Donnerstag: Vorwürfe an ChatGPT for Teens, Gefängnisstrafe für Streamingbetrug
Jugendliche nutzen ChatGPT for Teens weniger als soziale Netze, sagt OpenAI. Doch eine unabhängige Prüfung will mangelnde Sicherheitsschranken gefunden haben. Selbst bei kritischen Gesprächsthemen würden Eltern nicht wie versprochen benachrichtigt. Eine Warnung vor unrechtmäßiger KI-Nutzung dürfte das US-Urteil sein, das einen US-Amerikaner in den Knast schickt. Er hat Millionen gescheffelt, indem zigtausende Bots Milliardenmal KI-generierte Musikstücke abgerufen haben, für die er Tantiemen bekam. Derweil hat BMW dem erfolgreichen iX3 mit dem iX4 ein SUV-Coupé an die Seite gestellt. Grazile Eleganz stand nicht im Lastenheft, stattdessen dominiert Wucht – bei Antrieb und Design. Das mag einigen nicht gefallen, findet bei anderen vielleicht gerade deshalb viel Anklang – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Seit OpenAI ChatGPT for Teens mit inhaltlichen Einschränkungen und Kontrollfunktionen für Eltern eingeführt hat, haben Jugendliche den KI-Chatbot laut OpenAI im Durchschnitt weniger als 15 Minuten täglich genutzt. Gleichzeitig hätten weniger als 2 Prozent der Teenager mehr als drei Stunden am Stück mit ChatGPT verbracht, wobei fast die Hälfte der Nutzer die vom Chatbot empfohlenen Pausen eingelegt hätten. Allerdings wächst die Kritik an ChatGPT for Teens. Eine Studie bezeichnet den KI-Chatbot als „inakzeptables Risiko“ für Jugendliche, denn ChatGPT würde die versprochenen Sicherheitsvorkehrungen nicht einhalten. So würde ChatGPT Eltern nicht benachrichtigen, wenn bestimmte Konversationen mit dem Chatbot dies erfordern würden: ChatGPT for Teens wird kaum exzessiv genutzt, aber Sicherheitsbedenken wachsen.
Juristisches Neuland ist ein US-Strafurteil wegen Streamingbetrugs um Musiktantiemen, denn bislang ist nur ein vergleichbarer Fall bekannt, aus Dänemark. Zwar sind betrügerische Streams kein Einzelfall, sie werden bisher jedoch als Vertragsverletzung behandelt, nicht als Straftat. Das dürfte sich langsam ändern, sofern die Verurteilung von Michael Smith Schule macht. Dieser hat laut eigener Prahlerei in etwa fünf Jahren mehr als zwölf Millionen US-Dollar Tantiemen durch künstlich generierte Streams eingenommen, hauptsächlich von KI-generierter Musik. Nun ist er von einem US-Bundesbezirksgericht wegen Verschwörung zu Überweisungsbetrug zu 18 Monaten Haft, gefolgt von zwei Jahren Überwachung, verurteilt worden. Außerdem soll er 8,1 Millionen US-Dollar rückerstatten: Erstmals US-Haft für Streamingbetrug in den USA.
Erfolgreich sind bekanntermaßen nicht zwingend die, von denen man es spontan vermuten würde. Die BMW-Modelle X4 und X6 ließen mich bei der Vorstellung rätseln, wo die Bayern im Vorfeld eine Kundschaft entdeckt haben mochten. Doch die Strategen lagen richtig, denn von beiden verkaufte BMW global so reichlich, dass Nachfolger auf den Weg gebracht wurden. Dem iX3, dem ersten Ableger der sogenannten „Neuen Klasse“, stellt die Marke deshalb mit dem iX4 ein batterieelektrisches SUV-Coupé an die Seite. Dieser setzt auf BMWs Erfolgsrezepte von SUV-Coupés und tritt wuchtig und voluminös auf. Das dürfte weiterhin heftig polarisieren, ganz im Sinne der Verantwortlichen. Technisch bleiben Überraschungen fast vollständig aus, denn BMW bestückt das 4,78 m lange Auto mit dem, was aus dem iX3 schon bekannt ist: BMW iX4 - Die flotte Schwere.
BMW iX4 - außen (3 Bilder)

BMW
)Vernetzte Türschlösser brauchen Strom. Der kommt in der Regel aus Batterien, die irgendwann leer sind, bei Kälte noch schneller. Gegebenenfalls bleibt die Tür verriegelt, was nicht smart ist. Amazon hat für seine Marke Ring eine Lösung für den Verbrauchermarkt entwickelt: einen Hand-Dynamo. Anfang 2027 sollen vernetzte Ring-Türschlösser auf den Markt kommen, die zwar keinen physischen Schlüssel, aber einen Drehknauf haben. Wird er von Hand gedreht, erzeugt ein kleiner Dynamo Strom. Ist der Akkumulator komplett leer, sollen ein paar Umdrehungen reichen, um ihn so weit aufzuladen, dass sich das Schloss per Eingabe eines Zugangscodes öffnen lässt. Das soll die Angst vor dem Versagen vernetzter Türschlösser nehmen: Hand-Dynamo überbrückt leeren Akku dieses vernetzten Türschlosses.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow besprechen wir unter anderem, warum Google und andere Open-Source-Projekte unter KI leiden. Denn diese werden von immer mehr KI-generierte Fehlermeldungen von zweifelhafter Qualität überfordert. Wie groß ist das Problem mit diesem „KI-Slop“? In Deutschland steigt dagegen die Akzeptanz von KI. Laut einer Umfrage verlangen viele Bürger digitale Ämter und können sich dabei auch den Einsatz von KI vorstellen. Warum hinkt die Digitalisierung der Ämter hinterher und wo wäre KI sinnvoll? Derweil fordert Verkehrsminister Bilger eine EU-Zulassung für Teslas Assistenzsystem FSD. In Deutschland könnte es aber Einschränkungen geben, etwa beim Tempo. Ist eine Tempo-Bremse sinnvoll? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: KI-Slop vs. Open Source, Digitale Ämter, Tesla FSD.
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Auch noch wichtig:
- Wie aus spiegelbildlichen Molekülen eine dominante Form wird: Wir erklären die chemische Selbstverstärkung und was sie über die Einseitigkeit des Lebens aussagt. Dafür gab es den Chemie-Nobelpreis 2026: Wie aus einem Hauch Asymmetrie Homochiralität entsteht.
- Auf dem TI-Summit skizziert das BMG die Zukunft mit mehr Funktionen für die ePA, Datennutzung für Forschung und eine stabilere Telematikinfrastruktur. Es ist das Orchester der Gesundheitsdigitalisierung: „Wer dirigiert hier eigentlich wen?“
- Am Mittwochabend deutscher Zeit hat Microsoft die agentische Erweiterung von Windows vorgestellt. Außerdem wurde passende Hardware gezeigt: Microsoft stellt Agentic Windows Desktop und neue Hardware vor.
- Microsoft hat seine Herbst-Veranstaltung genutzt, um den Verkauf von Notebooks mit Nvidias ARM-CPU RTX Spark einzuläuten. Ausgeliefert wird ab 16. Oktober: Surface Laptop Ultra und andere Notebooks mit RTX Spark jetzt vorbestellbar.
- Die meisten Busse im ÖPNV sind noch Verbrenner. Viele Großstädte wollen sich davon nicht verabschieden. Andere elektrifizieren laut einer DUH-Studie konsequent: Elektrifizierung des ÖPNV schreitet nur langsam voran.
- Googles KI-Detektor SynthID, der Wasserzeichen in KI-generierten Medieninhalten erkennt, ist nun für alle mit Konto zugänglich: Googles KI-Detektor SynthID ist jetzt für (fast) alle zugänglich.
- Im Norden Finnlands will Google gleich mehrere Rechenzentren errichten, die Arbeiten laufen schon länger. Dabei wurden aber vorzeitig viel zu viele Bäume gefällt: Baustopp für Rechenzentren von Google in Finnland.
- Das KI-Unternehmen hat ein internes KI-Modell auf tausende Probleme aus der Mathematik angesetzt. Für ein Zehntel davon hat es relevante Lösungen generiert: OpenAI veröffentlicht hunderte KI-generierte Lösungen für Mathematikprobleme.
- Die Deutsche Bahn will das Homeoffice beschränken. DB-Mitarbeiter, deren Tätigkeit mobiles Arbeiten erlaubt, sollen mindestens drei Tage pro Woche ins Büro: Deutsche Bahn schränkt Homeoffice-Möglichkeiten ein.
- Das LG München I sieht in den Aufschlägen für den Roaminganbieter DCS einen Verstoß gegen die EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Denn es gab drei Preise für gleichen Strom: Gericht kippt Aufschläge an EWE-Go-Ladesäulen.
- Auch an furchtbare Dinge erinnert man sich gern. Die Windows-Hölle von „AVS03“ ist nicht nur ein guter Witz, sondern auch ein überraschend gutes Arcade-Spiel mit dem besten Bluescreen aller Zeiten: „Antivirus Survivors 2003 Professional“.
- Zum Release von „GTA 6“ darf offenbar Xbox Cloud Gaming das Spiel streamen. Auf dem PC wird es damit trotzdem nicht spielbar: Xbox sichert sich Streamingrechte an „GTA 6“.
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