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Thursday, October 29, 2026

Wie Bolsonaro – Das Exil als Ausweg für Präsidenten, Diktatoren und Despoten

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Flávio Bolsonaro, der unterlegene Präsidentschaftskandidat in Brasilien, hat sich in die USA abgesetzt. Damit ist er historisch gesehen in guter Gesellschaft: Machthaber, denen nach ihrer Absetzung die Härte der Justiz drohte, wählten oft das Exil. Einige Beispiele.

Baschar al-Assad – Syrien

Von Damaskus in den Schutz des Kremels: Als Rebellen Ende 2024 die Hauptstadt überrannten, floh Syriens Präsident Bashar al-Assad nach Moskau, wo er noch heute ausharrt. 2026 wurde er in Syrien in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Person in Anzug sitzt auf Stuhl und gestikuliert mit den Händen.
Legende: Baschar als-Assad, 2018 Sana / Handout via Reuters

Baschar al-Assad war 24 Jahre Staatspräsident von Syrien und regierte das Land diktatorisch. Die UNO wirft ihm Kriegsverbrechen während des Bürgerkriegs in Syrien vor. Unter seiner Herrschaft soll es systematische Morde, Folter und Entführungen gegeben haben.

Sheikh Hasina – Bangladesch

Ein Studentenaufstand fegte sie aus dem Amt: Im August 2024 floh Bangladeschs langjährige Premierministerin Sheikh Hasina nach Indien. In ihrer Abwesenheit wurde sie zum Tode verurteilt.

Sheikh Hasina Wajed war erstmals von 1996 bis 2001 Premierministerin und ein zweites Mal von 2009 bis 2024. Sie regierte Bangladesch teils autoritär. Proteste mit mehreren Hundert Toten brachten sie dazu, zurückzutreten. Sie habe den Befehl gegeben, gewaltsam gegen die studentisch geführte Protestbewegung vorzugehen. Hasina floh per Wagenkolonne und Hubschrauber nach Indien.

Viktor Janukowytsch – Ukraine

Der Euromaidan 2014 brachte ihn zu Fall: Nach teils blutigen Strassenschlachten floh der ukrainische Präsident Viktor Janukowytsch nach Russland. In Abwesenheit wurde er wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Am 21. Februar 2014 unterzeichnete Janukowytsch mit der Opposition ein Abkommen zur Beilegung der politischen Krise. Doch die Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz (Majdan) in Kiew verlangten seinen sofortigen Rücktritt. Aus Furcht vor einem Sturm floh er noch in der Nacht. Kurz darauf besetzten Protestierende seine Residenz, und das Parlament setzte ihn ab. Nach vergeblichen Fluchtversuchen im Land evakuierte ihn das russische Militär per Schiff nach Russland.

Alberto Fujimori – Peru

Rücktritt per Fax: Nach massiven Korruptionsskandalen floh Perus autoritärer Präsident Alberto Fujimori im Jahr 2000 nach Japan. Etwa fünf Jahre später wurde er in Chile verhaftet, verurteilt und nach Peru ausgeliefert.

Fujimoris Amtszeit (1990–2000) war geprägt von Autoritarismus, Korruption und schweren Menschen­rechts­verletzungen. Vorwürfe zu Zwangssterilisationen indigener Frauen blieben unbewiesen. Nach Betrugsvorwürfen gab Fujimori 2000 bekannt, dass er nicht mehr zur Wiederwahl antrete. Von einer Reise in Asien kehrte er nicht zurück, sondern setzte sich nach Japan ab. Bei einer Reise nach Chile wurde er 2005 festgenommen. 2007 lieferte Chile ihn an Peru aus, wo er in Haft kam. Fujimori starb 2024 in Lima.

Idi Amin – Uganda

Als «Schlächter von Afrika» ging er in die Geschichte ein: Nach seiner militärischen Niederlage 1979 floh Ugandas Diktator Idi Amin über Libyen nach Saudi-Arabien. Trotz Hunderttausender Opfer wurde er juristisch nie belangt.

1971 putschte sich Idi Amin an die Macht. In einer Schlacht um seinen Machterhalt liess er bis 1979 über 300'000 Menschen töten: Angehörige anderer Ethnien, Konkurrenten, religiöse Führer, Staatsbeamte oder Soldaten, die seine Konkurrenten unterstützt hatten. 1978 gab Idi Amin den Befehl zur Invasion Tansanias. In der Gegenoffensive floh Amin nach Saudi-Arabien. Dort lebte er bis 2003 in einer Villa.

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