Der EHC-Bülach trainiert jetzt auf dem Parkplatz

Nach Hagelschaden
Der EHC-Bülach trainiert jetzt auf dem Parkplatz
Ende August verwüstet ein Hagelsturm das Dach der Eishalle in Bülach. Die Instandsetzung dauert bis Januar 2027. Bis dann muss der EHC Bülach auf andere Hallen ausweichen. Eine Pop-up-Arena könnte Abhilfe schaffen.
Publiziert: 21.10.2026 um 19:01 Uhr
Petar DjordjevicRedaktor Sport
«Es sind 500 Trainingseinheiten und 55 Spiele, die wir bis Ende Dezember verschieben und neu planen mussten», erklärt EHC-Bülach-Präsident Tobias Plüss. «Wir sind hauptsächlich in Dielsdorf. Wir waren aber schon überall in der näheren und weiteren Umgebung. Beispielsweise in Schaffhausen, in Aarau, in Kloten oder in der Swiss Life Arena». Zuletzt spielte der EHC Bülach ein Heimspiel in Winterthur gegen den EHC Winterthur.
Der Stadtrat greift dem Verein bereits unter die Arme, indem er den Klub finanziell bei der Miete von Eisflächen unterstützt. Jetzt kommt noch eine Pop-up-Arena auf dem Parkplatz der Sportanlage Hirslen hinzu. Dafür wurde am 14. Oktober einem Bruttokredit von rund 100'000 Franken zugestimmt. Das ging schnell. Denn seit dem Hagel-Unwetter sind keine zwei Monate vergangen.
Teil eines Pilotprojekts
Mittlerweile steht auf dem Parkplatz neben der Eishalle eine kleine Hockey-Arena. Seit längerem steht im Raum, dass das Sportzentrum Hirslen, inklusive Eishalle, erneuert werden soll. Die errichtete Pop-up-Arena dient nun sowohl als Übergangslösung während der Instandhaltung als auch als Pilotprojekt. Denn der Stadtrat sammelt damit Erkenntnisse für die Planung eines Ersatzneubaus sowie einer allfälligen Sommernutzung.
«Es braucht viel Vertrauen, ein gemeinsames Ziel und etwas Mut. Das hat gepasst», erklärt der Bülacher Stadtrat Daniel Ammann die schnelle Umsetzung des Projekts. «Die Situation (der Hagelschaden, Anm. der Red.) hat uns natürlich geholfen. Aber das Ziel, etwas zu bewegen, ist stark spürbar. Zwischen der Politik, der Verwaltung, den Vereinen sowie dem Dienstleister».
Ex-Profi stellt Synthetik-Eis her
Bei der Pop-up-Arena handelt es sich nämlich nicht um eine gewöhnliche Eishalle. Die Fläche besteht aus synthetischem Kunststoff-Eis und benötigt somit keine Kühlung. Dahinter steckt die Start-up-Firma Green Hockey von Riccardo Signorell (56), die Eisflächen aus rezykliertem Plastik herstellt. «Viele denken: ‹In der Schweiz hat es doch unzählige Eishallen›», sagt der Ex-Hockey-Profi (unter anderem Chur, Davos, ZSC, Genf, Basel) bei der Pressekonferenz in der Pop-up-Arena. «Eis zu finden ist aber gar nicht so einfach. Mit unserem Synthetik-Eis bieten wir eine Alternative».
Diese Alternative macht sich der EHC Bülach zunutze. 20 Stunden pro Woche mietet der Klub die Pop-up-Arena, um das bestehende Trainingsprogramm zu ergänzen. Daneben steht die 255 Quadratmeter grosse Synthetik-Eisfläche – «Oceanice genannt» – anderen Vereinen, den Schulen sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung.
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