Internet aus dem All – Satelliteninternet: Warum der Durchbruch in der Schweiz ausbleibt

Die Entwicklung sei rasant. Satelliteninternet sei seit ein paar Jahren auf dem Vormarsch. Es werde leistungsfähiger, dank mehr Satelliten und auch, weil diese zunehmend näher um die Erde kreisten. «Das erhöht dann auch die Kapazität der Satelliten, und das ändert das Spiel ein bisschen in Zukunft», sagt René Dönni Kuoni, stellvertretender Direktor des Bundesamts für Kommunikation.
Bereits gute Infrastruktur in der Schweiz
René Dönni Kuoni beobachtet diese Entwicklung genau. Denn für Satelliteninternet gilt genauso wie für Radiostationen oder Handynetze: Wer in der Schweiz eine Funkfrequenz besetzen will, muss beim Bund eine Konzession beantragen. Und dann liegt das Gesuch bei René Dönni Kuoni auf dem Tisch.
Doch solche Dienste seien in der Schweiz noch ein Nischenmarkt. Das liege an den breit verteilten Handy- und Glasfasernetzen. «Zum einen verfügt die Schweiz über sehr gute Netze auf dem Boden. Alle haben Abonnements, und zwar Festnetz wie auch Mobilfunk, und haben natürlich auch eingespielte Vertragsbeziehungen. Da ist es nicht so einfach, für neue Anbieter überhaupt hineinzukommen», sagt Dönni Kuoni.
Ein Satellitenabo kaufe hauptsächlich, wer sich in abgelegenen Gebieten ausrüsten wolle, zum Beispiel in Berghütten. Ein paar Tausend tun das. Zuletzt verdoppelte sich die Zahl Jahr für Jahr. Ein schnelles Wachstum auf tiefem Niveau also.
Satelliteninternet für das Handy
Ein Hindernis dürfte sein: Kundinnen und Kunden brauchen heute eine Satellitenschüssel. Satelliteninternet direkt aufs Handy gibt es in Europa noch nicht. Dafür müssen noch Hürden aus dem Weg geräumt werden. Einerseits müssen sich die Staaten koordinieren, sonst stören die Satelliten die Mobilfunknetze auf der Erde. Nächstes Jahr an der Weltfunkkonferenz dürfte diese Koordination gelingen, erwartet Dönni Kuoni. Andererseits braucht es neue Chips in den Handys, damit es mit einer schnellen Internetverbindung klappt.
«Deshalb gibt es dann auch eine neue Generation Satellitentelefone, die dann eben nicht mehr mit diesen Frequenzen arbeiten, die auf der Erde eingesetzt werden, sondern mit speziellen Satellitenfrequenzen. Das braucht aber neue Endgeräte. Es braucht neue Handys, die das dann auch können. Und die kommen dann in ein paar wenigen Jahren auf den Markt», sagt Dönni Kuoni.
Ein Satellitenhandy in einem Innenraum wird auf absehbare Zeit wohl nicht funktionieren.
Wer also in ein paar Jahren das neueste Smartphone besitzt, wird wohl selbst in den abgelegensten Gebieten auf das Internet zugreifen können. Doch die Handynetze auf der Erde werden dadurch nicht überflüssig. Satelliteninternet habe Nachteile, die nicht so schnell wettzumachen seien, sagt Dönni Kuoni: «Die Signale sind sehr schwach. Und ein Satellitenhandy in einem Innenraum wird auf absehbare Zeit wohl nicht funktionieren. Das Dach und die Wände schirmen zu stark ab. Und Sie wissen ja, unsere Mobilfunknetze sind sehr gut. Die versorgen auch den Innenraum. Und die Akzeptanz, dass man nur draussen telefonieren kann, ist ja wohl nicht sofort gegeben.»
Satelliteninternet dürfte also auch in absehbarer Zukunft in der Schweiz eher etwas für Bergsteigerinnen und Älpler sein als für den breiten Massenmarkt.
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