Nach SUV-Angriff – jetzt verliert Helen Haines auch zweites Bein

- Die australische Abgeordnete Helen Haines (65) hat nach einem mutmasslich gezielten Angriff beide Beine verloren.
- Ein Auto erfasste sie am Montag in der Nähe ihres Büros in Wangaratta; der 43-jährige Verdächtige ist angeklagt.
- Friseur Ricky Jefferies überwältigte den Mann und wird in Australien als Held gefeiert.
Die australische Abgeordnete Helen Haines, die am Montag bei einem mutmasslich gezielten Angriff von einem Auto erfasst wurde, hat beide Beine verloren. Das teilte ihr Ehemann am Mittwoch an einer Pressekonferenz mit. Die unabhängige Bundesparlamentarierin befindet sich weiterhin in stabilem Zustand im Melbourner Spital The Alfred.
«Helens linkes Bein wurde am Montag amputiert. Wir hofften, ihr rechtes Bein retten zu können, aber die Chirurgen mussten es ebenfalls entfernen», sagte Phil Haines, der seit fast 40 Jahren mit der Politikerin verheiratet ist. «Sowohl ihr Herz als auch ihr Geist sind in guter Verfassung», fügte er an.
Tatverdächtiger angeklagt
Die 65-Jährige war in der Nähe ihres Büros in Wangaratta von einem Fahrzeug angefahren worden. Der mutmassliche Täter wurde vom Friseur Ricky Jefferies überwältigt, der in Australien seither als Held gefeiert wird. Laut Polizei fanden die Beamten im Auto des 43-Jährigen ein Messer. Der Mann war den Behörden bereits bekannt, das Tatmotiv ist weiterhin unklar.
Der Verdächtige wurde am Dienstag unter anderem wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung, schwerer Körperverletzung durch gefährliches Fahren sowie Körperverletzung eines Amtsträgers angeklagt.
Helen Haines kämpfte gegen Korruption
Die Eltern des Angeklagten erklärten unterdessen, sie seien seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Haines befreundet. Den Vorfall bezeichneten sie laut der Zeitung «The Age» als «verheerend und unfassbar».
Haines wurde 2019 ins australische Parlament gewählt. Die frühere Krankenschwester engagierte sich seither insbesondere für mehr Klimaschutz und die Bekämpfung von Korruption.
Der Angriff hat die Diskussion über den zunehmend rauen Ton in der australischen Gesellschaft erneut entfacht. Zwar ist politische Gewalt in Australien selten, doch die Polizei registriert einen Anstieg von Drohungen und Beschimpfungen gegenüber Amtsträgerinnen und Amtsträgern.
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Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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