Die fünf grossen Gewinner des Nati-Traumstarts

Zwei Spiele, sechs Punkte – der Start in die Nations League ist der Schweiz mehr als gelungen. Viel zu kritisieren gibts nach zwei 3:0-Auswärtssiegen gegen Nordmazedonien und Schottland nicht. Doch nicht nur deshalb gibt es innerhalb der Nati kaum Verlierer. Weder gibt es einen Spieler, der eine schlechte Partie eingezogen hat, noch eine Stammkraft, die sich plötzlich auf der Bank wiederfindet. Dafür gibt es fünf grosse Gewinner.
Zachary Athekame
Vor einer Woche war der Lyon-Profi noch ohne Länderspiel-Minute, zwei Partien später hat er 180 davon auf dem Konto. Während an der WM Silvan Widmer, Denis Zakaria und Luca Jaquez hinten rechts verteidigt haben, ist Athekame nach dem Rücktritt von Widmer der Kronfavorit auf den Stammplatz. Vor allem gegen Nordmazedonien konnte der pfeilschnelle Genfer seine Qualitäten unter Beweis stellen und sammelte beim Debüt gleich seine ersten beiden Skorerpunkte. Gegen die tiefstehenden Schotten hatte Athekame offensiv zwar etwas mehr Mühe, seine Abwehrarbeit verrichtete er aber auch im Hampden Park zufriedenstellend. In den Heimspielen gegen Slowenien und Nordmazedonien werden für Athekame weitere Minuten dazukommen.
Zeki Amdouni
Wer aufgrund der Abwesenheit von Breel Embolo gedacht hat, die ersten vier Nations-League-Spiele könnten zur grossen Show von Sion-Überflieger Winsley Boteli werden, sieht sich enttäuscht. Stattdessen gehört der Platz im Sturmzentrum Amdouni, der nach seinem Kreuzbandriss wieder zurück zu seiner früheren Form gefunden hat. In den ersten beiden Spielen kommt der Genfer auf 15 Abschlüsse – mehr als jeder andere Spieler in der Nations League. Drei Tore haben neben ihm nur die beiden Superstars Lamine Yamal und Erling Haaland sowie Finnland-Knipser Joel Pohjanpalo auf dem Konto.
Ricardo Rodriguez
Kurz vor der WM schien der Stammplatz des Linksverteidigers plötzlich zu wackeln. Am Ende stand Rodriguez aber in allen sechs WM-Spielen in der Startelf und bewies mehrfach, dass er trotz seiner inzwischen 34 Jahre immer noch problemlos auf diesem Niveau mithalten kann. Obwohl er erst Anfang September zu Ex-Klub Torino zurückkehrte und so die gesamte Vorbereitung verpasste, ist dem Zürcher nichts von fehlender Spielpraxis anzusehen. Trotz des erstmaligen Aufgebots von Sascha Britschgi stand Rodriguez in beiden Nations-League-Spielen in der Startelf und erzielte gegen Schottland seinen ersten Länderspieltreffer seit fünf Jahren.
Johan Manzambi
Obwohl der 60-Millionen-Mann gegen Nordmazedonien und Schottland ohne Skorerpunkt geblieben ist, gehört er zu den Gewinnern des Nations-League-Auftakts. Schliesslich geht aufgrund seiner überragenden WM immer wieder vergessen, dass der Genfer die Reise nach Nordamerika als Edeljoker angetreten ist und sich erst im Verlauf des Turniers (bis zu seiner Verletzung) einen Stammplatz erarbeitet hat. Diesen hat der Mittelfeldspieler nun behalten, auch wenn Glanzmomente wie an der WM (drei Tore, zwei Vorlagen) noch fehlen. Dafür überzeugt Manzambi in anderen Statistiken. Gegen Schottland gewinnt er sieben von acht Zweikämpfen am Boden – ein überragender Wert.
Murat Yakin
Mit den beiden klaren Auftaktsiegen hat die Nati bewiesen, dass es gegen Gegner, die keine absoluten Top-Teams sind, auch ohne mehrere Stammkräfte reicht. Mit Granit Xhaka, Breel Embolo, Denis Zakaria und Ruben Vargas muss Yakin in diesem Zusammenzug auf Spieler mit insgesamt 380 Länderspielen verzichten. Die namhaften Absenzen haben dem Nati-Coach aber die Möglichkeit gegeben, einen Umbruch einzuleiten. Mit Zachary Athekame, Sascha Britschgi und Winsley Boteli haben gegen Nordmazedonien gleich drei Spieler ihr Länderspiel-Debüt gefeiert, die Neulinge 31, 32 und 33 in seiner über fünfjährigen Amtszeit.
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