midterms - ausgetrumpt?

Live nach den Midterms: Katrin Eigendorf, Elmar Theveßen und Ulf Röller analysieren die Ergebnisse, Machtverhältnisse und Folgen für US-Präsident Donald Trump.

Donald Trumo

Livestream

Eins ist sicher: Es bleibt spannend.

Viele Grüße aus den USA

Elmar Theveßen und die auslandsjournal-Redaktion

Über dieses Thema berichtete das ZDF in ZDFheute live am 03.11.2026 um 8 Uhr.

View the original on ZDF heute →

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