Starlink-Störung in der Ukraine: Enttäuscht von Musk, enttäuscht von Trump
Stand: 16.10.2026 • 03:23 Uhr
In der Ukraine scheint für viele klar: Die Starlink-Ausfälle sind kein Zufall, sondern politisch gewollt. Die Unterstützung aus der EU wird immer wichtiger.
Erst der Diesel-Deal zwischen Trump und Putin, dann unverhohlene Drohungen gegen die Ukraine, gefolgt von Raketeneinschlägen ohne Vorwarnung und einer Drosselung der SpaceX-Satellitendaten.
Die Probleme mit der Nutzung von Starlink, dem Satellitennetzwerk von Tech-Milliardär Elon Musk, das für die ukrainische Armee eine zentrale Rolle spielt, sind für viele in der Ukraine nicht wahllos.
"Kein Zufall"
An einen Zufall glaubt in der Ukraine kaum einer mehr. Sicherheitsexperte Mykhailo Samus ist Direktor des New Geopolitics Research Network und sagt: "Die US-Regierung wendet auf absolut zynische Weise alle möglichen Methoden an, um den ukrainischen Präsidenten und mit ihm die Menschen in der Ukraine zur Kapitulation zu zwingen."
Es ginge Trump und Putin lediglich darum, Geschäfte zu machen und sich zu bereichern, meint Samus. Und die widerspenstige Ukraine - ist der Analyst überzeugt - würde dabei nur stören.
"Je länger das dauert, desto offensichtlicher wird es", so Samus. "Aber auf der Welt gibt es noch ein paar Werte. Für die Europäer zählt nicht nur Geld - zumindest möchte man daran glauben."
Enttäuscht von Trump
Europa ist mittlerweile der wichtigste Partner für die Ukraine. Militärisch, wirtschaftlich und auch diplomatisch. Auf die USA kann sich in dem angegriffenen Land niemand mehr verlassen.
Das belegt der massive Druck aus Washington - auch der ukrainische Präsident zeigt sich im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters resigniert: "Für die USA und Russland sind Geschäfte interessant. Ich glaube, dass sie Energieprojekte umsetzen wollen", sagt Wolodymyr Selenskyj. "Davon bin ich fest überzeugt. Und das ist natürlich schwierig für sie, solange in Europa Krieg herrscht."
Trumps Ukraine-Problem solle gelöst werden - indem die Ukraine aufgibt. So zumindest empfinden viele das Verhalten des US-Präsidenten. Europa versucht zwar, ausbleibende US-Hilfen zu kompensieren. Doch die vergangenen Tage zeigen die Schwachstellen deutlich.
Abhängigkeit von USA noch immer groß
Die Abhängigkeit von den USA ist noch immer groß. Vor allem das ukrainische Militär ist von der zeitweisen Drosselung von Starlink beeinträchtigt, erklärt der Militärexperte Mykola Melnyk. "Amerika hat uns die Möglichkeit genommen, mit Drohnenangriffen hinter den russischen Linien auf ihre Logistik durchzuführen. Das ist eine sehr schlechte Entwicklung."
Aufgeben aber ist keine Option. Seit den Ausfällen habe man intensive Gespräche geführt - auch mit den USA, gibt die ukrainische Regierung an. Offenbar mit Erfolg. Starlink könne wieder wie gewohnt eingesetzt werden, berichtet das ukrainische Verteidigungsministerium.
Und am Abend ploppen auf den Handys der Bewohnerinnen und Bewohner der ukrainischen Hauptstadt auch wieder Warnungen über einen russischen Angriff mit ballistischen Raketen auf.
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