NSU-Terroristin: Zschäpe soll bis mindestens 2035 in Haft bleiben

Beate Zschäpe wollte vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das Gericht sagt Nein. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
Foto: Matthias Schrader
dpa Die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe, die seit November 2011 im Gefängnis sitzt, soll noch bis mindestens 2035 in Haft bleiben. Das Oberlandesgericht MĂźnchen legte die sogenannte MindestverbĂźĂungsdauer auf insgesamt 24 Jahre fest. Zudem lehnte das Gericht ab, die weitere Vollstreckung der Strafe zur Bewährung auszusetzen, wie das Gericht in MĂźnchen mitteilte. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig â Verteidigung und Bundesanwaltschaft kĂśnnen dagegen Beschwerde einlegen.
Zschäpe war vom OLG im Jahr 2018 als Mittäterin an der sogenannten NSU-Mordserie zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit war eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Zschäpe, die im November 2011 in Untersuchungshaft gekommen war, hatte angesichts des Ablaufs dieser Frist aber nun eine vorzeitige Haftentlassung beantragt. Dazu war sie Ende August von der Justizvollzugsanstalt Chemnitz in Sachsen eigens zu einer AnhÜrung nach Mßnchen gebracht worden. Zschäpes Anwalt Mathias Grasel hatte dabei eine Haftstrafe von insgesamt nicht mehr als 20 Jahren gefordert.
Zschäpe sitzt Haft in Chemnitz ab
Das Oberlandesgericht entschied nun, dass die während des Vollzugs hervorgetretenen âUmständeâ nicht von einem solchen Gewicht seien, dass sie die âauĂergewĂśhnlich hohe Tatschuldâ so weit ausgleichen kĂśnnten, dass schon nach Vollstreckung der gesetzlichen MindestverbĂźĂungsdauer von 15 Jahren nun kein weiteres StrafvollstreckungsbedĂźrfnis mehr bestĂźnde. Daher komme eine Strafrestaussetzung zur Bewährung nicht in Betracht.
Der âNationalsozialistische Untergrundâ (NSU) war eine Terrorzelle, bestehend aus Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe BĂśhnhardt, die von 2000 an unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland verĂźbte, fĂźnf davon in Bayern. Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende tĂźrkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Mundlos und BĂśhnhardt verĂźbten zudem zwei Bombenanschläge in KĂśln mit Dutzenden Verletzten. Die beiden tĂśteten sich 2011, um ihrer Festnahme zu entgehen â erst damit war der NSU aufgeflogen. Zschäpe, einzige Ăberlebende des Trios, wurde als Mittäterin verurteilt, auch wenn es bis heute keinen Beweis gibt, dass sie selbst an einem Tatort war.
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