Warum dieses Trump-Foto für Aufregung sorgt
Ein Foto sorgt in Washington für Wirbel: Es zeigt US-Präsident Donald Trump am späten Mittwochabend an Bord der Air Force One, wie er ein großes Plakat betrachtet. Fotojournalisten hatten die Szene durch die Fenster der Präsidentenmaschine eingefangen, kurz nachdem diese auf der Joint Base Andrews in Maryland gelandet war. Neben Trump zu sehen: Bill Pulte, Direktor der Bundesbehörde für Wohnungsbaufinanzierung (FHFA) und enger Vertrauter des Präsidenten, der in dieser Amtszeit auch kommissarisch als Chef der nationalen Geheimdienste fungierte.
Was auf dem Plakat zu sehen ist
Auf dem Plakat ist offenbar der Entwurf eines Baugeländes abgebildet - darüber stehen in großen roten Lettern die Worte "Kennedy Center DEMOLISHED", zu Deutsch: "Kennedy Center ABGERISSEN". Der Ausdruck scheint die Zerstörung eines Gebäudes zu zeigen und ein gelbes Baufahrzeug, das Trümmer wegschaufelt.
Vergrößerung des Plakats, das Trump sich in der Air Force One ansieht.
Quelle: KENNY HOLSTON/The NewYorkTimes/REin Kulturhaus in der Trump-Krise
Das Kennedy Center, Washingtons bedeutendste Bühne für darstellende Kunst, hatte erst vor Kurzem geschlossen. Als Grund nannte die Einrichtung akute Sicherheitsbedenken wegen herabfallenden Deckenputzes. Dem war eine anderthalbjährige Krise unter Trumps Einfluss vorausgegangen, in der Ticketverkäufe einbrachen und zahlreiche Künstlerinnen und Künstler dem Haus den Rücken kehrten.
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US-Präsident Trump will das Kennedy-Center wegen Mängeln schließen lassen. Renovierungen soll es erst geben, wenn sein Name an der Fassade steht. Künstler sagen aus Protest Auftritte ab.
16.09.2026 | 0:21 minDer Streit um das Kennedy Center schwelt seit Beginn der zweiten Amtszeit Trumps. Er tauschte Mitglieder des Kuratoriums aus, das ihn zum Vorsitzenden machte. Er ließ seinen Namen an der Fassade anbringen, musste ihn aber auf Anordnung des US-Bezirksrichters Christopher Cooper wieder entfernen lassen. Auch einen Beschluss des Kuratoriums vom August, den Namen des Präsidenten wieder an der Fassade des Gebäudes anbringen zu lassen, blockierte der Richter.
Daraufhin beschloss das Kuratorium, das Zentrum zu schließen. Der Kongress hat 257 Millionen Dollar für die Reparaturen bewilligt. Trump erklärte jedoch, die Arbeiten würden nur dann ausgeführt, wenn es dem Kuratorium erlaubt würde, die Pläne zur Anbringung seines Namens an dem Gebäude weiterzuverfolgen. Ein US-Bundesrichter hatte dies zuvor erneut verweigert.
Die Kultureinrichtung war 1971 zu Ehren des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy eröffnet worden. Trump warf der Leitung nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 eine links-"woke" Haltung vor.
Der Name von US-Präsident Trump wurde im Juni von der Fassade des Kennedy Centers in Washington entfernt.
14.06.2026 | 0:43 minFoto wird auch Teil der Gerichtsunterlagen
Im Oktober 2025 hatte Trump bereits den historischen Ostflügel des Weißen Hauses in Washington abreißen lassen, um Platz für einen Ballsaal für bis zu 1.000 Gäste zu schaffen. Denkmalschützer haben die Regierung deshalb verklagt. Das Oberste Gericht der USA erlaubte den Weiterbau des Ballsaals Ende August aber bis auf Weiteres.
Die nun veröffentlichten Fotos von Trump dienen ebenfalls als Gerichtsunterlagen. Sie flossen in eine Klageschrift der demokratischen Kongressabgeordneten Joyce Beatty ein, die im Vorstand des Kennedy Centers sitzt und juristisch gegen die Schließung vorgeht. Beatty sagte laut US-Medien, Trump habe bei der letzten Vorstandssitzung einen Wutanfall bekommen, als er von der Entscheidung gegen die Umbenennung erfahren habe.
Trump präsentiert gerne große Plakate
Unklar bleibt, ob die Aufnahmen bewusst in Kauf genommen wurden. Es ist bekannt, dass Trump seine Pläne gerne auf großformatigen Plakaten präsentiert. Ein derart großes Plakat mit der in großen roten Lettern geschriebenen Ankündigung eines Abrisses direkt neben einem Flugzeugfenster zu studieren - auf einem Rollfeld, das von Fotografinnen und Fotografen mit Teleobjektiven gesäumt ist, die nur auf den Präsidenten warten - wirft die Frage auf, ob die Öffentlichkeit die Szene sehen sollte. Nach dem Verlassen der Maschine winkte Trump kurz in Richtung Presse, beantwortete jedoch keine Fragen.
Quelle: AFP, ZDF
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 16.09.2026 um 7:30 Uhr berichtet.
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