Kunstturn-WM in Rotterdam – Nemour rehabilitiert sich und holt überlegen Gold

- Topfavoritin Kaylia Nemour holt an der WM in Rotterdam an ihrem Paradegerät Stufenbarren überlegen die Goldmedaille.
- Die zweifache Olympiasiegerin Rebeca Andrade (BRA) setzt sich am Sprung durch.
- Hamlet Manuchjan (ARM) gewinnt einen hochklassigen Final am Pauschenpferd.
Kaylia Nemour hat Verpasstes nachgeholt: Die Algerierin sicherte sich an der WM in Rotterdam am Stufenbarren überlegen die Goldmedaille. Unter den Augen von US-Superstar Simone Biles lieferte Nemour eine beeindruckende Flugshow mit einer Übung voller Höchstschwierigkeiten ab. Damit rehabilitierte sich die 19-Jährige für die Enttäuschung vom Vortag, als sie im Mehrkampffinal wegen eines Sturzes beim Sprung mit Rang 4 eine Medaille verpasst hatte.
Nemour zeigte an ihrem Paradegerät einmal mehr eine sensationelle und fehlerfreie Übung, die mit 15,333 Punkten bewertet wurde. Damit verteidigte die Olympiasiegerin von Paris ihren Titel aus dem Vorjahr. Rang 2 ging bei ihrer WM-Premiere an die Deutsche Helen Kevric mit 14,833 Punkten. Ihr Rückstand auf Nemour betrug bereits satte 0,500 Zähler.
Platz 3 holte US-Amerikanerin Skye Blakely, die am Vortag Weltmeisterin im Mehrkampf geworden war. Für die 21-Jährige war es bereits die 2. Medaille des Tages und die insgesamt 4. an den diesjährigen Titelkämpfen. Blakely hatte kurz zuvor die Bronzemedaille beim Sprung gewonnen.
Andrade zurück an der Spitze
Sprung-Gold ging an die zweifache Olympiasiegerin Rebeca Andrade (BRA), die nach fast 2 Jahren wieder zurück an der Spitze ist. Die 27-Jährige, die mit insgesamt 5 Podiumsplätzen die erfolgreichste Olympionikin in der Geschichte Brasiliens ist, legte nach Olympia in Paris eine 22-monatige Pause ein, um sich um ihre körperliche und geistige Gesundheit zu kümmern.
Überraschung bei den Männern
Zum Auftakt des ersten Finaltages an den Einzelgeräten hatte Frederick Richards aus den USA mit 14,633 Punkten am Boden gewonnen. Er setzte sich vor dem Briten Jake Jarman und dem Israeli Artem Dolgopyat durch. Für den 22-Jährigen war es der 1. WM-Titel.
Am Pauschenpferd holte der 19-jährige Armenier Hamlet Manukyan Gold und liess den Italiener Gabriele Targhetta sowie seinen Landsmann Mamikon Khachatryan hinter sich. Der Japaner Daiki Hashimoto, der am Donnerstag Weltmeister im Mehrkampf geworden war, zeigte sich ungewöhnlich nervös und landete auf dem 8. und letzten Platz.
An den Ringen ging die Goldmedaille an Xingyu Lan. Der Chinese gewann mit 14,766 Punkten vor Eleftherios Petrounias (GRE/14,333) und Artur Avetisyan (ARM/14,233).
Die weiteren Gold-Übungen vom Samstag
Seifert am Sonntag im Einsatz
Am Sonntag steht die 2. Tranche der Gerätefinals auf dem Programm. Dann auch mit Schweizer Beteiligung: Noe Seifert kämpft am Barren um die Medaillen. In der Qualifikation hatte der Aargauer mit 14,600 Punkten den 8. Rang belegt.
Sie können Teil 2 der Gerätefinals an der WM in Rotterdam am Sonntag ab 14 Uhr live auf SRF zwei und im Stream in der Sport App mitverfolgen.
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