War er der «Putney Pusher»? Verdächtiger Banker ist tot

Darum gehts
- Nicholas Brandram, der im «Putney Pusher»-Fall festgenommene Ex-HSBC-Banker, ist tot.
- Der 44-Jährige wurde am Dienstagabend leblos in seinem Haus im Londoner Stadtteil Chiswick aufgefunden.
- Die Behörden gehen derzeit nicht von einer verdächtigen Todesursache aus; eine Anklage im Bus-Fall war nie erhoben worden.
Der Mann, der im Zusammenhang mit dem «Putney Pusher»-Fall festgenommen worden war, ist tot. Wie die Londoner Polizei mitteilte, wurde der 44-Jährige am Dienstagabend leblos in einem Haus im Stadtteil Chiswick im Westen der britischen Hauptstadt aufgefunden. Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen, berichtet die «Daily Mail».
Die Behörden behandeln den Todesfall als unerwartet, gehen nach aktuellem Stand aber nicht von einer verdächtigen Todesursache aus. Die Angehörigen des Mannes seien informiert worden. Ein Bericht werde zu gegebener Zeit dem zuständigen Coroner, einem gerichtlich eingesetzten Untersuchungsbeamten für Todesfälle, vorgelegt.
Verstorbener war HSBC-Direktor
Bei dem Verstorbenen handelt es sich laut «Daily Mail» um Nicholas Brandram, einen früheren Direktor der Privatbank von HSBC. Er war am 15. Juni wegen des Verdachts auf versuchte schwere Körperverletzung festgenommen worden. Die Festnahme stand im Zusammenhang mit dem Vorfall auf der Putney Bridge vom 5. Mai 2017.
Damals soll ein Jogger eine 33-jährige Fussgängerin während der morgendlichen Rushhour auf die Fahrbahn gestossen haben. Dort näherte sich ein Doppeldeckerbus. Nur weil Fahrer Oliver Salbris sofort auswich, wurde die Frau nicht vom Bus erfasst. Sie blieb laut früheren Berichten körperlich weitgehend unverletzt.
Der Jogger lief nach dem Vorfall einfach weiter. Rund 15 Minuten später soll er auf der Brücke sogar erneut am Opfer vorbeigekommen sein, während Passanten die Frau noch betreuten. Auf ihre Aufforderung, stehen zu bleiben, reagierte er demnach nicht.
Freilassung unter Auflagen und Festnahme wegen Drogenbesitzes
Brandram war nach seiner Festnahme zunächst wieder unter Auflagen freigelassen worden, während die Ermittlungen weiterliefen. Bei einer Durchsuchung seines Hauses war er laut «Daily Mail» zudem wegen des Verdachts auf Besitz von Drogen festgenommen worden. Dabei soll es sich um Kokain und Cannabis gehandelt haben.
Eine Anklage im Bus-Fall war bis zu seinem Tod nicht erhoben worden. Sein Name war nach der Festnahme aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht worden. Nach seinem Tod berichtete die «Daily Mail» nun über seine Identität. Der frühere Armeeoffizier stammte demnach aus einer Familie mit Verbindungen zum britischen und griechischen Hochadel.
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Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.
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