Eröffnung Pilatus Tower – Wer hier oben wohnen will, braucht sehr viel Geld

Andreas Campi führt durch eine 3.5-Zimmer-Wohnung im frisch gebauten Pilatus Tower. «Der Name ist Programm», sagt der Leiter Entwicklung beim Immobilienkonzern Halter, der das Hochhaus gebaut hat. «Hier gibt es eine erstklassige Aussicht auf den Pilatus.»
Hohe Preise, rege Nachfrage
Die Wohnung liegt auf gut 100 Metern Höhe im 34. Stock, im sogenannten Skylevel des Hochhauses. So werden die obersten fünf Stockwerke im Prospekt angepriesen. Wer im Skylevel wohnen möchte, muss tief in die Tasche greifen. «Diese 3.5-Zimmer-Wohnung liegt im Bereich von 3 bis 3.5 Millionen Franken», erklärt Campi. Die Räume seien grosszügig, fügt er an. Trotzdem sei das eine «hohe Preisliga für die Zentralschweiz».
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Bild 1 von 3. Der Pilatus Tower ist mit seinen 113 Metern das höchste Gebäude der Zentralschweiz. Er zählt 36 Geschosse. Bildquelle: Halter AG/Oliver Stern.
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Bild 2 von 3. Im 34. Stock hat die Halter AG eine Musterwohnung eingerichtet. Bildquelle: Halter AG/Oliver Stern.
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Bild 3 von 3. Eine Aussicht, die kostet: Für die Wohnungen in den obersten Stockwerken verlangt der Immobilienkonzern mehrere Millionen Franken. Bildquelle: Halter AG/Philipp Mächler.
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Der Nachfrage tun die hohen Preise keinen Abbruch. «Von den 167 Eigentumswohnungen sind bereits 156 verkauft.» Auch die Mietwohnungen seien alle weg. Für eine 3.5-Zimmer-Wohnung bezahlt man monatlich, je nach Stockwerk und Aussicht, zwischen 2700 und 3500 Franken.
Falscher Wohnraum?
Viel zu teuer, findet Pia Engler, Präsidentin der SP des Kantons Luzern. Ihre Partei fordert seit Jahren mehr Wohnraum, besonders seit die Leerwohnungsziffer im Kanton unter ein Prozent gefallen ist. Obwohl in Kriens mit dem Pilatus Tower nun viele Wohnungen geschaffen wurden, ist sie nicht zufrieden. «Das ist nicht der Wohnraum, für den wir kämpfen. Wir wollen preisgünstige Wohnungen.»
Solche Luxusprojekte hätten auch Auswirkungen auf die umliegenden Mieten. «Wenn man finanzkräftige Leute anzieht, steigen auch die Mieten rundherum.» Man kenne dies aus anderen Städten wie Zug. «Das ist ein Problem.»
Ein seelenloser Ort?
Ein Problem, das in Kriens das gesamte Gebiet rund um den Pilatus Tower betreffe. Das Hochhaus ist nämlich Teil einer grösseren Gebietsentwicklung im sogenannten Mattenhof. Auf sechs Arealen rund um den Turm wird oder wurde gebaut. Innerhalb von zehn bis 15 Jahren entsteht ein komplett neuer Stadtteil für rund 20’000 Menschen.
Pia Engler befürchtet, dass sich das Gebiet unter anderem wegen der hohen Mieten zu einem leb- und seelenlosen Ort entwickelt. «Die Wohnungen sind für Angestellte von finanzkräftigen Firmen, die durch die Tiefsteuerstrategie des Kantons angezogen werden.» Diese nähmen nicht am Vereinsleben teil und würden auch nicht kommen, um zu bleiben. Von der lokalen Bevölkerung könnten sich die wenigsten solche Mieten leisten.
«Mischung macht es»
Christine Kaufmann, Stadtpräsidentin von Kriens und Mitte-Politikerin, hingegen ist vom Projekt überzeugt. Die Stadt Kriens hat die Entwicklung des Mattenhofquartiers seit Beginn mitgetragen. Klar seien viele der Wohnungen für Neuzuzüger, die etwas im oberen Preissegment suchen. «Wir haben aber auch andere Quartiere, wo der Wohnraum bezahlbar ist.»
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Bild 1 von 5. 1998. Das Krienser Mattenhof-Quartier (oben rechts des Kreisels) hat einen starken Wandel durchgemacht, wie Luftaufnahmen zeigen. Bildquelle: Geoportal Kanton Luzern.
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Bild 2 von 5. 2005. Bildquelle: Geoportal Kanton Luzern.
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Bild 3 von 5. 2017. Bildquelle: Geoportal Kanton Luzern.
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Bild 4 von 5. 2020. Bildquelle: Geoportal Kanton Luzern.
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Bild 5 von 5. 2023. Der Pilatus Tower befindet sich auf der aktuellsten Aufnahme noch im Bau. Er entsteht auf der Fläche rechts des Kreisels. Bildquelle: Geoportal Kanton Luzern.
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Dass das Projekt die Mieten rundherum in die Höhe treibt, glaubt Kaufmann nicht. «Das ist eine andere Klientel.» Auch von einem toten Ort will sie nichts wissen. Der Turm bringe neue Menschen nach Kriens. Und: «Das belebt. Die Mischung macht es aus.»
Andreas Campi vom Immobilienkonzern fügt an, dass es im Turm durchaus bezahlbare Wohnungen gegeben habe. «Die Eigentumswohnungen in den unteren Geschossen waren im Preis moderat.» Da hätten sie vor vier Jahren eine 4.5-Zimmer-Wohnung für knapp 900’000 Franken verkauft – teilweise auch an Einheimische. «Die haben wahrscheinlich den Kauf ihres Lebens gemacht», so Campi.
Schweiz aktuell, 19.10.2026, 19 Uhr ; prir/stus/gotl;kobk;brus
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