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Tuesday, October 20, 2026

Affalterbachs rasender Hochsitz

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Mercedes-AMG GT SUV mit bis zu 1169 PS enthüllt

Affalterbachs rasender Hochsitz

Mercedes' elektrischer Supersportwagen AMG GT Viertürer hat es vorgemacht – jetzt folgt der rasende Hochsitz. Der SUV aus der Sportabteilung der Schwaben kommt in drei Varianten mit bis zu 1169 PS, rasanten Schnellladezeiten – und stattlichen Preisen.

Publiziert: 19.10.2026 um 18:31 Uhr

  • Der AMG GT SUV kommt in drei Versionen mit 544 bis 1169 PS; das Topmodell sprintet in 2,7 s auf 100 km/h
  • Batterien mit 106 oder 128 kWh ermöglichen bis 700 km Reichweite und maximal 710 kW Ladeleistung
  • Der GT 53 soll bei rund 120'000 Franken starten; 55 und 63 dürften über 150'000 und 200'000 Franken kosten

Die Weltpremiere des Mercedes-AMG GT Viertürers setzte im Mai in Los Angeles (USA) trotz Elektroantrieb ein lautstarkes Ausrufezeichen in die sportliche Autoszene. Bei der Vorstellung des hochgesetzten Technikbruders beim AMG-Hauptsitz im beschaulichen Affalterbach (D) gehts diesmal ein paar Nummern kleiner zu. Wer den neuen AMG GT SUV betrachtet, sieht deutliche Gemeinsamkeiten mit der viertürigen Coupélimousine. Kein Wunder: Beide Modelle sind technisch eng miteinander verwandt, und angesichts der grossen SUV-Geneigtheit ist zu erwarten, dass sich der rasende Hochsitz besser verkaufen dürfte als der flachere Bruder.

Nach dem AMG GT Viertürer ist der 5,08 Meter lange AMG GT SUV das zweite Modell auf der neu entwickelten AMG.EA-Plattform, das die elektrische Sportwagenwelt zumindest aus Mercedes-Sicht auf ein neues Level heben soll. Kunden haben dabei die Wahl zwischen den drei Versionen 53, 55 und 63. Die 2,5 Tonnen schwere Basisversion AMG GT 53 bietet mit ihrem 544 PS (400 kW) starken Allradantrieb bereits einen souveränen Vortrieb (0–100 km/h in 4,2 s, 250 km/h Spitze), der vielen AMG-Fans gemessen am Anspruch und dem Wettbewerb jedoch nicht sportlich genug sein dürfte.

Mächtiges Geschoss

Daher offerieren die stärkeren Versionen einen kraftvollen Nachschlag. Während der AMG GT 55 bis zu 816 PS (600 kW) leistet (0–100 km/h in 3,1 s), schieben die drei Elektromotoren des 2,7 Tonnen schweren AMG GT 63 SUV mit 1169 PS (860 kW) und satten 2000 Nm Drehmoment an. Die Dauerleistung beträgt immer noch 721 PS (530 kW). Der Normverbrauch: respektable 21,2 kW / 100 km.

An der Hinterachse arbeitet eine kompakte Antriebseinheit, die zwei Axial-Fluss-Motoren mit je einem kompakten Planetenradgetriebe in einem Gehäuse beinhaltet. Motoren und Getriebe sind ölgekühlt, während zwei wassergekühlte Siliziumkarbid-Inverter hohe Spannungen, Stromstärken und entsprechende Temperaturen realisieren sollen. Aus dem Stand gehts für das Topmodell in 2,7 Sekunden auf Tempo 100, während die Höchstgeschwindigkeit bei 270 km/h abgeregelt wird.

Erstaunlich echter V8-Sound

Besonders stolz sind die AMG-Techniker auf das völlig neu entwickelte «AMG Active Ride Control+»-Fahrwerk, das mit seiner variablen Nick- / Wankstabilisierung nicht nur sportliches, sondern auch betont komfortables Fahren ermöglichen soll. Hinzu kommen aktive Hinterachslenkung, vollvariabler Allradantrieb – und beim 55er und 63er auf Knopfdruck ein reproduzierter Klang eines AMG V8-Motors, der nicht nur in den Innenraum, sondern auch nach aussen gepumpt wird, sich dynamisch und in Echtzeit Fahrweise und Pedalbewegungen anpasst und dabei erstaunlich echt klingt. Selbst Gangwechsel können über die Wippen am Lenkrad simuliert werden.

Die Leistung für die Elektromotoren stammt aus Batteriepaketen mit 106 oder 128 kWh mit direkt gekühlten Rundzellen. Damit liegen bei zahmer Fahrweise Normreichweiten von bis zu 700 Kilometern drin. Doch grosse Reichweiten sind das eine – schnelles Nachtanken ist mindestens genauso wichtig. Durch das 800-Volt-Bordnetz kann die Basisversion GT 53 bereits mit 600 kW in zehn Minuten Energie für weitere 380 Kilometer nachladen. Die Versionen 55 und 63 schaffen an einer entsprechenden Ladesäule gar bis zu 710 kW und zapfen so in zehn Minuten bestenfalls Strom für 450 Kilometer.

Viel Platz, hoher Preis

Innen passt das Armaturenbrett mit seinen gigantischen Displays besser zum SUV als zur Limousine. Das 10,2-Zoll-Kombiinstrument und der 14,0-Zoll-Zentralbildschirm sind zum Fahrer geneigt und zu einer Einheit zusammengefasst, während der Beifahrer auf ein separates Display blickt. Als Softwarebasis dient das Betriebssystem MB.OS, garniert mit mehreren KI-Diensten, darunter ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini. Das Platzangebot im Fond ist bauartbedingt durch den 3,08 Meter langen Radstand üppiger als in der Limousine – speziell in der Höhe. Der 607 Liter grosse Laderaum lässt sich durch Umlegen der Rückbank auf bis zu 1740 Liter erweitern. Zudem steht unter der Fronthaube ein 78 Liter grosser Frunk zur Verfügung.

Die Einstiegsvariante des Mercedes-AMG GT 53 SUV sollte in den kommenden Tagen bestellbar sein und dann bei rund 120'000 Franken starten. Erst im Frühjahr ziehen die deutlich stärkeren Versionen mit den Axial-Fluss-Elektromotoren und 816 oder 1169 PS nach, die die Preisschraube je nach Ausstattung über 150'000 beziehungsweise 200'000 Franken drücken dürften.

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