Schon der zweite verheerende Crash in Spanien dieses Jahr

Darum gehts
- Nach einem Zugunglück in Spanien werden viele Opfer befürchtet, die Strecke ist gesperrt.
- Zwei Hochgeschwindigkeitszüge von Renfe und Iryo prallten am Mittwoch frontal ineinander.
- Der Zugverkehr zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalucía ist laut Renfe derzeit unterbrochen.
In Spanien sind am Mittwochmorgen zwei Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Los Yébenes und Urda in der Provinz Toledo ineinandergeprallt. Wie «El País» berichtet, waren ein Renfe-AVE-Hochgeschwindigkeitszug, der um 8 Uhr in Madrid in Richtung Sevilla abgefahren war, und ein entgegenkommender Iryo-Zug involviert.
Frontalkollision nach Entgleisung
Laut örtlichen Rettungsdiensten kamen beim Crash mindestens 39 Personen ums Leben. Nach ersten Erkenntnissen sind im hinteren Bereich des einen Zuges Waggons entgleist, die im Anschluss vom entgegenkommenden Zug gerammt wurden.
Videos zeigen massive Schäden an den Fahrzeugen. Spanische Zeitungen berichten von mindestens zehn Toten und Dutzenden Verletzten. Zwei der beteiligten Waggons entgleisten demnach und stürzten einen Abhang hinab.
Wenige Minuten vor dem Zusammenstoss soll der Renfe-Zug wegen eines Verkehrsproblems zunächst angehalten und seine Fahrt dann mit vermindertem Tempo fortgesetzt haben. Wie der staatliche Bahnbetreiber Renfe auf X (ehemals Twitter) schreibt, ist der Zugverkehr zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalucía derzeit unterbrochen. Auch der Infrastrukturbetreiber Adif bestätigt den Unfall.
Die Regierung spricht von einem «schwerwiegenden Vorfall» und hat ihre geplante Tagesordnung abgesagt. Für die Region Toledo wurde der Notstand verhängt, diverse umliegende Gemeinden haben bereits Rettungskräfte zum Unfallort entsandt.
Update folgt ...
Zweites schwere Unglück im Jahr 2026
Bereits Anfang 2026 kam es in der gleichen Region Spaniens zu einen schweren Unglück mit 42 Todesopfern. Dabei waren ebenfalls zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammengestossen. Wochen vor dem Unfall hatten Reisende Videos von starken Vibrationen in den sozialen Medien geteilt, die bei der Fahrt der Hochgeschwindigkeitszüge offenbar auftreten.
Wie es zum aktuellen Unfall kam, ist derzeit noch unklar. Beim tödlichen Unfall im Januar 2026 brach nach aktuellem Kenntnissstand die Schweissnaht einer Schiene. Dadurch entgleisten die hinteren Waggons des Iryo-Zuges, gerieten so auf das Gegengleis und wurden dort von einem Alvia-Zug gerammt, der von Madrid nach Huelva unterwegs war.
Der Unfall erschütterte das Vertrauen der spanischen Bevölkerung in das lange als vorbildlich geltende Hochgeschwindigkeitsnetz nachhaltig. Es wurden Rücktrittsforderungen gegen Verkehrsminister Oscar Puente laut, denen der Politiker aber nicht nachkam. Im andalusischen Wahlkampf wurde der Unfall ebenfalls zum Streitpunkt, wobei sich die Parteien gegenseitig eine politische Instrumentalisierung der Katastrophe vorwarfen.
Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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