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Friday, October 30, 2026

Weltgrösste Kryptobörse – Wie konnten die Täter den Binance-Raub durchführen?

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Was am Donnerstag bei der weltweit grössten Kryptowährungsbörse Binance passiert ist, kann man als grossen digitalen Bankraub bezeichnen. Die Täter haben rund 6.3 Milliarden US-Dollar erbeutet, respektive digital gehackt. SRF-Digitalredaktor Guido Berger erklärt, wie ein solcher Raub funktioniert.

Guido Berger

Leiter SRF Digital-Redaktion

Guido Berger leitet die SRF Digital-Redaktion und erklärt seit 2006 digitale Technologie und Games.

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Wie konnten die Täter diesen digitalen Bankraub durchführen?

Laut Binance haben die Täter den Laptop eines Ingenieurs angegriffen und so eine Möglichkeit gefunden, Transaktionen zu genehmigen. Bildlich gesprochen: Die Bankräuber haben die Roboter einer Bank dazu gebracht, über sechs Milliarden Dollar in bar in einen Lieferwagen zu laden und aus der Bank zu fahren – als käme die Anweisung von den Bankmitarbeitenden selbst.

Wie muss man sich die digitalen Guthaben vorstellen?

Kryptowährungen sind mit Bargeld vergleichbar. Ich habe ein digitales Portemonnaie, in dem meine Kryptowährungen liegen. Dieses kann ich selbst verwalten oder eine Börse wie Binance mit der Aufbewahrung beauftragen – sozusagen als Schliessfach. Der wichtigste Unterschied zu Noten und Münzen: Auf der Blockchain sehe ich, wann wie viel welcher Währung von welchem Portemonnaie in welches fliesst. Ich weiss nicht, wem diese Guthaben gehören; die Transaktionen sind aber nachvollziehbar.

Wie haben die Hacker den Diebstahl konkret vollzogen?

Sie überweisen die Beute auf andere Portemonnaies. In der Regel sind das viele verschachtelte Transaktionen über verschiedene Kryptowährungen. Das ist der zweite, ebenso anspruchsvolle Teil des Bankraubs: Die Täter müssen nicht nur in die Börse eindringen und Überweisungen auslösen, sondern die Spuren so verschleiern, dass unklar bleibt, wer dahintersteckt.

Binance-Logo vor unscharfen Computergrafiken in Blautönen.
Legende: Analysten sprechen vom bisher wahrscheinlich grössten Krypto-Diebstahl der Geschichte. REUTERS/Dado Ruvic/Illustration

Was weiss man über die mutmasslichen Täter?

Ihre Identität ist noch nicht bestätigt. Viele vermuten Nordkorea. Nicht, weil es Hinweise gäbe. Aber solche Diebstähle sind eine erfolgreiche Methode, mit der sich das Regime Devisen beschafft. Auch der bisherige Rekorddiebstahl von rund 1.5 Milliarden Dollar wurde Nordkorea zugeschrieben.

Sind die 6.3 Milliarden Dollar verloren oder noch nicht?

Binance schreibt, man sei daran, die betroffenen Vermögenswerte einzufrieren. Zuerst muss Binance sicherstellen, dass nicht noch mehr Geld aus den Schliessfächern fliegt. Dann werden die Transaktionen beobachtet, auch etwa von Strafverfolgungsbehörden und Marktanalysten. Partner, Börsen und andere Netzwerke haben rund drei Milliarden Dollar eingefroren. Weitere rund drei Milliarden lagen am Freitagvormittag in einigen wenigen Portemonnaies. Bei einem Grossteil der Beute weiss man also, wo sie liegt. Das Zurückholen ist aber schwierig und kann lange dauern. Und die drei Milliarden, die beobachtet werden, können jederzeit abfliessen und verschwinden.

Wie sicher sind Kryptowährungen?

Nach einem solchen Raub verlieren Kryptowährungen an Wert, weil Anleger ihr Risiko verringern und verkaufen wollen. Vor allem stellt sich die Vertrauensfrage bei Binance. Ziehen viele gleichzeitig ihr Geld ab, droht ein Bank-Run. Dann ist die Frage, ob genug Liquidität für alle vorhanden ist. Umso wichtiger ist, wie schnell Binance die gestohlenen Werte zurückholen kann.

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