InquirerHouse backslid on budget transparency reforms — CendañaESPN DeportesLas claves de Rodri para elegir al Barça y sus charlas con MourinhoESPNSources: With WR Cooper week-to-week, Jets signing ShepardDaily MaverickTHE GENDER GAP: Women athletes continue to get a raw deal on SA streetsThe Jerusalem PostIran holds over nine tons of nuclear material outside of IAEA safeguard, atomic energy head saysוואלהוינטר ליוצר הסרט נז"א: "אין לך מה לחזור"3DNewsК следующему поколению видеокарт готовы: начались продажи кабелей HDMI 2.2 с пропускной способностью до 96 Гбит/сBusiness AMAmerikaanse marine schat dat USS Gerald R. Ford al binnen zes maanden weer in dienst kan treden ondanks zware schadeAnime News NetworkJujutsu Kaisen Ranks #2 on Bookscan's August Adult Graphic Novel List in U.S.ConsequenceBlu DeTiger Announces New Album N.Y. Baby, Shares Title Track with Holly Walker, Say She She, Flavor Flav: StreamIl Fatto QuotidianoL’Antitrust vuole vedere chiaro nei rapporti tra Intesa e Generali che si creerebbero con le nozze tra Milano e Siena
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, September 15, 2026

Paola landet in Liberia – erst dann erfährt sie von Abschiebung

Translate
  • Die USA schieben Migrantinnen und Migranten in afrikanische Länder ab, zu denen die Betroffenen keinerlei Verbindung haben.
  • Liberia nimmt im Rahmen eines Abkommens mit Washington insgesamt 1200 abgeschobene Personen auf.
  • Die erste Gruppe war am 20. August in Monrovia eingetroffen, sie berichten nun von ihrer Situation.

Sie werden in Länder abgeschoben, in denen sie nie zuvor gewesen sind oder von denen sie möglicherweise noch nie gehört haben: Seit Wochen bringen paramilitärische Einheiten der US-Einwanderungsbehörde ICE Migrantinnen und Migranten aus Brasilien, Kolumbien, Guatemala, Honduras und Venezuela in afrikanische Länder wie Liberia, Kamerun oder Eritrea.

«Ich bin besorgt, ich fühle mich am anderen Ende der Welt», sagt der Honduraner Elvis Rodriguez Venturas gegenüber CBS News.

Wohin nun?

Die ersten 20 Migrantinnen und Migranten trafen am 20. August am internationalen Flughafen der liberianischen Hauptstadt Monrovia ein. Sie gehören zu insgesamt 1200 Menschen, die das westafrikanische Land im Rahmen eines neuen Abkommens mit den USA aufnehmen soll. Die Vereinbarung zählt zu den grössten Abkommen der Regierung von US-Präsident Donald Trump über Abschiebungen in Drittstaaten, zu denen die Betroffenen grösstenteils keinerlei Verbindung haben.

Mehrere der abgeschobenen Männer berichten dem US-Sender CBS von ihrer Lage: Sie können weder in die USA zurückkehren noch in ihre Herkunftsländer, weil sie dort politische Verfolgung fürchten.

Mehrere der abgeschobenen Männer berichten dem US-Sender CBS von ihrer Lage: Sie können weder in die USA zurückkehren noch in ihre Herkunftsländer, weil sie dort politische Verfolgung fürchten.Screenshot CBS News

Die abgeschobenen Männer und Frauen wurden in einem dreistöckigen Hotel in einer abgelegenen Küstenregion Liberias untergebracht. Dem US-Sender CBS berichteten sie von ihrer verzweifelten Lage. Viele haben das Gefühl, in einem Limbo zu leben: Sie können weder in die USA zurückkehren, wo viele von ihnen Ehepartner und Kinder zurücklassen mussten, noch in ihre Herkunftsländer, weil sie dort politische Verfolgung fürchten.

In der Heimat droht Gefahr

Der Honduraner Elvis Rodriguez Venturas hat eine Familie in Texas zurückgelassen. Zwei seiner vier Kinder seien US-Staatsbürger. In den USA habe er im Baugewerbe gearbeitet, sagt er. Rodriguez Venturas war illegal in die USA eingereist. Seine Abschiebung nach Honduras wurde jedoch von einem Einwanderungsrichter untersagt, da dieser zu der Einschätzung gelangte, dem Mann drohe in seiner Heimat Gefahr.

Auch die anderen abgeschobenen Personen hatten in den USA rechtlichen Schutz erwirkt. Dieser untersagte der US-Einwanderungsbehörde ICE, sie in ihre Herkunftsländer abzuschieben, da die Befürchtung bestand, sie könnten dort verfolgt oder gefoltert werden.

«Sie sind in Afrika»

Die Brasilianerin Paola Ferreira Dos Santos gibt an, erst von ihrer Abschiebung nach Liberia erfahren zu haben, als das Flugzeug bereits in Monrovia gelandet war. «Ich war die Erste, die aus dem Flugzeug stieg, und sie sagten: ‹Willkommen in Liberia. Sie sind in Afrika›», erzählte die 21-Jährige CBS.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat die US-Regierung ihre Bemühungen verstärkt, Ausländer ausser Landes zu bringen. Das Weisse Haus vertritt allerdings den Standpunkt, dass Abschiebungen in Drittländer legal sind, und bemüht sich deshalb um Abkommen mit anderen Staaten, damit diese die Betroffenen aufnehmen.

Laut der Karte der Organisation Human Rights First zeigt der ICE Flight Monitor für 2026 zahlreiche Zielländer für erzwungene Drittlandsabschiebungen – vor allem in Lateinamerika und Afrika. Neben Liberia haben sich acht weitere afrikanische Staaten zur Aufnahme von Abgeschobenen bereit erklärt, darunter Ruanda, Kamerun und die Demokratische Republik Kongo.

Laut der Karte der Organisation Human Rights First zeigt der ICE Flight Monitor für 2026 zahlreiche Zielländer für erzwungene Drittlandsabschiebungen – vor allem in Lateinamerika und Afrika. Neben Liberia haben sich acht weitere afrikanische Staaten zur Aufnahme von Abgeschobenen bereit erklärt, darunter Ruanda, Kamerun und die Demokratische Republik Kongo.Human Rights First

Neben Liberia haben sich Sierra Leone, Äquatorialguinea, Ghana, Ruanda, der Südsudan, Kamerun, Eswatini und die Demokratische Republik Kongo zur Aufnahme von Abgeschobenen bereit erklärt.

In der Vergangenheit waren solche Abkommen häufig mit finanziellen Anreizen für die Aufnahmeländer verbunden. Die Regierung Liberias erklärte dagegen, man habe weder «Entschädigungen» noch «Belohnungen gefordert oder erhalten». Die Partnerschaft mit den USA sei «rein humanitärer» Natur.

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

View the original on 20 Minuten

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.