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Sunday, October 11, 2026

Bald Stau vor deiner Haustür? Bund prüft 120 Autobahn-Ampeln

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  • Das Bundesamt für Strassen (Astra) prüft laut der «SonntagsZeitung» über 120 neue Rampendosierungsampeln an Autobahnzufahrten.
  • Damit soll der Verkehr flüssiger werden – bewusst werden dabei Rückstaus auf Kantons- und Gemeindestrassen in Kauf genommen.
  • Kantone wie Basel-Stadt und Schaffhausen kritisieren, bislang nicht in die Pläne einbezogen worden zu sein.

Freie Fahrt auf der Autobahn, dafür Stau auf den Strassen davor? Genau das könnte künftig an zahlreichen Autobahnzufahrten passieren. Das Bundesamt für Strassen (Astra) prüft über 120 neue Ampelanlagen. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, nimmt der Bund dabei bewusst Rückstaus auf Kantons- und Gemeindestrassen in Kauf.

Hintergrund sei das Nein der Stimmbevölkerung zum Autobahnausbau vor zwei Jahren. Seither suche das Astra nach Möglichkeiten, den Verkehr ohne zusätzliche Fahrspuren flüssiger zu machen.

Der VCS protestiert gegen neue Autobahnausbauten und das Programm «Verkehr 45».

Der VCS protestiert gegen neue Autobahnausbauten und das Programm «Verkehr 45».20min/Stefan Lanz

Ampeln sollen Autos zurückhalten

Die sogenannten Rampendosierungen lassen Fahrzeuge nur gestaffelt auf die Autobahn. So sollen Staus und Unfälle verhindert werden. 15 solcher Anlagen sind bereits in Betrieb. Nun prüfe das Astra über 120 weitere Standorte, besonders rund um Zürich und Basel sowie in der Westschweiz.

Eine interne Aktennotiz vom Januar 2025 zeigt laut «SonntagsZeitung», dass der Bund dabei ausdrücklich Rückstaus auf Nebenstrassen akzeptieren will.

2025 wurden auf Schweizer Autobahnen 68’040 Staustunden registriert, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Astra können solche Ampeln die Kapazität bei Autobahneinfahrten um bis zu fünf Prozent erhöhen.

Kantone wurden nicht einbezogen

Die Pläne sorgen für Kritik. Allein im Raum Basel würden 19 Anlagen geprüft. Die Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen hätten jedoch erklärt, bislang nicht einbezogen worden zu sein.

Auch der Schweizerische Städteverband warne davor, den Stau in Wohngebiete zu verlagern. Das könne auch Fussgänger und Velofahrer gefährden. Das Astra habe versichert, Kantone und Gemeinden bei konkreten Projekten einzubeziehen.

Wie stehst du zu neuen Ampeln an Autobahnzufahrten, wenn dadurch Nebenstrassen mehr Stau abbekommen?

Politik ist sich uneinig

Grünen-Nationalrätin Franziska Ryser halte die Ampeln grundsätzlich für sinnvoll. Rückstaus auf Kantons- und Gemeindestrassen sehe sie jedoch kritisch.

FDP-Nationalrat Peter Schilliger finde dagegen, dass Autobahnen Vorrang haben sollten. Gewisse Rückstaus seien nicht immer vermeidbar.

Ob und wann die Anlagen gebaut werden, ist laut «SonntagsZeitung» noch offen. Parallel prüfe das Astra auf 24 Autobahnabschnitten, ob Pannenstreifen zu Stosszeiten als zusätzliche Fahrspuren dienen könnten.

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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