Landschaftsschutz – Wie ein Schokoladentaler die Engadiner Seen rettete

Die Gegend rund um den Silsersee und den Silvaplanersee ist heute Lebensraum für Mensch und Tier, Grundlage für den Tourismus und Teil der regionalen Identität.
Ende des 19. Jahrhunderts war die Engadiner Landschaft Gegenstand verschiedener Projekte und Ideen. Das Wasser der Oberengadiner Seen wurde auch als Wasserreservoir und Energiequelle betrachtet.
Es gab ein Projekt, das vorsah, das Wasser des Silsersees zu kanalisieren, um im Bergell Strom zu erzeugen. Dieses Wasserkraftwerk wäre eine hervorragende Einnahmequelle gewesen für die beiden Gemeinden Sils und Stampa im Bergell.
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Bild 1 von 2. Der Verkauf solcher Schokoladentaler brachte genug Mittel ein, damit die Gemeinden Sils und Stampa auf das geplante Wasserkraftwerk verzichteten. Bildquelle: RTR.
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Bild 2 von 2. Das Wasserkraftwerk war eines von mehreren Projekten zur Nutzung des Wassers der Engadiner Seen. Bildquelle: RTR.
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Der Eingriff in die Natur wäre schwerwiegend gewesen, und ein grosser Teil der Bevölkerung war sich dessen bewusst. Im Jahr 1944 entstand aus dem Widerstand und dem Kampf für den Schutz der Landschaft der Verein Pro Lej da Segl.
Die Idee des Wasserkraftwerks drang bis nach Bern. 1946 entschied der Bundesrat, dem Engadin zu helfen. Er gab 20 Tonnen Schokolade frei, die damals noch rationiert war. Aus dieser Schokolade wurde der Schokoladentaler hergestellt.
Diese Erfindung von Heimatschutz und Pro Natura brachte genug Geld ein, um der Gemeinde Sils 100'000 Franken und der Gemeinde Stampa 200'000 Franken zu schenken.
So wurde das Wasserkraftprojekt beim Silsersee verhindert:
Im Gegenzug verzichteten die beiden Gemeinden auf das Wasserkraftprojekt. Am 12. November 1946 unterzeichneten sie die Verträge zum Schutz der Natur rund um den Silser- und den Silvaplanersee. Die Vertragsdauer beträgt 99 Jahre. Die Aufsicht über die Verträge hat seither der Verein Pro Lej da Segl.
Die ersten Verträge laufen 2034 aus. Der aktuelle Präsident Duri Bezzola hat jedoch gute Hoffnung, dass die Bevölkerung sich der Bedeutung des Schutzes dieser empfindlichen Landschaft bewusst ist und es positiv sieht, dass der Landschaftsschutz auch nach 2034 weitergeführt wird – allenfalls einfach auf etwas andere Art gestaltet.
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